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Ich bin Finanz-Expertin, so würde ich jetzt 100.000 Euro anlegen

 - Copyright: Marcus Witte
- Copyright: Marcus Witte

Solltet ihr in die angenehme Situation kommen, dass ihr 100.000 Euro auf dem Konto habt – etwa durch eine Erbschaft, Schenkung oder einen besonders lukrativen Geschäftsdeal – und einfach nicht wisst, wohin damit, kommen hier ein paar Tipps dazu.

Sollte man denn jetzt überhaupt investieren?

Der Dax hat seit Jahresbeginn über elf Prozent verloren, der S&P 500 sogar über 15 Prozent. Das ist sogar noch mehr als die aktuelle Inflationsrate. Ist es da überhaupt sinnvoll, das Geld zu investieren und sich dem Risiko auszusetzen, neben der Inflation auch noch Geld an der Börse zu verlieren? Die Antwort lautet: ja!

Börsenprofis nutzen sogar explizit Zeiten wie solche, um die eigenen Positionen auszubauen und zusätzliches Kapital zu investieren. Die Frage ist dabei natürlich immer: Worin wird investiert?

Die klassische Empfehlung

Viele Anleger würden bei ihrem Investment sicherlich auf eine der beiden folgenden klassischen Anlagestrategien zurückgreifen:

  1. 60/40-Aufteilung: Dabei greifen Anleger auf 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen zurück. Das würde bedeuten: Wir investieren 60.000 Euro in Einzelaktien, idealerweise aus unterschiedlichen Branchen und vorwiegend den wirtschaftsstarken Industrieländern und 40.000 Euro in Anleihen aus Ländern mit einer hohen Bonität. Für deutsche Staatsanleihen gibt es aktuell immerhin zwei Prozent Zinsen pro Jahr.

  2. Allwetter-Portfolio nach Ray Dalio: Dabei möchte man eine stabile Rendite erzielen und vor allem starke Schwankungen im Depot vermeiden. Das Portfolio besteht dann idealerweise zu 30 Prozent aus Aktien, zu 55 Prozent aus Anleihen, zu 7,5 Prozent aus Edelmetallen wie Gold und zu 7,5 Prozent aus Rohstoffen wie Erdöl. Diese Strategie ist also für all diejenigen etwas, die vor allem Sicherheit wollen, wenig Wert auf Nachhaltigkeit legen und das Geld nicht zwingend schnell vermehren wollen.

So würde ich das Geld investieren

Ich persönlich bin eher Typ risikoaffin, statt -avers. Aber ab 100.000 Euro geht es nicht nur um Wertvermehrung, sondern auch um Werterhalt. Daher solltet ihr euch immer vorher überlegen, wie viel Risiko ihr am Ende eingehen wollt. Alles in Krypto zu stecken, kann euch über Nacht reich machen, aber genauso bettelarm. Wer diese Kolumne schon länger verfolgt, weiß, dass Risiko und Rendite immer miteinander zusammenhängen.

Ich persönlich würde einen kleinen Anteil von zehn Prozent in Anleihen investieren. Anstelle eines größeren Anteils an Anleihen, kämen weitere 70 Prozent in breit diversifizierte ETFs, wobei ich klassisch beim MSCI World und den Emerging Markets bleibe. Damit habe ich zwar weitaus mehr Risiko im Portfolio als mit Anleihen und weitaus mehr Volatilität – dafür aber auch mehr Rendite.

Wer etwas weniger Volatilität braucht, kann in den gleichen Index mit einer niedrigen Volatilität investieren. Das sind dann sogenannte Smart-Beta ETFs. Dabei kann man beispielsweise in den klassischen MSCI World investieren, aber mit dem Faktor „niedrige Volatilität“. Dementsprechend werden die Unternehmen ausgewählt und gefiltert.

Da ich risikoaffiner bin, geht der Rest auch in eine risikoreichere Anlageklasse, die bisher noch nicht genannt wurde: Kryptowährungen. Von meinen 100.000 Euro würde ich also 20.000 Euro in Kryptowährungen stecken. Das mag für viele sehr viel und sehr risikoreich erscheinen. Immerhin erholen sich die Aktienmärkte, doch an den Kryptobörsen schaut die Welt noch düster aus. Trotzdem bin ich überzeugt von der Technologie, die dahintersteckt und habe in den fünfeinhalb Jahren, in denen ich investiere, bereits manche Crashs mitbekommen. Während meine Anleihen und ETFs mich ruhig schlafen lassen, sehe ich bei Krypto den Teil, der meine Investitionen richtig nach vorne bringen kann.

Dazu muss ich sagen, dass ihr hierbei nur in etablierte Währungen wie Bitcoin, Ethereum, Polkadot oder Monero investieren würde. Natürlich ist auch hier weiterhin das Risiko eines Totalverlustes möglich. Ich bin aber bereit, diese 20 Prozent auf eine riskante Karte zu setzen.

Warum ich nicht in Rohstoffe und Gold investiere

Gold und Erdöl gelten als die krisensichere Investition, in die Aktionäre flüchten, wenn überall anders die Stimmung am Boden liegt und Crashs sowie Ausverkäufe stattfinden. Klar: Gold ist immer begehrt und Erdöl braucht man immer. Das ist sozusagen die Versicherung im Portfolio und manchmal sogar mehr als das.

Wer Rohstoffe und Edelmetalle ins Portfolio aufnimmt, sorgt für mehr Stabilität im Depot. Da die eigene Anlagestrategie auch immer eine persönliche Entscheidung ist, habe ich für mich entschieden, nachts besser schlafen zu können, wenn ich diese Branchen und teilweise auch Länder nicht aktiv unterstütze. Das ist meine ganz persönliche Entscheidung und ich verstehe auch jeden, der sagt: Aber du fliegst doch trotzdem in den Urlaub und unterstützt dies. Das Schöne am Investieren ist ja, dass man seine ganz individuellen Präferenzen und Meinungen integrieren kann.

Disclaimer: Aktien und andere Investments sind grundsätzlich mit Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten. Sie ersetzen auch nicht eine fachliche Beratung.

Margarethe Honisch ist Finanzbloggerin und Buchautorin. Auf ihrer Website Fortunalista und ihrem gleichnamigen Instagram-Account gibt sie Tipps rund um Altersvorsorge und Geldanlage. Für Business Insider schreibt sie die Kolumne „Aus Geld mehr machen“.