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3 Aktien zum Kauf mit einer Dividendenrendite von mehr als 6 %

James Brumley

Rekordtiefe Zinssätze sind zwar ein Segen für Kreditnehmer und alle, die zuvor gewährte Kredite refinanzieren wollen, aber nicht jeder freut sich über billiges Geld. Anleger, die mehr Dividendenaktien in ihr Portfolio aufnehmen wollen, empfinden die Dividendenrenditen im Moment als etwas enttäuschend, was das breite Umfeld widerspiegelt.

Aber nicht bei jedem Dividendenzahler ist die Rendite in den Boden gedrückt worden. Eine Handvoll Unternehmen bieten im Vergleich zum aktuellen Kurs ihrer Aktien immer noch hohe Ausschüttungen und es stellt kein großes Risiko dar, sich an dieser immer noch soliden Dividendenausschüttung zu beteiligen. Hier ist eine Übersicht über drei der besten Aktien dieser Art.

1. Trotz Herausforderungen bleibt AT&T eine Cash Cow
Dividendenrendite: 7 %

Der Telekommunikationsriese AT&T (WKN: A0HL9Z) hat schon bessere Tage gesehen. Im Rückblick war die Entscheidung von 2015, DirecTV zu erwerben, wahrscheinlich ein Fehler, da sich herausstellte, dass dies der Punkt war, an dem die Bewegung weg vom Kabelfernsehen ernsthaft in Gang kam. Der Abschluss des Kaufs von Warner Media trug nur zu einer Schuldenlast von inzwischen 147 Mrd. US-Dollar bei, die das Unternehmen jedes Quartal 2 Mrd. US-Dollar an Zinszahlungen kostet. Der Start des Streaming-Dienstes HBO Max in dieser Woche könnte dazu beitragen, die Übernahme von Warner zu rechtfertigen und die Abonnenten irgendwie dazu zu ermutigen, bei mindestens einem der Kabeldienste von AT&T zu bleiben, aber die Hürde ist in der Tat hoch.

All diese Risiken könnten sich bereits im Wert des aktuellen Aktienkurses von AT&T widerspiegeln – und einige andere. Das Unternehmen ist nach wie vor eine Gelddruckmaschine, die im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von fast 28 Mrd. US-Dollar erzielte, was einem Anstieg von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Rechnet man die ungewöhnlichen einmaligen Ausgaben heraus, verdient AT&T regelmäßig mehr, als es in Form von Dividenden wieder ausspuckt.

Der Ausverkauf von 30 % zwischen Februar und März zeigt, dass die Investoren glauben, dass das Coronavirus schwerwiegende Auswirkungen auf den Gewinn des Unternehmens haben wird. Tatsache ist jedoch, dass sich am Kerngeschäft von AT&T, dem Mobilfunk, wenig geändert hat. Das Einzige, was sich wirklich geändert hat, ist die Aktienrendite, die durch den steilen Ausverkauf, der noch nicht richtig abgewickelt ist, auf fast 7 % gestiegen ist.

2. International Paper wurde mit dem Bade ausgeschüttet
Dividendenrendite: 6,3 %

International Paper (WKN: 851413) ist einer von vielen Namen aus dem Bereich Papier und Wellpappe, die Ende Februar und Anfang März dank des COVID-19-Ausbruchs einen Ausverkauf durchliefen, noch bevor die Anleger die Möglichkeit hatten, sich zu fragen, warum sie gerade diese Unternehmen verkauften.

Ja, International Paper beliefert mehrere verbraucherorientierte Unternehmen mit Verpackungs- und Kartonlösungen und das Coronavirus hat die Konsumbereitschaft der Verbraucher beeinträchtigt. Auf der anderen Seite hat das Virus aber die Nachfrage nach Pappkartons und Lebensmitteltüten aus Papier wieder angekurbelt, sodass Millionen von Menschen plötzlich mehr von zu Hause aus online einkaufen, zusätzlich zu den Einkäufen in Lebensmittelgeschäften. Der operative Cashflow von International Paper brach im letzten Quartal im Jahresvergleich lediglich von 733 auf 649 Mio. US-Dollar ein. Der Betriebsgewinn fiel von 600 auf 512 Mio. US-Dollar. Das ist angesichts des allgemeinen Abschwungs nicht schlecht.

Die Aktien haben sich von ihrem Rückschlag teilweise erholt. International Paper ist seit seinem Tiefstand vom 23. März um 30 % gestiegen. Das sind aber immer noch mehr als 20 % unter dem Höchststand vom Februar und fast 30 % tiefer als der Höchststand vom Dezember, obwohl das Unternehmen beginnt, sich an die neue Normalität anzupassen. Endergebnis? Eine verlässliche Dividende, die sich derzeit in einer Rendite von 6,3 % niederschlägt.

Übrigens hat International Paper seine Dividende in jedem der letzten neun Jahre erhöht.

3. W.P. Carey ist inkonsequent, aber es lohnt sich
Dividendenrendite: 6,8 %

Als Letztes kannst du noch W.P. Carey (WKN: A1J5SB) in die Liste der Dividendenaktien aufnehmen, die eine überdurchschnittliche Rendite aufweisen.

Es handelt sich nicht gerade um einen bekannten Namen, obwohl die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass du oder jemand in deinem Haushalt sein „Produkt“ regelmäßig verwendet. W.P. Carey besitzt ein riesiges Portfolio von Mietimmobilien, das Industrien vom Self-Storage-Markt über Hotels und Schulen bis hin zu Industrieanlagen bedient. Kein Mieter trägt mehr als 3,5 % seiner regelmäßig eingenommenen Miete bei und ein Drittel seiner Immobilien befinden sich in ganz Europa. In dem Maße, wie Vielfalt dem Real Estate Investment Trusts (REITs) in einer Welt nach dem Coronavirus helfen wird, hat W.P. Carey davon reichlich.

Es ist sicherlich immer noch eine beängstigende Idee. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher waren nicht scheu, im April keine Mietzahlungen zu leisten, und der Mai war ein noch härterer Monat für Vermieter. Wie viele andere Immobilieninvestmentgesellschaften zahlten die Aktien von W.P. Carey angesichts des Unbekannten den Preis und fielen von einem Hoch bei 89 US-Dollar Mitte Februar auf ein Tief von 42 US-Dollar Ende März.

Die Dinge bewegen sich jedoch langsam wieder in Richtung Normalität und alle Zahlungen, die Careys Mieter bis zu diesem Zeitpunkt ausgelassen haben, sollten in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden. Vielleicht sind die Bedingungen und Arten von Mietverträgen, die W.P. Carey verlängert, überzeugender. Seine gesunde Mischung aus Firmen- und institutionellen Kunden wird ihre Mietzahlungen nicht nur vor den Verbrauchern wieder aufnehmen, das Unternehmen ging mit einer Vermietungsstand von 98,8 % in den COVID-19-Ausbruch. Nahezu zwei Drittel seiner vertraglich vereinbarten Mietpreise werden auch an die Inflationsrate angepasst, was bedeutet, dass der REIT bereits jetzt für jede Art von wirtschaftlichem Hintergrund positioniert ist. Es ist ein Arrangement, das die Voraussetzungen für gelegentlich inkonsistente Mieterhöhungen schafft, die man gerne durchsetzen würde. Aber zwischen der aktuellen Rendite von W.P. Carey von 6,8 % und der Qualität der Mieterbasis des REITs lohnt sich eine kleine Inkonsistenz der Quartalsergebnisse.

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James Brumley besitzt Aktien von AT&T. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von James Brumley auf Englisch verfasst und wurde am 28.05.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2020