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100-Millionen-Runde: Enpal schafft sich Cousin von Elon Musk als Investor ran

·Lesedauer: 3 Min.
Bald der größte Solaranlagen-Vermieter Deutschlands? Enpal-Gründer Mario Kohle.
Bald der größte Solaranlagen-Vermieter Deutschlands? Enpal-Gründer Mario Kohle.

Der Berliner Solaranlagenvermieter Enpal hat in der jüngsten Finanzierungsrunde 100 Millionen Euro eingesammelt. Lead-Investor der Runde ist HV Capital. Der Investor, der jahrelang als Holtzbrinck Ventures agierte, verwaltet über eine Milliarde Euro und finanzierte einige der erfolgreichsten deutschen Startups wie Delivery Hero, Zalando, Hellofresh oder Flixbus. Enpal darf sich nun freuen, in diesem prominenten Portfolio aufzutauchen.

Zudem haben sich bekannte Szeneköpfe in die Gesellschafterliste eingekauft, darunter Peter Rive. Er ist der Cousin von Elon Musk und Gründer des US-Firma Solarcity, das inzwischen zu Tesla gehört. Pläne für eine Zusammenarbeit mit Tesla gebe es dadurch aber derzeit nicht, so Enpal-Gründer Mario Kohle auf Nachfrage von Gründerszene. Zudem sind nun der Hellofresh-Gründer Thomas Griesel und der ehemalige CCO von Auto1, Christopher Muhr, beteiligt. Weitere Investoren sind E.R. Capital, Friba Investment und Heliad Equity Partners.

In vergangenen Runden waren bereits Startup-Promis wie der Delivery-Hero-Gründer Lukasz Gadowski, der jüngste Rocket-Gründer Alexander Samwer mit Picus Capital und die Zalando-Gründer Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter eingestiegen. Über ein Investment des Climate Technology Fund ist indirekt auch Schauspieler Leonardo DiCaprio bei Enpal involviert. Seit Mai ist der Foodpanda-Mitgründer Felix Plog als COO an Bord.

Knackt Enpal den dreifachen Millionen-Umsatz?

HV Capital begründet das Interesse an Enpal mit dem „enormen Wachstumspotenzial“ des Startups im noch jungen Markt für erneuerbare Energien. Tatsächlich wächst die Solarfirma rasant. 2017 gegründet, verweist Enpal auf 8.000 Kunden und sieht sich damit als größter Anbieter von Solarlösungen für Hausbesitzer in Deutschland.

4.500, rund die Hälfte dieser Anlagen, baute Enpal im vergangenen Jahr. In diesem Jahr wolle man sich bei gebauten Anlagen etwa verdoppeln, so Kohle zu Gründerszene. Was das in konkreten Umsatzzahlen heißt, möchte der Gründer nicht verraten. 2020 machte sein Unternehmen 56 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 18 Millionen Euro Umsatz. In diesem Jahr könnte also die 100-Millionen-Marke geknackt werden.

Anstatt die Photovoltaikanlagen zu kaufen, mieten Kunden diese über Enpal und können sie nach 20 Jahren für einen Euro vom Unternehmen abkaufen. Das Startup kümmert sich über die Laufzeit um die anfallenden Kosten. Enpal selbst finanziert die Anlagen über Bankkredite, das Geld aus den Finanzierungsrunden ist für den Erhalt des Geschäftsbetriebs. Neben Solaranlagen bietet die Firma auch Stromspeicher und einen Stromtarif. Derzeit arbeite man zudem an Wallboxen zum Aufladen von E-Autos, und an Techniken, die Produkte miteinander zu verknüpfen.

Enpal will eine Million Solaranlagen bauen

Die Pläne von Kohle sind ambitioniert: Bis zum Ende des Jahrzehnts will er mit seiner Firma eine Million Solaranlagen installiert haben und zu „einer der großen Energieplattformen des 21. Jahrhunderts“ werden. Im Gründerszene-Podcast „So geht Startup“ verriet Kohle kürzlich, wie er das schaffen wolle.

Diese Aussage tätigte der Gründer allerdings noch vor politischen Entscheidungen, wie der Solarpflicht für Neubauten und Dachsanierungen ab 2023. Diese dürften die Solarbranche beflügeln. Enpal wolle sich durch ein gutes Produkt von der Konkurrenz absetzen, so Kohle. Ein direktes Zusammenarbeiten etwa mit Behörden könne er sich derzeit nicht vorstellen.

Börsengang nicht in diesem Jahr

Das Manager Magazin hatte im März berichtet, dass das Solar-Startup den IPO im zweiten Halbjahr dieses Jahres plane. Großinvestoren hätten zuvor die Möglichkeit, in einer „Pre-IPO-Runde“ in das Startup zu investieren, hieß es im Bericht weiter.

„Ein Börsengang ist ein möglicher Schritt auf unserem Wachstumspfad. Deshalb treffen wir natürlich die notwendigen Vorkehrungen, um bereit zu sein. Es gibt dazu aber noch keine konkreten Entscheidungen“, hatte Kohle den Bericht damals dementiert. Gegenüber Gründerszene wiederholte der Gründer nun seine Aussage: Es werde in diesem Jahr keinen Börsengang geben. Mit dem Geld aus der neuen Runde dürfte dafür vorerst auch keine Notwendigkeit bestehen.

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