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3 Dinge, die bei der Walt-Disney-Aktie 2020 gewaltig schiefgehen könnten

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Aktie von Walt Disney (WKN: 855686) hat im vergangenen Geschäftsjahr 2019 in vielerlei Hinsicht ein rekordverdächtiges Jahr hingelegt. Das Kinogeschäft war stark, neue Fahrgeschäfte brachten ein stärkeres Besucheraufkommen in den Freizeitparks und insbesondere der Streaming-Dienst Disney+ sorgte von Anfang an für ein hohes Maß an Begeisterung.

Nichtsdestoweniger könnte es natürlich auch einige Dinge geben, die insbesondere in Anbetracht der starken Ausgangslage im neuen Jahr 2020 schiefgehen. Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf drei essenzielle, hypothetische Fallgruben und überlegen einmal, wie wahrscheinlich diese sind.

1. Die Streaming-Euphorie könnte wegbrechen

Eine erste, ganz wesentliche Sache, die in den kommenden Monaten und Quartalen schiefgehen könnte, wäre ein Wegbrechen der Streaming-Euphorie. Womöglich haben sich einige Zuschauer inzwischen an den jeweiligen Formaten sattgesehen oder die Konkurrenzsituation führt zu einem weiteren Abwandern. Oder aber andere Regionen können nicht an die neueren Erfolge anknüpfen. All diese Szenarien erscheinen prinzipiell möglich. Wenn auch in meinen Augen nicht unbedingt wahrscheinlich.

Disneys Streaming-Dienst Disney+ ist schließlich noch immer vergleichsweise frisch und wird in vielen Regionen heiß erwartet. Möglicherweise gibt es daher eher noch ein positives Überraschungsmoment, beispielsweise wenn der Dienst im europäischen Markt an den Start geht.

Auch das Szenario, dass sich viele an Disney+ und den bisherigen Inhalten sattgesehen haben, scheint nicht sonderlich realistisch. Die beginnenden Inhalte waren zwar möglicherweise erst einmal wenig, allerdings kann das Maus-Haus noch immer auf viele, qualitativ starke Inhalte zurückgreifen, die die Attraktivität wieder steigern könnten, sofern das Management hier eine solche Dynamik beobachten sollte.

Der Streaming-Dienst des US-amerikanischen Medienunternehmens besitzt daher noch viel Potenzial. Auch wenn es ein gewisses Restrisiko noch geben mag, sollten Investoren dieses möglicherweise nicht überbewerten, sondern sich auf die derzeitige Stärke fokussieren.

2. Das Filmgeschäft wird schwächer

Ein möglicherweise realistischeres Szenario ist dahingegen, dass das Geschäft mit den Spielfilmen etwas schwächer wird im Vergleich zum starken Geschäftsjahr 2019. In den letzten zwölf Monaten kam das Maus-Haus hier immerhin auf Umsätze in einer Größenordnung von 13,2 Mrd. US-Dollar. Eine Rekordmarke, die jemals ein Medienunternehmen aufstellen konnte.

Das dürfte durchaus eine hohe Messlatte für die kommenden zwölf Monate sein. Mit Star Wars ist zwar ein weiterer Blockbuster-Kandidat noch immer nicht ganz ausgereizt und auch im neuen Jahr werden wohl einige starke Filme folgen, vielleicht bleibt dieser Rekordwert jedoch für’s Erste unerreicht.

Etwas, das vielleicht gar nicht mal so schlimm ist, denn immerhin ist das Geschäft mit den Spielfilmen auf Konzernsicht vergleichsweise klein. Starke Erfolge im Streaming-Markt könnten hier durchaus kompensatorisch wirken, wobei es natürlich noch ein drittes Risiko für den Micky-Maus-Konzern geben könnte.

3. Die Freizeitparks werden nicht mehr so stark überrannt

Zu guter Letzt könnte nämlich auch noch das umsatzstarke Geschäft mit den Freizeitparks schwächeln. Oder zumindest nicht so florieren, wie es sich das Management vielleicht erhofft. Und das trotz der hohen Investitionen in letzter Zeit

Die neuen Attraktionen, die sich insbesondere um Star Wars drehen, könnten in der Theorie zwar zu einem Aufsparen des Besuchs in Disneyworld bei vielen Verbrauchern geführt haben. Allerdings wird sich die Theorie erst einmal beweisen müssen, dass in den kommenden Monaten wirklich ein höheres Besucheraufkommen die Freizeitparks füllt.

Nichtsdestoweniger wäre auch hier ein Verfehlen der ambitionierten Ziele möglicherweise kein Beinbruch, zumal die Freizeitparks immer irgendwie frequentiert werden, mithilfe von steigenden Preisen ein Wachstum erzielt werden kann und dieser Geschäftsbereich eigentlich sowieso eher für Konstanz steht. Unterm Strich dürfte das größte Risiko daher weiterhin eher vom Streaming abhängig sein.

Es gibt Risiken, aber …

Wie wir daher unterm Strich sehen können, existieren durchaus einige Risiken im Kontext der Aktie von Walt Disney. In allen wesentlichen Bereichen, dem Streaming, den Freizeitparks und auch dem Filmstudiogeschäft könnte es Schwächen geben. Allerdings ist das wohl stets und bei jeder Aktie der Fall.

Bei Walt Disney könnten jedoch langfristig vor allem die Chancen überwiegen, insbesondere gerade durch den erfolgreichen Streaming-Start. Vielleicht bietet es sich daher an, sich eher auf die positiven Aussichten zu fokussieren.

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Vincent besitzt Aktien von Walt Disney. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $60 Calls auf Walt Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Walt Disney.

Motley Fool Deutschland 2020