Deutsche Märkte geschlossen

2 Gesundheitsaktien, die ein besseres Wachstum bieten als Tesla

Prosper Junior Bakiny
·Lesedauer: 7 Min.

Es gibt mehrere erprobte Ansätze für das Investieren in Aktien. Value-Investoren konzentrieren sich auf Unternehmen, die vom Markt unterbewertet erscheinen. Dividendenanleger suchen nach Aktien, die ihre Aktionäre mit nachhaltigen Dividendenerhöhungen belohnen. In der Zwischenzeit kaufen Wachstumsinvestoren Aktien von Unternehmen, die ihre Einnahmen oder Gewinne schneller als der Branchendurchschnitt steigern.

Einer der beliebtesten Wachstumsaktien auf dem Markt ist Tesla (WKN: A1CX3T). Das Unternehmen ist führend auf dem Gebiet der Elektrofahrzeuge: Eine Branche, die wahrscheinlich weiterhin in einem guten Tempo wachsen wird. Und die Aussichten von Tesla haben dazu beigetragen, dass seine Aktien im vergangenen Jahr einen starken Aufschwung erlebt haben. In den letzten zwölf Monaten ist die Tesla-Aktie um 755,4 % gestiegen, während der S&P 500 seit September 2019 um vergleichsweise schwache 12,5 % gestiegen ist. Tatsächlich stiegen die Tesla-Aktien so stark an, dass das Unternehmen vor Kurzem einen Aktiensplit durchführte.

Nach einer solchen Leistung argumentieren einige, dass Jahre des wahrgenommenen Erfolgs von Tesla bereits im Aktienkurs eingepreist seien. Dies mache das Unternehmen auf dem derzeitigen Niveau unattraktiv. Glücklicherweise gibt es noch andere Wachstumsaktien zu berücksichtigen. Hier sind zwei ausgezeichnete Wahlen aus der Gesundheitsbranche, die einen Platz in deinem Portfolio verdienen: Teladoc Health (WKN: A14VPK) und Veeva Systems (WKN: A1W5SA).

Ein führendes Unternehmen im Bereich der Telemedizin

Der Ausbruch von COVID-19 und die darauf folgenden „Bleiben Sie zu Hause“-Maßnahmen beschleunigten die Einführung der Telemedizin. Damit sorgten sie für den perfekten Rückenwind für Teladoc, einen der führenden Anbieter von virtuellen Pflegediensten. Im März berichtete das Unternehmen von einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach seinen Diensten. Und das auch von vielen Patienten, die noch nie zuvor Telemedizin genutzt hatten.

Die Präsenz, die Teladoc als Folge der Pandemie erlangte, hilft dem Unternehmen, neue Kunden zu gewinnen. Das Gesundheitsunternehmen verdient auf zwei Arten Geld: Erstens erhebt es Gebühren pro Besuch von Patienten, die nicht durch ihre Versicherung abgedeckt sind. Und zweitens stellt Teladoc Krankenkassen in Rechnung, die ihren Kunden Telemedizin anbieten.

Die Bequemlichkeit der telemedizinischen Dienste lässt sich nicht leugnen. Ärzte können grundlegende Konsultationen durchführen, Diagnosen stellen, Medikamente verschreiben und Überweisungen für weitere Tests vornehmen, ohne dass die Patienten ihre Wohnung verlassen müssen. Darüber hinaus können die Menschen zu jeder Stunde des Tages und an jedem Tag der Woche auf diese Dienste zugreifen.

Dank dieser Vorteile wird die steigende Nachfrage nach den Dienstleistungen von Teladoc nicht auf die gegenwärtige Pandemie beschränkt bleiben. Nach Angaben des Forschungsunternehmens Grand View Research wird diese Industrie bis 2027 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 15,1 % wachsen und bis dahin einen Wert von 155,1 Milliarden Dollar erreichen, gegenüber 41,4 Milliarden Dollar im Jahr 2019. Teladoc ist gut positioniert, um einen guten Anteil an diesem Markt zu erobern.

Teladoc hat vor Kurzem eine Fusion mit Livongo Health (WKN: A2PNLV) beschlossen. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das sich auf die Überwachungen der Körperwerte von Patienten spezialisiert hat. Das heißt, es unterstützt Patienten bei der Bewältigung ihrer chronischen Gesundheitsprobleme, insbesondere Diabetes, durch Daten und Technologie. Durch den Einsatz vernetzter Geräte, die dank ausgeklügelter Algorithmen eine Fülle von Daten aufzeichnen und analysieren, bietet Livongo Health eine auf jeden seiner Kunden zugeschnittene Betreuung und Beratung an. Dieses Unternehmen wuchs wahnsinnig schnell, bevor der Deal mit Teladoc angekündigt wurde.

