Deutsche Märkte schließen in 8 Stunden 29 Minuten

2 Aktien für die 5G-Smartphone-Revolution

Harsh chauhan

Der Roll-out der drahtlosen Netzwerke der fünften Generation (5G) hat bereits weltweit begonnen und es wird nicht mehr lange dauern, bis 5G-fähige Smartphones auf den Markt kommen. Goldman Sachs schätzt, dass der Absatz von 5G-Smartphones im nächsten Jahr 120 Millionen Einheiten erreichen könnte, was einen deutlichen Anstieg gegenüber einer früheren Prognose von 50 Millionen Einheiten bedeutet.

Die Investmentbank hat ihre Prognose aufgrund des erfolgreichen 5G-Roll-outs in China angehoben, während 5G-Einsätze in den USA ebenfalls ein Treiber sein werden. Apple (WKN: 865985) und Ericsson (WKN: 850001) sind zwei Aktien, die Investoren helfen könnten, mit der kommenden 5G-Smartphone-Chance richtig Geld zu verdienen. Schauen wir doch mal, warum das so ist.

Apples 5G-iPhone könnte in China ein Hit werden

Apple hatte es in China in letzter Zeit aufgrund der dort rückläufigen Smartphone-Verkäufe nicht leicht, aber das iPhone 11 zeigt, dass der Tech-Riese noch lange nicht am Abgrund steht. Reuters berichtet, dass die Vorbestellungen für das iPhone 11 auf der chinesischen E-Commerce-Plattform JD.com um 480 % gegenüber dem iPhone XR im letzten Jahr gestiegen sind.

Alibabas E-Commerce-Plattform hat ebenfalls einen Anstieg der iPhone 11-Verkäufe um 335 % im Vergleich zu den Geräten des Vorjahres gemeldet. Überprüfungen der Lieferkette durch Analysten und Investmentbanken zeigen auch, dass das Gerät in China und anderen Teilen Asiens stark gefragt ist.

Es sieht so aus, als hätte die Entscheidung von Apple, den Preis für das Einsteigermodell zu senken, in China Wunder gewirkt und die Kunden dazu gebracht, ihre älteren iPhone-Modelle endlich zu ersetzen. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Nachfrage nach dem iPhone 11 trotz des Fehlens von 5G stark ist.

Apples Konkurrenten haben die neue drahtlose Funktion bereits in einige ihrer besten Geräte integriert, aber das scheint die Popularität des iPhone 11 nicht beeinträchtigt zu haben. Der Preis von 699 US-Dollar für das Basismodell iPhone 11 hilft Apple wahrscheinlich, seine Nutzerbasis vor attraktiven Angeboten der Konkurrenz zu bewahren und die Voraussetzungen für die Einführung eines 5G-Geräts im nächsten Jahr zu schaffen.

Der renommierte Apple-Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities glaubt, dass ein 5G-iPhone bereits 2020 auf den Markt kommt. Apple hat seinen Streit mit Qualcomm bereits beigelegt und soll nach der Übernahme des Smartphone-Modem-Geschäfts von Intel an einem eigenen Modem basteln. Aber was noch wichtiger ist: Apple scheint auch noch einen Plan zu haben, ein erschwingliches 5G-Gerät auf den Markt zu bringen.

Laut Kuo könnte Apple im nächsten Jahr ein kleineres 5,4-Zoll-iPhone mit 5G auf den Markt bringen. Ein kleinerer Bildschirm könnte die Strategie von Apple sein, die Kosten zu begrenzen, sodass die Nutzer keinen hohen Aufpreis für ein 5G-Gerät zahlen müssen. So schätzt Kuo, dass alle Apple iPhones 2020 mit 5G ausgestattet sein werden und das wird ein kostengünstigeres Gerät beinhalten, das mit Android-Angeboten konkurrieren soll.

Also nicht überrascht sein, wenn Apple im nächsten Jahr einen großen Teil des chinesischen 5G-Smartphone-Marktes mit einem preiswerten Angebot besetzen kann, das die Preisgrenze für 5G-Geräte nach unten treiben könnte.

Ericsson steigt groß im chinesischen 5G-Markt ein

5G-Smartphones können ausschließlich über 5G-Netzwerke betrieben werden. Daher ist es sinnvoll, sich mit Ericsson zu beschäftigen, denn die spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau einer Hochgeschwindigkeits-Netzwerkinfrastruktur in den wichtigsten Märkten.

Eine Quelle der chinesischen Regierung hatte Anfang des Jahres verlauten lassen, dass China zwischen 2020 und 2025 zwischen 130 und 218 Mrd. US-Dollar in den Aufbau von 5G-Netzen investieren könnte. Während chinesische Unternehmen wie Huawei in der Regel bevorzugt Aufträge von den Telekommunikationsunternehmen im Inland erhalten, ist der schwedische Telekommunikationsriese Ericsson dort ebenfalls präsent.

Ericsson hat ein Drittel der 5G-Netzausrüstungsaufträge von China Mobile im Wert von angeblich 2 Mrd. US-Dollar bekommen. Noch wichtiger ist, dass der schwedische Riese Player vor Ort wie ZTE sowie den Konkurrenten Nokia ausstechen konnte, die einen viel kleineren Teil des Auftrages erhielten. China Mobile hat klargestellt, dass man weiterhin mit internationalen Anbietern zusammenarbeiten wird, um die 5G-Netze auszubauen, sodass die Chancen gut stehen, dass Ericsson weiterhin Aufträge bekommen wird.

Aber China ist nicht die einzige lohnende Region für Ericsson. Das Unternehmen wurde als Hauptauftragnehmer für den Roll-out des 5G-Netzes des japanischen Telekommunikationsanbieters KDDI auserkoren, das voraussichtlich im März 2020 in Betrieb gehen wird. Da KDDI angeblich 4 Mrd. US-Dollar in diesen Roll-out investieren wird, könnte Ericsson sich hier eine weitere Finanzspritze holen.

Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal 2019 eine Umsatzsteigerung von 7 %, während der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2019 um 11,2 % gestiegen ist. Die neuen 5G-Verträge sollten Ericsson helfen, seinen Umsatz sowohl kurz- als auch langfristig zu steigern, denn die Investitionen in das Hochgeschwindigkeitsnetz werden sich, wie wir bereits gesehen haben, auf einige Jahre verteilen.

Daher könnte es jetzt ein guter Zeitpunkt sein, sich bei Ericsson einzukaufen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 liegt deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 23 und die von Yahoo! Finance erstellten Analystenschätzungen deuten auf ein beeindruckendes Ertragswachstum in der Zukunft hin.

Wer also jetzt auf den heißen 5G-Trend springen will, sollte sich Apple und Ericsson genauer ansehen, da die beiden Aktien sich dank dieses Katalysators als Topwachstumswerte erweisen könnten.

Mehr Lesen

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und JD.com und besitzt Aktien von Intel, Nokia und Qualcomm. Harsh Chauhan besitzt keine der genannten Aktien. Dieser Artikel erschien am 2.10.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2019