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3 Gründe, warum ich die Aktie der Deutschen Euroshop eher kaufen würde als die von Vonovia!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Aktien der Deutschen Euroshop (WKN: 748020) und der von Vonovia (WKN: A1ML7J) besitzen durchaus so einige Gemeinsamkeiten. Beide sind im Bereich der Immobilien vertreten, beide zahlen außerdem Dividenden an die Investoren aus, was für Dividendenjäger prinzipiell interessant sein könnte.

Wenn ich mich zwischen den beiden Dividendenaktien allerdings derzeit entscheiden müsste, hätte ich gegenwärtig einen klaren Favoriten: die Deutsche Euroshop. Schauen wir im Folgenden daher einmal, weshalb meine Wahl auf diese spannende Beteiligungsgesellschaft fiele und wo Vonovia meiner Meinung nach das Nachsehen hat.

1. Die Dividende

Ein ganz wichtiges Merkmal beider Aktien sind zunächst natürlich die Dividenden. Und auch hierbei kann die Deutsche Euroshop ihren heutigen Konkurrenten bedeutend ausstechen, was sich bereits bei der Dividendenrendite abzeichnet.

Die Beteiligungsgesellschaft, die ausschließlich in Shoppingcenter investiert, zahlte nämlich in diesem Jahr für 2018 eine Ausschüttung in Höhe von 1,50 Euro an die Investoren aus. Ein Wert, der bei einem derzeitigen Kursniveau von 27,04 Euro (08.11.2019, maßgeblich für alle Kurse) noch immer einer Dividendenrendite von 5,54 % entsprechen würde. Zudem hat die Deutsche Euroshop seit dem Börsengang zu Beginn des Jahrtausends die eigene Dividende nicht ein einziges Mal gesenkt, was sehr deutlich zeigen dürfte, dass eine zumindest stets konstante und zuverlässige Dividendenpolitik zum Unternehmen gehört.

In Puncto Zuverlässigkeit kann zwar auch Vonovia mit einigen interessanten Aspekten auf sich aufmerksam machen, denn immerhin hat der Wohnimmobilienkonzern bereits seit fünf Jahren in Folge die eigene Ausschüttung angehoben. Dafür kommt der DAX-Konzern derzeit allerdings lediglich auf eine Dividendenrendite in Höhe von 3,07 %, basierend auf einer Dividende in Höhe von 1,44 Euro für 2018 sowie einem derzeitigen Kursniveau von 46,86 Euro. Hier kann die Deutsche Euroshop daher gewiss mit attraktiveren Merkmalen glänzen.

2. Die aktuelle Bewertung

Ein zweites Merkmal, das die Deutsche Euroshop gegenwärtig deutlich attraktiver erscheinen lässt, ist außerdem die aktuelle Bewertung. Bereits die Dividende hat hier auf eine vergleichsweise günstigere Bewertung hingewiesen. Ein Aspekt, der sich auch insgesamt bewertungstechnisch bei der Shoppingcenter-Beteiligungsgesellschaft vernehmen lässt.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 kam das Unternehmen auf Funds from Operations (FFO) je Aktie in Höhe von 2,43 Euro sowie auf ein Net Asset Value (NAV, Wert der Beteiligungen) je Aktie von 43,17 Euro. Beim derzeitigen Kursniveau ergibt sich hieraus ein Kurs-FFO-Verhältnis von 11,1 sowie ein Kurs-NAV-Verhältnis von 0,62, womit die Deutsche Euroshop bedeutend unter dem Wert ihrer Beteiligungen gehandelt wird.

Vonovia kam hingegen im vergangenen Geschäftsjahr 2018 auf Funds from Operations in Höhe von 2,18 Euro sowie ein Net Asset Value je Aktie von 44,90 Euro, wodurch sich ein teureres Bewertungsmaß ergibt. Das Kurs-FFO-Verhältnis beläuft sich hier auf aktuell 21,5, zudem wird die Aktie derzeit mit einem Kurs-NAV-Verhältnis von knapp über eins bepreist. Das aktuelle Bewertungsmaß könnte daher insgesamt ein weiterer Indikator sein, der für die Aktie der Deutschen Euroshop spricht.

3. Das Geschäftsmodell

Zu guter Letzt könnte auch das Geschäftsmodell der Deutschen Euroshop nicht unbedingt attraktiver sein, allerdings reif für eine Gegenbewegung. Als Beteiligungsgesellschaft, die lediglich Shoppingcenter im Portfolio führt, hatte das Unternehmen zuletzt mit dem Erstarken des E-Commerce zu kämpfen. Da die Leerstandsquoten jedoch vergleichsweise gering sind und die Ergebnisse weiterhin stabil, könnte das der Beginn eines Turnarounds werden.

Zumal die Deutsche Euroshop bei preiswerteren Bewertungen im Immobilienmarkt die Zeit der Stagnation verlassen könnte und wieder zurück in eine Wachstumsspur finden kann. Durchaus ein Szenario, das man hier in Erwägung ziehen sollte.

Vonovia ist hingegen als Wohnimmobilienunternehmen beständiger und verlässlicher. Und, um fair zu bleiben, der DAX-Konzern wächst konsequent immer weiter. Nichtsdestoweniger ist hier bewertungstechnisch bereits das Wachstum eingepreist, was möglicherweise die Aktie der Deutschen Euroshop langfristig aussichtsreicher erscheinen lassen könnte. Quasi als Underdog, der trotz aller Unkenrufe noch immer solide performt und nun zum Gegenstoß ausholt.

Zwei insgesamt solide Immobilienaktien

Wie wir daher unterm Strich sehen können, scheinen die Aktien der Deutschen Euroshop und von Vonovia insgesamt beide recht solide für Immobiliengesellschaften zu sein. Vonovia ist hingegen etwas defensiver, dafür höher bepreist, weshalb die Aktie der Deutschen Euroshop nun interessanter sein könnte.

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Vincent besitzt Aktien der Deutsche Euroshop. The Motley Fool empfiehlt Deutsche Euroshop.

Motley Fool Deutschland 2019