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200.000 Anmeldungen an einem Wochenende: Der Coffee-Circle-Gründer baut ein Portal für Impftermine

·Lesedauer: 3 Min.
Martin Elwert hat 2010 Coffee Circle gegründet. Das Startup röstet Kaffee selbst und verkauft ihn dann online.
Martin Elwert hat 2010 Coffee Circle gegründet. Das Startup röstet Kaffee selbst und verkauft ihn dann online.

Mehr als 200.000 Menschen haben sich über das Wochenende bei der Impfplattform von Martin Elwert registriert. Am Freitagnachmittag hat der Gründer des Berliner Kaffee-Startups Coffee Circle mit befreundeten Unternehmern den Start von Sofort-impfen.de bekanntgegeben. Nutzer melden sich mit ihrer Postleitzahl und E-Mail-Adresse an und werden über das Portal benachrichtigt, sobald ein Arzt in ihrer Nähe freie Termine für Corona-Impfungen hat. Die Buchung läuft dann ebenfalls über Sofort-impfen.de. Das Projekt bekam in den sozialen Netzwerken viel Aufmerksamkeit, auch, weil Szeneköpfe wie Lea-Sophie Cramer die Aktion teilten.

Elwert und seine Mitstreiter haben Sofort-impfen.de in zweieinhalb Wochen aufgezogen, wie er im Gespräch mit Gründerszene erzählt. Die initiale Idee sei von Johannes Gerster gekommen, mit dem er eng befreundet sei. Der Münchner gründet gerade selbst ein Kosmetik-Startup, vorher leitete er das Deutschlandgeschäft der Influencer-Agentur Territory Influence. Dritter im Gründerteam ist der Berater Oliver Mayer, der als CTO das Entwicklerteam anleitet.

Ende der Woche erste Probeläufe

Die drei bemängeln, dass es für Impfwillige keine zentrale Anlaufstelle gebe, um einen Termin zu suchen. Auf der anderen Seite seien die Ärzte überfordert, weil sie lange Wartelisten abtelefonieren müssten und das Telefon ohnehin ständig klingeln würde. Um Sofort-impfen.de voranzubringen, hat das Trio daher noch weitere Freunde und Kollegen ins Boot geholt: Entwickler, Anwältinnen und auch Wiebke Nadzeika, die mit ihrer Kampagne „Erst Impfen Dann Techno“ seit einem Monat Hoodies und Shirts mit diesem Spruch verkauft.

Eigentlich habe Sofort-impfen.de eine Crowdfunding-Aktion starten wollen, um etwa die Serverkosten zu decken, so Elwert. Dann habe sich das Team aber für eine Kooperation mit Nadzeika entschlossen, um die Gewinne aus ihrem Shop zu nutzen. Außerdem hat das Team eine Spendenfunktion auf der Seite integriert. Bislang sei genügend Geld zusammengekommen, um die Ausgaben begleichen zu können, sagt Elwert. Für die Unternehmer sei das Portal aber nur ein gemeinnütziges Nebenprojekt. „Idealerweise ist das Thema in einigen Monaten wieder durch.“

Aktuell sammelt Sofort-impfen.de noch Nutzer, vor allem Arztpraxen. „Das Verhältnis von Hausärzten zu Nutzern ist bei uns wie in der Realität auch“, sagt der Berliner. Genauer führt er das nicht aus. Im vergangenen Jahr betrug die Dichte in Deutschland laut Statista durchschnittlich ein Arzt pro 203 Einwohner. Um weitere Praxen anzusprechen, tausche sich das Team nun mit den Kassenärztlichen Vereinigungen aus. Die Initiativen Update Deutschland und Innovationsverbund Öffentliche Gesundheit, die vor einem Jahr gemeinsam mit der Bundesregierung am Hackathon #WirVsVirus beteiligt waren, helfen dem Impfprojekt ebenfalls.

Ziel sei es, Ende der Woche die ersten Testtermine freizugeben, damit das Portal nächste Woche Schritt für Schritt im ganzen Land ausgerollt werden kann. In Deutschland entstehen gerade mehrere solcher Suchmaschinen für Impftermine. Meist sind sie jedoch so programmiert, dass sie auf die öffentlich zugänglichen Kalender der Impfzentren zugreifen. Ein solches Portal hat etwa der 17-jährige Julian Ambrozy in den Osterferien gebaut und damit über 10.000 Nutzer in der ersten Woche erreicht.

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