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3 Aktien, die im Moment absurd billig sind

Jason Hawthorne, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
Hamborner Reit Vonovia
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Das U.S. Census Bureau und das U.S. Department of Housing and Urban Development veröffentlichten Ende Oktober die neuesten Zahlen für den Verkauf neuer Häuser. Die Verkäufe im September waren zwar gegenüber dem August leicht rückläufig, lagen aber immer noch 32 % über dem Vorjahr. Die Vertragsunterzeichnungen stiegen im Jahresvergleich um 20,5 %. Trotz der anhaltenden Arbeitslosigkeit, die das Ausmaß der Finanzkrise von 2008 bis 2009 übersteigt, und der Pandemie war der Wohnungsmarkt den ganzen Sommer über stark. Das war vor allem den tiefen Zinssätzen zu verdanken.

Angesichts der starken Wohnungsverkäufe könnte man erwarten, dass die Aktien der US-Wohnungsbauer D.R. Horton (WKN: 884312), Lennar (WKN: 851022) und PulteGroup (WKN: 854435) nahe ihrer Höchststände liegen. Stimmt. Doch diese Aktien sind selbst zu ihren Allzeithochs absurd billig. Anleger müssen jedoch vorsichtig sein. Immobilienaktien können trügen, denn sie werden in guten Zeiten zu extrem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen gehandelt. In schlechten Zeiten stehen sie hingegen oft sehr hoch.

Ein besseres Instrument zur Analyse der Bewertung von Eigenheimbauern ist das Verhältnis von Unternehmenswert (EV) zu EBITDA, die Marktkapitalisierung des Unternehmens plus Schulden dividiert durch den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation. Dieses Verhältnis ermöglicht es uns, den Wert eines Unternehmens mit seinen Cash-Einnahmen zu vergleichen, ohne die oft verwirrende Summe der unbaren Ausgaben. Schauen wir uns diese drei absurd billigen Aktien einmal genauer an.

1. D.R. Horton

D.R. Horton ist gemessen an der Marktkapitalisierung Amerikas größter Wohnungsbauer. Das Unternehmen hat einen Marktanteil von 17 % am US-Wohnungsverkauf. DRH verfolgt eine Strategie des konsequenten Verkaufs von Häusern, anstatt Häuser mit den höchsten Gewinnspannen zu bauen. Dieser Ansatz hat zu dem Spitznamen „Walmart der Immo-Branche“ geführt. Im letzten Quartal betrug der durchschnittliche Verkaufspreis für die Häuser des Unternehmens 296.450 USD. Diese günstigen Häuser haben D.R. Horton in der gegenwärtigen Umgebung, in der erschwingliche Häuser schwer zu finden sind, gute Dienste geleistet.

In den neun Monaten, die am 30. Juni endeten, stieg der Reingewinn auf 13,5 Milliarden USD. Das ist ein Anstieg um 11 % von 12,2 Milliarden USD im letzten Jahr. Die Zahl der verkauften Häuser stieg im Jahresvergleich um 10 % und der Auftragsbestand um 41 %. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage in nächster Zeit nicht nachlassen wird. Das EV/EBITDA-Verhältnis für verschiedene Branchen des S&P 500 reichte von 12 (Versorgungs- und Kommunikationsbranche) bis 19 (Privatkundengeschäft). Bei diesem Vergleich und in der jüngsten Geschichte des Unternehmens ist D.R. Horton billig.

Via YCharts

2. Lennar

Lennar entwickelt Mehrfamilienhäuser und schnörkellose Einfamilienhäuser und hält dabei einen Marktanteil von 17 %. Im Jahr 2019 hat sich das Unternehmen weiter auf Einstiegshäuser konzentriert. Zum Vergleich mit D.R. Horton: Der durchschnittliche Verkaufspreis der Einfamilienhäuser des Unternehmens betrug im Quartal zum 31. August 396.000 USD. Die Auftragseingänge stiegen im Quartal um 16 % und der Auftragsbestand um 4 %. Der Gewinn nahm im gleichen Zeitraum 2019 um 30 % zu.

Lennar ist in schnell wachsenden Regionen gut positioniert, mit 29 % seines Umsatzes in Florida und 16 % in Texas, dem fünft- bzw. siebtstärksten Bundesstaat. Die Unternehmensleitung hat darauf gedrängt, die Menge des Bestandes zu reduzieren, vielleicht aus Angst vor einer Verlangsamung. Ähnlich wie D.R. Horton befindet sich auch Lennar in der Nähe des Tiefststandes des EV-EBITDA-Verhältnisses in den letzten zehn Jahren.

Via YCharts

3. PulteGroup

Pultes Hausverkäufe sind gleichmäßiger verteilt: 29 % sind Erstkäufer, 45 % Umzugshäuser und 26 % Gemeinden für aktive Senioren. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, einen Marktanteil von 8,5 % zu besetzen. Die von Kunden entworfenen Häuser sind teurer, was sich in einem durchschnittlichen Hauspreis von 438.000 USD im letzten Quartal widerspiegelt. Im Quartal, das am 30. September endete, stiegen der Netto-Auftragseingang um 36 % und der Auftragsbestand um 29 %.

Die ältesten Mitglieder der Generation X werden bald 55 Jahre alt. Und Häuser werden in Büros, Fitnessstudios und Mehrgenerationen-Pflegeeinrichtungen umgewandelt. Deswegen sind Pultes Built-to-Order-Angebote recht gut für eine sich ändernde Welt aufgestellt. Und wie die oben abgehandelten Konkurrenten im Wohnungsbau wird die Aktie mit einem EV/EBITDA-Verhältnis gehandelt, das weit unter dem Marktniveau und nahe dem Tiefststand seit zehn Jahren liegt.

Via YCharts

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Jason Hawthorne besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 7.11.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020