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Mit 144.000.000.000 US-Dollar kann Warren Buffett mit Berkshire Hathaway nur den nächsten Mega-Coup landen

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Warren Buffett

In Sachen „Cashquote hochhalten“ kann dem Starinvestor Warren Buffett gegenwärtig niemand etwas vormachen. Bereits seit geraumer Zeit hat sich der Cashbestand bei Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) sukzessive angehäuft. Vor Ausbruch des Coronavirus hat Warren Buffett lange Zeit keine attraktiven Kaufgelegenheiten am Markt gesehen und daher lieber sein Cash bei sich behalten.

Als die Coronakrise losging und im März bei vielen Aktien Tiefststände erreicht wurden, sind viele Marktbeobachter davon ausgegangen, dass das Orakel von Omaha ordentlich am Markt zuschlägt und einige Schnäppchen macht. Wie sich später herausgestellt hat, war das Gegenteil der Fall. Der Altmeister des Value-Investing hat sich sogar von einigen Positionen getrennt und dadurch noch mehr Cash aufgebaut.

Im Moment verfügt Mr. Buffett mit Berkshire Hathaway über rund 144.000.000.000 (144 Mrd.!) US-Dollar an liquiden Mitteln. Diese Kaufscheu und Ansammlung von Barmitteln wurde zuletzt immer häufiger kritisiert.

Meiner Meinung nach Kritik, die den berühmten Investor zu Unrecht trifft. Allem Anschein nach wappnet sich Warren Buffett auf größere Verwerfungen auf den Aktienmärkten. In meinen Augen macht das durchaus Sinn. Nachfolgend möchte ich meine Gedanken dazu erläutern und auch festhalten, dass Berkshire Hathaway – trotz seiner Größe – keineswegs als langweiliges Investment gesehen werden sollte.

Mögliche Gründe, weshalb Warren Buffett Käufe scheut

Es gibt vor allem einen Grund, weshalb man Warren Buffett nicht abschreiben sollte. Das ist die Erfahrung, die dieses Börsenurgestein mit sich bringt. Er ist bereits lange genug im Business und hat einige Krisen miterlebt und vor allem überlebt. Noch besser sogar: Er hat in Krisen oftmals äußerst lukrative Deals gemacht, die ihm und seinen Aktionären atemberaubende Renditen beschert haben. Warren Buffett scheint einen Riecher für Krisensituationen zu haben. Das sollte man nicht unterschätzen, so subjektiv, wie dieses Argument auch klingen mag.

Neben seiner enormen Erfahrung, könnte man durchaus behaupten, dass Warren Buffett sicherlich einen enormen Wissensvorsprung besitzt. Schon alleine seine unzähligen Beteiligungen und Kontakte dürften ihm als Frühindikator dienen, wenn die Gezeiten sich ändern und das Wasser sich zur Ebbe zurückzieht. Aufgrund der Geschäftsentwicklungen seiner Unternehmen können sicherlich Trends festgestellt werden, die dann in Prognosen umgemünzt werden können.

Weiter ist es nicht von der Hand zu weisen, dass durch billiges Notenbankgeld etliche Unternehmen am Leben erhalten werden können, die in einem normalen Zinsumfeld bereits längst vom Markt bereinigt worden wären. Sogenannte Zombieunternehmen zombiefizieren durch ihre faulen Kredite auch zunehmend die Banken. Was passiert, wenn Banken jede Menge faule Kredite in den Büchern stehen haben, ist wohl seit der Finanzkrise weitestgehend bekannt. Vor allem Warren Buffett kennt sich im Finanzwesen hervorragend aus. Ich gehe sehr davon aus, dass beim Orakel von Omaha bereits die Alarmglocken läuten. Vor allem, wenn diese Zombieunternehmen nun durch Umsatz- und Gewinnausfälle, bedingt durch Corona, ins Straucheln kommen und ihre Kredite nicht mehr bedienen können.

144 Mrd. US-Dollar für den nächsten Mega-Coup von Berkshire Hathaway?

Wenn die Märkte wirklich fallen und es Gold regnet, wird Warren Buffett mit Berkshire Hathaway bereitstehen und den Eimer rausstellen. Ich lese oft davon, dass Berkshire Hathaway zu groß ist, um zu wachsen. Das mag natürlich stimmen, aber wenn man es schafft, 100.000.000.000 US-Dollar vom gesamten Cash inmitten einer Krise gut anzulegen, können dabei ebenfalls mächtige Renditen erwirtschaftet werden. Stellen wir eine Milchmädchenrechnung an:

  • 30 Mrd. US-Dollar, angelegt zu einer Rendite von 100 % = 60 Mrd. US- Dollar
  • 15 Mrd. US-Dollar, angelegt zu einer Rendite von 75 % = 25,25 Mrd. US-Dollar
  • 5 Mrd. US-Dollar, angelegt zu einer Rendite von 300 % = 20 Mrd. US-Dollar
  • 50 Mrd. US-Dollar, angelegt zu einer Rendite 50 % = 75 Mrd. US-Dollar

Die Werte sind rein beispielhaft gewählt und die Rendite soll die Gesamtrendite darstellen (nicht per annum). Wenn man bedenkt, dass Warren Buffett stets versucht, großartige Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen, könnten diese Renditen sogar noch konservativ geschätzt werden. Denn Warren Buffett würde sicherlich erst dann kaufen, wenn die Aktien am Boden liegen. Zumeist bietet sich dann alleine durch marktübliche, langfristige Erholungen der angeschlagenen Werte eine Renditechance von mindestens 50 %. Ganz zu schweigen von der langfristigen Rendite, wenn die Unternehmen noch eine goldene Zukunft vor sich haben.

In diesem Beispiel würden aus 100 Mrd. US-Dollar satte 180,25 Mrd. US-Dollar werden. Ein Buchgewinn von 80,25 Mrd. US-Dollar. Für mein Empfinden ist das ein absoluter Mega-Coup, der sich auch in der Aktie von Berkshire Hathaway widerspiegeln würde. Ob es so kommt, wird die Zeit zeigen. Aber was Berkshire Hathaway in Krisenzeiten angeht, bin ich optimistisch.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short June 2020 $205 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2020