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3 Dinge, die mich das Jahr 2020 gelehrt hat!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Das Jahr 2020 ist für mich überaus lehrreich gewesen. Wir haben eine starke Volatilität gesehen. Ja, extreme Performances einzelner Aktien und ganzer Märkte. Als noch recht junger Investor, der zum Zeitpunkt der vorherigen Finanzkrise gerade erst volljährig gewesen ist, habe ich sogar den ersten Crash erlebt.

Wie auch immer: Das veranlasst mich jetzt, noch einmal mein persönliches Resümee zum vergangenen Jahr zu ziehen. Hier sind drei Dinge, die ich aus 2020 mitnehme. Und die möglicherweise auch für dich relevant sein könnten.

Unverhofft kommt oft!

Das Jahr 2020 ist ein wirklich besonderes gewesen, das mir gezeigt hat: Unverhofft kommt oft. Zum Jahresanfang ist der DAX noch auf Rekordjagd gewesen, obwohl das Coronavirus schon bekannt gewesen ist. Die Marktteilnehmer haben das weitgehend ausgeblendet.

Dann, plötzlich: der Rekordcrash. In Windeseile ging es stark bergab. Die Volatilität ist bemerkenswert gewesen, wobei es lediglich Wochen gedauert hat, bis DAX und Co. ihren Tiefpunkt erreicht haben. Einen Tiefpunkt, den man als Investor idealerweise für einen Einstieg hätte nutzen sollen.

Auch hier hat sich nämlich gezeigt: Unverhofft kommt doppelt oft. Nach dem Crash ist vor der Rallye gewesen. Zum Jahresende notierten DAX und Co. ein zweites Mal auf einem neuen Rekordhoch. Eine Dynamik, mit der wohl nur die wenigsten Investoren zu Anfang gerechnet haben. Das wiederum zeigt: Foolishe Investoren sollten stets eine Chance ergreifen, wenn sie sich ergibt. Manchmal sind sie bloß kurzweiliger Natur.

Stark volatiler Handel!

Bleiben wir möglicherweise ein weiteres Mal bei der Volatilität. Wir haben in diesem Jahr ein Rekordmaß an einem dynamischen Handel erlebt. Sowohl die Korrektur als auch die Rallye dauerten bloß Wochen und Monate. Das könnte dafür sprechen, dass auch zukünftige extreme Handelsphasen eher kurzlebiger Natur sind.

Hohe Volumina sind inzwischen in ETFs und Passivfonds gebunden. Zudem existieren künstliche Konstrukte, Optionen, Derivate und dergleichen, die ebenfalls den Handel beschleunigen können. Die Volatilität könnte daher potenziell extremer werden.

Das, was ich zukünftig mehr beobachten möchte, ist, ob sich die Häufigkeit der Crashs und Korrekturen mehrt. Möglicherweise führt ein insgesamt dynamischerer, volatilerer Handel in Extremzeiten auch zu mehr solcher Phasen.

Starke Wachstumsgeschichten trotzen Trend

Zu guter Letzt nehme ich aus dem Jahre 2020 mit, dass Wachstumsaktien aufgrund ihrer hohen Bewertungen zwar ebenfalls stark korrigieren können. Allerdings: Operativ läuft das Wachstum weiter. Das spricht in der Regel für einen schnelleren und möglicherweise stärkeren Turnaround.

Das haben wir zuletzt bei Aktien aus Segmenten wie dem E-Commerce, digitalen Finanzdienstleistungen, sozialen Netzwerken und der Digitalisierung erkennen können. Ja, viele dieser Aktien notieren inzwischen sogar bedeutend höher als vor dem Corona-Crash.

Wer in Krisenzeiten auf solche Aktien setzt, kann überproportional von trendstarken Wachstumsgeschichten profitieren. Das ist jedenfalls ein weiteres Fazit, das mich das Jahr 2020 gelehrt hat.

Börsenjahr 2020: Ein wertvoller Lehrmeister!

Keine Frage: Das Jahr 2020 ist eine Herausforderung gewesen. Allerdings auch ein Meisterstück, wenn es darum geht, wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, wie sich die Märkte künftig entwickeln könnten. Und wo langfristig die größten Erfolge lauern.

Foolishe Investoren wissen dabei: Möglicherweise werden die Börsen volatiler. Möglicherweise wird es mehr Korrekturen oder Crashs geben. Allerdings bleibt die Börse eine attraktive Möglichkeit, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Daran wird sich vermutlich nichts verändern.

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