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2021 Waffen im Wert von 600 Milliarden Dollar verkauft: Das sind die 100 wichtigsten Rüstungsfirmen der Welt

Trotz der Pandemie stiegen die Rüstungsverkäufe im Jahr 2021 um 1,9 Prozent. - Copyright: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg
Trotz der Pandemie stiegen die Rüstungsverkäufe im Jahr 2021 um 1,9 Prozent. - Copyright: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg

Trotz der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Lieferengpässe und -verzögerungen erreichten die weltweiten Rüstungsverkäufe im Jahr 2021 einen neuen Rekordwert. Das geht aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor.

Demnach legte die Rüstungsbranche im vergangenen Jahr um währungsbereinigte 1,9 Prozent zu und erzielte Gewinne in Höhe von insgesamt 592 Milliarden Dollar (rund 570 Milliarden Euro). Dieser Wert ist der höchste, den die Friedensforscher seit dem Aufbau der Datenbank vor rund 20 Jahren verzeichneten. Berücksichtigt wurde bei der Analyse jeglicher Verkauf von "schweren Waffen und militärischen Dienstleistungen an militärische Abnehmer im In- und Ausland", berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

US-Konzerne dominieren weiterhin

Von den 100 weltweit führenden Rüstungskonzernen stammen 40 aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Somit kommen die USA auf einen Anteil von insgesamt 51 Prozent aller Rüstungsverkäufe und dominieren eindeutig den Markt – und das, obwohl einzig die US-Konzerne im Jahr 2021 Einbußen hatten.

Im Vergleich zum Vorjahr erlebten US-Geschäfte im Bereich Rüstung inflationsbedingt einen Rückgang um 0,9 Prozent auf 299 Milliarden Dollar (etwa 284 Milliarden Euro), wie Sipri analysierte. Dennoch bleiben die US-Unternehmen Lockheed Martin, Raytheon, Boeing, Northrop Grumman und General Dynamics wie auch schon 2020 weiterhin die fünf umsatzstärksten Waffenkonzerne der Welt.

Die Volksrepublik China landete mit einem Anteil von 18 Prozent am weltweiten Rüstungsverkauf auf dem zweiten Platz. Mit weitem Abstand folgten Großbritannien (6,8 Prozent) und Frankreich (4,9 Prozent). Deutschland verkaufte mit seinen vier gelisteten Konzernen Rheinmetall, ThyssenKrupp, Hensoldt und Diehl Waffen im Wert von insgesamt 9,3 Milliarden Dollar (rund 8,8 Milliarden Euro) und kam somit auf einen Anteil von 1,6 Prozent am Weltmarkt.

Folgen der Pandemie dämpften das Wachstum

Sipri-Expertin Lucie Béraud-Sudreau vermutet, dass das Wachstum der Waffenverkäufe ohne die anhaltenden Lieferkettenprobleme noch höher ausgefallen wäre. Denn obwohl die Branche erneut Zuwachs verzeichnete, lag er unter dem durchschnittlichen Anstieg vor der Corona-Pandemie. Neben pandemiebedingter Störungen trug auch der Arbeitskräftemangel, wie ihn beispielsweise der Flugzeugbauer Airbus beklagte, zu dieser Entwicklung bei.

Ukraine-Krieg sorgt für weitere Herausforderungen

Seit dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine erlebt die Nachfrage nach Waffen und Rüstungen einen Zuwachs. Aber wie sich der Krieg genau auf die globalen Zahlen auswirken wird, dürfte sich erst im nächsten Jahr zeigen.

Dennoch schrieben die Friedensforscher bereits: "Russlands Invasion in die Ukraine im Februar 2022 hat die Lieferkettenherausforderungen für Rüstungsunternehmen erhöht, nicht zuletzt, weil Russland ein Großlieferant von Rohmaterial für die Waffenproduktion ist". Dazu zählen dem Sipri-Bericht zufolge Aluminium, Kupfer, Stahl und Titan.

Dies könne letztlich auch die Bemühungen in den USA und in Europa zur Stärkung des Militärs sowie der Auffüllung der Lagerbestände erschweren, nachdem man dort Munition und andere Ausrüstung im Milliardenwert in die Ukraine geschickt habe. "Wenn die Unterbrechungen der Lieferkette anhalten, könnte es für einige der größten Waffenproduzenten mehrere Jahre dauern, die durch den Ukraine-Krieg geschaffene neue Nachfrage abzudecken", erklärte Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva.

Mit Material der dpa/stm