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3 Anzeichen für ein schlechtes Aktien-Investment

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Vorsicht, Gefahr
Vorsicht, Gefahr

Wer in Einzelwerte investiert, kann sehr viel falsch machen. Besonders, wenn wir neu an die Börse kommen, können wir sehr schnell viel Geld verlieren, wenn wir keiner Strategie folgen oder nicht wissen, was wir tun.

Ein guter Rat lautet deshalb, die eigene Strategie zunächst nur in einem Musterdepot zu verfolgen, bis alle Fragen geklärt sind und sie verinnerlicht ist. Angenommen, du möchtest einer Value-Investing-Strategie folgen, wie es Warren Buffett tut. Dann sollten die folgenden Merkmale ein rotes Tuch sein.

1) Eine hohe Verschuldung

Gerade in der aktuellen Viruskrise erkennen wir sehr deutlich, welche Unternehmen sie bisher gut überstanden haben und welche von ihnen Insolvenz anmelden oder staatliche Hilfe in Anspruch nehmen mussten. Natürlich gerieten viele Firmen unverschuldet in Schwierigkeiten, aber dennoch halten jene mit einer geringen Verschuldung meistens länger durch.

So wies beispielsweise TUI (WKN: TUAG00) schon vor der Krise eine geringe Eigenkapitalquote von nur 21,2 % auf. Fielmann (WKN: 577220) hingegen besaß eine Eigenkapitalquote von fast 53 %. Der Optiker war also sehr viel besser vorbereitet.

Darüber hinaus könntest du den Kassenbestand mit den langfristigen Verbindlichkeiten vergleichen, um festzustellen, wie hoch eine Firma verschuldet ist. Wenn das Verhältnis langfristige Schulden zu Kassenbestand zu hoch ausfällt, sollten wir die Aktie besser meiden.

2) Geringe oder negative freie Cashflows

Im Cashflow-Statement eines Unternehmens kannst du den operativen Cashflow ablesen. Weiter unten sind die Sachinvestitionen angegeben. Wenn du diese vom operativen Cashflow abziehst, kannst du den freien Cashflow ermitteln. Bei Fielmann fiel er nur in einem der letzten zehn Jahre negativ aus. Zudem fiel er so hoch aus, dass er beispielsweise im Jahr 2019 fast die kompletten langfristigen Bankschulden abdeckte.

Bei TUI war der freie Cashflow zwar ebenfalls fast immer positiv, aber im Verhältnis zu den langfristigen Schulden fiel er meist verschwindend gering aus. Wir können darüber hinaus den freien Cashflow mit dem Umsatz ins Verhältnis setzen, um die freie Cashflow-Marge zu ermitteln. Je höher sie ausfällt, umso besser. 5 % sollten die Untergrenze darstellen.

Bei Fielmann betrug sie 2019 über 13 %, bei TUI nur magere 0,7 %.

3) Geringe und stark schwankende Kapitalrenditen

Wenn du Unternehmen mit einer hohen Investmentqualität suchst, musst du auf eine hohe Eigenkapital- und Gesamtkapitalrendite achten. Hier sind 10 % beziehungsweise 5 % eine gute Richtgröße.

Die Kapitalrenditen drücken aus, wie viel Gewinn das Unternehmen auf sein eingesetztes Vermögen erzielt. Daran ist ablesbar, wie schwer oder einfach es ihm fällt, Geld zu verdienen. Wir sollten immer beide Kennzahlen über einen längeren Zeitraum analysieren, sodass uns das Unternehmen nicht täuschen kann.

Zudem ist es sehr hilfreich, das Geschäftsmodell im Hinterkopf zu behalten. Handelt es sich beispielsweise um einen Rohstoffkonzern, könnten die hohen Renditen nur vorübergehender Natur sein.

Bei Fielmann betrug die Eigenkapitalrendite zuletzt 14,7 % und die Gesamtkapitalrendite 11,0 %. Zudem wissen wir, dass Brillen sehr regelmäßig gekauft werden. Für TUI lagen diese Kennzahlen für das letzte Geschäftsjahr bei 12,1 % beziehungsweise nur 2,6 %. Aufgrund der hohen Verschuldung fällt die Eigenkapitalrendite relativ hoch aus, aber die Gesamtkapitalrendite deckt die geringe Profitabilität auf.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020