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„2021 werden wir das Flottenziel erreichen“ – beim Klimagas CO2 setzt VW-Chef Diess mit klaren Ansagen Seat und Škoda unter Druck

Henning Krogh
·Lesedauer: 3 Min.
Ohne CO2-Emissionen im Fahrbetrieb: der Cupra el-Born, erster reiner Stromer der spanischen VW-Tochter. Foto: Seat
Ohne CO2-Emissionen im Fahrbetrieb: der Cupra el-Born, erster reiner Stromer der spanischen VW-Tochter. Foto: Seat

Herbert Diess ist ein Mann klarer Worte. „Wir kommen auf dem Weg zum CO2-neutralen Unternehmen gut voran“, sagte der Lenker des VW-Konzerns im Rückblick auf das Geschäftsjahr 2020. „Die CO2-Emissionen unserer Neuwagenflotte in der EU haben wir deutlich gesenkt.“ Ausdrücklich lobte der Chef des Wolfsburger Zwölfmarkenunternehmens dabei zwei Volumenlabel: „Vor allem die Marken Volkswagen und Audi haben mit ihrer E-Offensive einen großen Beitrag dazu geleistet.“

Dennoch hat es auf Konzernebene nicht ganz gereicht. Zwar konnte der VW-Konzern 2020 die CO2-Emissionen seiner Pkw-Neuwagenflotte in der EU gegenüber 2019 um rund 20 Prozent auf 99,8 g/km reduzieren. Trotz eines mit anderen Herstellern gebildeten CO2-Pools aber mussten die Wolfsburger eine „knappe Verfehlung von rund 0,5 g/km“ melden. Und das, obwohl die besonders PS-, verbrauchs- und damit emissionsstarken VW-Marken Bentley und Lamborghini einzeln bewertet und nicht in der CO2-Gesamtbilanz berücksichtigt wurden.

Wer also hat Letztere dem Konzern verhagelt?

Um das zu ergründen, muss man bei VW zwischen den Zeilen lesen. Und die versteckten Andeutungen des Herbert Diess dechiffrieren. „Nun kommen neben Volkswagen Pkw und Audi auch Cupra (eine Submarke von Seat; Anm. d. Red.) und Škoda mit weiteren attraktiven E-Modellen“, hat der VW-Chef angekündigt. „Damit werden wir in diesem Jahr das Flottenziel erreichen.“

Business Insider wollte es genau wissen. Warum haben Seat und Škoda – neben VW und Audi zwei weitere besonders stückzahlträchtige Pkw-Marken des VW-Konzerns – im vergangenen Jahr die CO2-Ziele nicht erreicht? Und wie planen sie im laufenden Jahr den Turnaround denn nun konkret zu bewerkstelligen?

Aufschlussreiche Antworten lieferte die tschechische VW-Tochter Škoda: „Die für das Vorjahr festgelegten CO2-Emissionsziele haben wir verfehlt. Die nicht zu erwartenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die Einführung unserer Elektrofahrzeuge in einigen Märkten verzögert. Zugleich mussten wir mit einem Batteriemangel auf dem Markt kämpfen und konnten deshalb keine zusätzlichen Einheiten unseres erfolgreichen Modells Citigo-e iV an Kunden ausliefern“, räumte ein Sprecher ein. „In der Folge kam es zu einer Veränderung der von uns für 2020 ursprünglich vorgesehenen CO2-Bilanz“.

Zugleich betonte der 1895 als Fahrradbauer gegründete Traditionshersteller in seinen Statements für Business Insider: „Škoda engagiert sich umfassend für Nachhaltigkeit und steckt sich daher ehrgeizige Ziele. Wir werden auch künftig die Effizienz unserer Verbrennungsmotoren optimieren und die Entwicklung von Fahrzeugen mit elektrifiziertem Antriebsstrang sowie von rein batterieelektrischen Modellen vorantreiben. Wir sind zuversichtlich, die anspruchsvollen CO2-Ziele für 2021 zu erreichen.“

Auch bei Seat redete auf Anfrage von Business Insider niemand um den heißen Brei herum: „Im Jahr 2020 hat Seat das durchschnittliche CO2-Emissionsziel seiner Flotte überschritten“, stellte eine Sprecherin unumwunden fest. Doch sei es für 2021 „das Ziel des Unternehmens, die durch die europäische Gesetzgebung festgelegten Ziele zu erreichen“.

Wie das dem spanischen Unternehmen gelingen soll? Zum einen „mit einer höheren Verkaufsquote seiner Plug-in-Hybrid-Elektromodelle, die Ende 2020 und Anfang 2021 eingeführt wurden“, so die Markensprecherin. Damit sind die Kompaktwagen Seat Leon und Cupra Leon gemeint, technische Verwandte des VW Golf, sowie der Seat Tarraco und der Cupra Formentor. Zum anderen, heißt es bei Seat, werde beim Erfüllen der CO2-Flottenziele die Markteinführung des Cupra el-Born helfen.

Wem das spanisch vorkommt: Lokale Emissionen sind beim Cupra el-Born gar kein Thema mehr – das kommende SUV-Modell der sportiven Seat-Submarke fährt rein elektrisch.