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Dieser 23-jährige Azubi schafft es, jeden Monat 600 Euro in Aktien zu investieren — um mit 40 nicht mehr arbeiten zu müssen

·Lesedauer: 4 Min.
Marius Müller ist 23 Jahre alt und will mit 40 nicht mehr auf Arbeit angewiesen sein.
Marius Müller ist 23 Jahre alt und will mit 40 nicht mehr auf Arbeit angewiesen sein.

Marius Müller hat schon viel gesehen: Der 23-Jährige diente zwei Jahre in der Marine. Er war über sechs Monate mit der Flotte in Auslandseinsätzen im Schwarzen Meer und dem Mittelmeer unterwegs, lernte fremde Länder und andere Sitten kennen und verdiente nebenbei noch „ganz gut“ Geld, wie er selber sagt.

Mit 20.000 Euro ist er nach dem Einsatz nach Hause gekommen, doch glücklich machten ihn die zwei Jahre nicht – Marius trat aus der Armee aus, um „wieder mehr Freizeit“ zu haben. „In der Bundeswehr fing ich an nachzudenken, ob das Geld mir eigentlich wert ist, so viel Freizeit in meinem Leben zu verschwenden“, sagt Marius im Gespräch zu Business Insider. Er wollte wissen, „ob es nicht anders geht“.

Im Elternhaus in Nordhessen angekommen, überlegt er sich, was er mit dem Geld machen soll. Am Anfang hat er, wie er sagt, den „typischen Fehler“ gemacht und investierte über einen Finanzberater. „Mit der Zeit habe ich gesehen, wie viel mich diese abgeschlossenen Fonds pro Jahr kosten“, sagt Marius. Er beschließt, seine Finanzen „selbst in die Hand zu nehmen.“

„Ein bis zweimal im Monat kann man essen gehen, aber mehr auch nicht.“

Marius beginnt eine Ausbildung als Industriekaufmann. Damit verdient er aktuell 840 Euro pro Monat. Zusätzlich arbeitet er nebenbei als Taxi-Fahrer. Das Gehalt ist hier variabel und schwankt um die Mini-Job-Basis. Darüber hinaus ist der Ex-Soldat Posaunenchorleiter, hier verdient er 170 Euro monatlich. Insgesamt kommt Marius so auf ein regelmäßiges Einkommen von rund 1300 Euro pro Monat.

Da er bei seinen Eltern lebt, muss er keine Miete zahlen. Seine monatlichen fixen Ausgaben betragen nur 400 Euro. Dazu zählt unter anderem die Gebühr für sein Fitnessstudio, alles rund um sein Auto, Versicherungen, Lebensmittel und Dinge, die er zum Leben braucht. Durch sein regelmäßiges Training - er geht sechs Mal pro Woche ins Fitnessstudio - hat er einen vorgeplanten Essensablauf mit geringen monatlichen Kosten. Von Restaurants ist Marius kein großer Fan: „Ein bis zweimal im Monat kann man essen gehen, aber mehr auch nicht.“

Bleiben also noch 900 Euro vom Gehalt übrig. Davon legt er jeden Monat 100 Euro für den Urlaub zu Seite, denn das sei ihm „besonders wichtig“: „Ich habe 24 Länder gesehen und jedes Jahr verreise ich drei bis viermal.“

„Erst wenn ich 600 Euro investiert habe, denke ich über Konsum nach“

Von den restlichen 800 Euro legt Marius jeden Monat 600 Euro in ETFs an, also aktienbasierte Fonds. Dabei verfolgt er eine sehr klassische Strategie: 70 Prozent in einen MSCI World, den ETF, welcher 1600 Unternehmen aus den 23 führenden Industrienationen abbildet. 20 Prozent in den MSCI Emerging Markets, der in Schwellenländer investiert und 10 Prozent in den MSCI World Small Caps, der in kleinere Unternehmen investiert. Insgesamt kommt Marius somit auf fast 8000 Aktien-Positionen und hat aktuell schon insgesamt 50.000 Euro angespart. Das ist ein großer Teil seines Geldes, Marius selbst sagt: „90 Prozent meines Gesamtvermögens liegen in ETFs.“

Dass er fast die Hälfte seines monatlichen Einkommens in Aktien investiert, findet er nicht zu viel, er habe „kein Gefühl“, dass er auf Dinge verzichten müsse, um seine Sparsumme zu erreichen. Eher das Gegenteil: „Ich bin auf dem Trip, dass ich sage: 600 sind mir zu wenig, ich will mehr anlegen. Erst wenn ich 600 Euro investiert habe, denke ich über Konsum nach.“

Weil es ihm so viel Spaß macht, über das Thema Geldanlage zu sprechen, hat Marius vor einigen Monaten beschlossen, aus seinem Hobby eine kleine Nebentätigkeit aufzubauen und berät Menschen, wie sie ihre Finanzen besser managen können. Auf seinem Instagram-Account invest.mensch veröffentlicht er regelmäßig Beiträge zum Thema Finanzen und Investieren. Für Marius ist das Thema Geldanlage mehr als nur ein Hobby und eine Möglichkeit sein Vermögen aufzubauen. Es ist zu seinem Lifestyle geworden.

Mit dem Investieren in ETFs konnten sich seine Schwestern den Führerschein selber bezahlen

Das wissen auch seine Eltern, die er schon mit dem Aktien-Fieber angesteckt hat, wie er erzählt: „Ich habe meinen Eltern gezeigt, wie man in ETFs investiert und die machen das jetzt auch. Sie sind jetzt viel aufgeschlossener, wenn es um das Thema Börse geht.“

Doch bei den Eltern bleibt es nicht, auch seine zwei jüngeren Zwillings-Schwestern hat Marius in die Welt der Aktien eingeführt. Beiden hat er, als die Schwestern 16 Jahre alt waren, gezeigt, wie man langfristig und breit gestreut an der Börse investiert. „Was mich besonders glücklich macht: Mit dem Investieren in ETFs konnten sich beide damit den Führerschein selber bezahlen“, sagt Marius stolz. „Dass sie so früh verstanden haben, dass man mit Geld Geld verdienen kann, freut mich sehr. Dann weiß ich schon jetzt, dass sie später ein viel entspannteres Leben haben werden.“

Er selbst, verfolgt auch den Traum eines sorgenfreien Lebens: „Mit 40 Jahren will ich so viel Geld haben, dass ich theoretisch in Rente gehen könnte. Die Freiheit zu haben, nicht mehr auf das Gehalt vom Arbeitgeber angewiesen zu sein, das ist mein finanzielles Ziel.“

Wenn ihr mir auch erzählen möchtet, was ihr beruflich macht, wie viel ihr verdient und wie ihr investiert, schreibt mir an leo.ginsburg@businessinsider.de.

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