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Zur 1569 gegründeten Leoni gehen manche Kreditgeber auf Distanz

Fabian Graber und Jacqueline Poh

(Bloomberg) -- Die Krise bei der Leoni AG hat nicht nur zu einer Flucht aus der Aktie des Autoteile-Herstellers geführt. Zu heiß wird sie nun auch manchem Kreditgeber des Unternehmens, das eines der ältesten in Deutschland ist.

Eine Reihe von Investoren hat ihren Anteil an einem Schuldschein im Volumen von 590 Millionen Euro mit Abschlag verkauft, wie mit dem Vorgang vertraute Personen berichten. Sie baten um Anonymität, da die Angelegenheit vertraulich ist.

Eine Gruppe von Banken, die Leoni Kreditlinien von 750 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben, beauftragte indessen die Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer, sie bei möglichen Schuldenverhandlungen mit dem Unternehmen zu beraten. Ein Sprecher von Freshfields lehnte eine Stellungnahme ab.

Im März werden bei Leoni Schuldscheine im Volumen von 170 Millionen Euro zur Rückzahlung fällig. Der Hersteller von Elektro-Komponenten für den Automobilsektor sitzt auf einem Schuldenberg von etwa 1,2 Milliarden Euro.

“Dass Investoren anscheinend bereit sind, ihre Schuldscheine mit einem Discount zu verkaufen, zeigt, dass sie wenig zuversichtlich für die weitere Entwicklung der Firma sind”, sagt Daniel Kukalj von der Quirin Privatbank. “Das kann sehr schnell zu einer Abwärtsspirale führen.” Für die in den nächsten Monaten anstehe Refinanzierung sei die Nachricht nicht förderlich.

Das Unternehmen Leoni geht auf eine Werkstatt zur Herstellung feiner Gold- und Silberdrähte zurück, die 1569 in Nürnberg gegründet wurde. Heute ist die Firma Spezialist für Kabel und Bordnetze und beschäftigt 100.000 Mitarbeiter in 32 Ländern. Angesichts der Flaute in der Autoindustrie und Problemen mit einem Werk in Mexiko ist der Leoni-Aktienkurs in diesem Jahr um 60 Prozent gefallen.

Analysten erwarten bei Leoni in diesem Jahr einen Verlust von 240 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen in den ersten neun Monaten 40 Prozent mehr Barmittel verbraucht hat als 2018, wie aus dem Finanzbericht hervorgeht. Die Liquidität belief sich Ende September auf 583 Millionen Euro.

Überschrift des Artikels im Original:German Firm Founded in 1569 Loses Creditors as Economy Stumbles

--Mit Hilfe von David Verbeek.

Kontakt Reporter: Fabian Graber in London fgraber2@bloomberg.net;Jacqueline Poh in London jpoh39@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Vivianne Rodrigues vrodrigues3@bloomberg.net, Chris Vellacott

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