Während des zweiten Quartals, das am 30. Juni endete, verzeichnete Livongo Health Einnahmen in Höhe von 91,9 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 125 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Diabetes-Segment des Unternehmens wurden 410.000 Patienten rekrutiert, 113 % mehr als im Vorjahresquartal. In den USA gibt es 34,2 Millionen Menschen mit Diabetes und 88 Millionen weitere mit Prädiabetes. Dieser Markt hat also nach wie vor Raum zum Wachstum.

Der Deal zwischen Livongo Health und Teladoc – durch eine Mischung aus Cash und Aktien im Wert von 18,5 Milliarden Dollar – dürfte bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Meines Erachtens wird die kombinierte Einheit weiterhin mit hohem Tempo wachsen. Investoren, die heute an Bord kommen, werden froh sein, dass sie es getan haben.

Die Pandemie hat Veeva Systems nicht aus der Bahn geworfen

Veeva Systems stellt Software-Tools zur Verfügung, um Effizienz und Compliance im stark regulierten Bereich der Biowissenschaften zu gewährleisten. Die Veeva-Vault-Plattform ermöglicht es Arzneimittelherstellern, den Prozess klinischer Studien zu steuern, und unterstützt sie dabei, wichtige Informationen auf einer einzigen Plattform zu organisieren und zu dokumentieren. Das Unternehmen erzielt den Großteil seiner Einnahmen, indem es den Kunden, die seine Softwarelösungen im Rahmen ihrer täglichen Arbeit nutzen, Gebühren berechnet.

Die finanziellen Ergebnisse von Veeva Systems sprechen für sich. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021, das am 20. Juli endete, verzeichnete Veeva Systems einen Umsatz von 353,7 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 33 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Einnahmen des Unternehmens im Bereich Abonnementdienste, die etwa 80 % der Gesamteinnahmen ausmachten, stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 % auf 283,5 Millionen Dollar.

Auch der Nettogewinn des Unternehmens stieg im Jahresvergleich um 18 % auf 93,6 Millionen US-Dollar. Beachte, dass Veeva Systems diese Ergebnisse trotz der Pandemie und ihrer Auswirkungen auf klinische Studien weltweit erzielt hat. Viele Arzneimittelhersteller mussten ihre Studien stoppen, um angesichts der raschen Ausbreitung von COVID-19 alle Beteiligten zu schützen. Trotz dieses Gegenwinds ist Veeva Systems zuversichtlich in Bezug auf seine langfristigen Aussichten.

Im Oktober 2019 kündigte das Unternehmen an, dass es plane, bis 2025 einen Jahresumsatz von 3 Milliarden Dollar zu erzielen. Dies steht gegenüber den 1,1 Milliarden Dollar Umsatz des letzten Jahres und würde somit eine deutliche Steigerung bedeuten. Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dieses Ziel zu erreichen, auch nachdem es mit den Auswirkungen des Ausbruchs zu kämpfen hatte. Während der Telefonkonferenz zum Ergebnis des ersten Quartals sagte der CEO von Veeva Systems, Peter Gassner:

Diese Krise hat erhebliche Störungen verursacht, aber sie hat auch die Innovation in der gesamten Branche und bei Veeva gefördert, was im Laufe der Zeit für die Biowissenschaften und für Veeva von Vorteil sein wird. Ich bin zuversichtlicher denn je in Bezug auf unsere langfristigen Chancen und unsere Fähigkeit, unser Umsatzziel von 3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 zu erreichen.

Eine der Möglichkeiten, wie das Unternehmen dieses Ziel erreichen kann, besteht darin, mehr Kunden zu gewinnen. Veeva Systems hat eine enorme Rückhalterate in seinem Abonnement-Service-Segment zu verzeichnen: In den Geschäftsjahren 2018, 2019 und 2020 lag diese bei 121, 122 bzw. 121 %. Das Unternehmen ist es demnach gewohnt, seinen Kundenstamm zu erweitern, und es wird dies wahrscheinlich auch in Zukunft tun. Außerdem bringt Veeva Systems immer wieder neue Produkte auf den Markt, um den Bedürfnissen seiner Kunden besser gerecht zu werden.

So hat das Unternehmen beispielsweise im Mai MyVeeva für klinische Studien eingeführt. Es ermöglicht Patienten und Ärzten, während des klinischen Studienprozesses aus der Ferne effizienter zusammenzuarbeiten. MyVeeva wird im vierten Quartal debütieren. Dank seiner Innovationen und seiner Fähigkeit, neue Kunden zu gewinnen, erwarte ich, dass Veeva Systems noch viele Jahre lang den Markt schlagen wird. Anleger, die nach Wachstumsunternehmen suchen, in die sie investieren wollen, können mit dieser Top-Aktie aus dem Gesundheitswesen nichts falsch machen.

The post 2 Gesundheitsaktien, die ein besseres Wachstum bieten als Tesla appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Mehr Lesen

Prosper Junior Bakiny besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Livongo Health Inc, Teladoc Health, Tesla und Veeva Systems.

Dieser Artikel wurde von Prosper Junior Bakiny auf Englisch verfasst und wurde am 17.09.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2020