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100.000 € & 15 Jahre Zeit, um die Rente zu retten: Das sind deine Optionen!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Sorglose Pensionäre Reich in den Ruhestand Vermögend in die Rente

Das Thema Rente und Altersarmut ist jetzt wieder aktueller denn je. Momentan kursieren wahre Horrornachrichten zum derzeitigen Rentenstand. Demnach würden Millionen von Bundesbürgern mit weniger als 1.000 Euro im Monat auskommen müssen. Ein Teil von ihnen sogar mit weniger als 800 Euro. Ein bequemer, komfortabler Ruhestand sieht dann doch anders aus.

Es könnten allerdings gerade jetzt bei dir gewisse Voraussetzungen vorhanden sein, mit denen du deinen Ruhestand noch retten könntest. Oder zumindest bedeutend aufbessern. Bereits eine Ersparnis von 100.000 Euro und 15 Jahre Zeit dürften hier bereits ausreichend sein, damit man zumindest etwas bequemer durch das Alter kommt.

Doch auch hier existieren einige Optionen: Entweder, man kann mithilfe der 100.000 Euro einfach drauflos leben und hoffen, dass der Betrag ausreichend sein wird. Das wiederum könnte zu einem finanziellen Wettlauf mit der Zeit werden. Auch kein tolles Szenario. Oder aber man investiert das Geld sehr konservativ und lebt von seinen Kapitalerträgen.

1) Investiere in sehr, sehr defensive Dividendenaktien!

Mal angenommen, du entscheidest dich für die letztere Variante, dann solltest du jetzt besser weiterlesen. Wir Fools sind keine Fans davon, das Thema Altersvorsorge blauäugig anzugehen. Nein, wir setzen lieber auf Rendite und Kapitalerträge, um die Rente zu retten. Hier können wir zumindest selbst das Steuer in die Hand nehmen.

Wenn auch du diese Option wählst, so sollten besonders defensive Dividendenaktien aus zuverlässigen Bereichen deine besten Freunde sein. Beispielsweise Immobilienaktien, idealerweise aus nichtzyklischen Bereichen. Oder auch der Lebensmittel-, der Hygiene- oder sonstige defensive und alltägliche Bereiche. Dividendenaristokraten können ebenfalls eine interessante Wahl sein. In einem diversifizierten Portfolio und mit einer defensiven Ausrichtung dürfte hier ein Großteil der Dividendenerträge sicher sein.

Im Endeffekt ist und bleibt es deine Entscheidung, welchen Weg du gehen möchtest. Doch bedenke: Wenn die 100.000 Euro und die 15 Jahre deine letzte Chance sind, so sollten Sicherheit und defensive Klasse eine wichtige Rolle spielen. Zumal bereits eine konservative Dividendenrendite von durchschnittlich 2,5 % netto ausreichend ist, um dir über 200 Euro jeden Monat zusätzlich von deinen Kapitalerträgen auszahlen zu können. Das kann man definitiv schaffen!

2) Etwas Turbo? Versuche REITs!

Wenn dir 2,5 % Dividendenrendite hingegen zu wenig sind, dann können sogenannte Real Estate Investment Trusts oder, in kurz, REITs eine interessante Option sein. Hinter diesen speziellen Anteilsscheinen verstecken sich Dividende-Pur-Pakete, und teilweise ebenfalls besonders defensive. Die meisten REITs sind nämlich Immobiliengesellschaften, die aufgrund von steuerlichen Privilegien dazu verpflichtet sind, einen Großteil (regelmäßig 90 %) ihrer Gewinne als Dividende auszuzahlen.

Es gibt REITs, die sind mit höheren Risiken verbunden, keine Frage. Wer sich jedoch auf die Bereiche der Single-Tenant- oder auch die Wohnimmobilien-REITs konzentriert, der kann hier eine Basis zuverlässiger Ausschütter finden. Die wiederum häufig bedeutend mehr als die oben genannten 2,5 % Dividendenrendite abwerfen.

Auch hier kann man als potenzieller Ruheständler von einem diversifizierten Immobilienportfolio profitieren, wobei es erneut zu betonen gilt, dass man eine wenig zyklische, defensive Auswahl treffen sollte. Stabile, langfristig wachsende Dividenden sind für eine konservative Ruhestandsplanung wichtig. Glücklicherweise existieren hier allerdings einige interessante Namen, die durchaus als Portfolio-Beimischung taugen.

3) Reinvestiere: Solange es geht!

Zu guter Letzt solltest du außerdem deine Dividendenbasis in den Jahren bis zu deinem Ruhestand noch konsequent erweitern. Die beispielhaften 15 Jahre sind schließlich ein besonders langer Zeitraum und selbst wenn man sehr konservativ agiert, kann man bedeutend mehr Dividende und passive Einkünfte innerhalb dieses Zeitraums erwirtschaften.

Wenn wir einfach mal ganz stumpf von 3 % Dividendenrendite ausgehen, die reinvestiert werden können, und Dividendenwachstum und Kursgewinne ebenfalls ausblenden, so würde dein Portfolio in anderthalb Jahrzehnten auf rund 155.000 Euro alleine durch Reinvestitionen anwachsen können. Sofern du dann weiterhin eine Dividendenrendite von konservativen 3 % auf dein Dividendenportfolio erhältst, so beliefe sich die Ausschüttungssumme auf 4.650 Euro. Oder 387,50 Euro jeden Monat.

Man kann als Investor daher definitiv mit 100.000 Euro und etwas Zeit noch viel herausreißen. Vor allem, wenn man das Geld nicht direkt verwendet, sondern die Ausschüttungen nutzen kann, um das Portfolio weiter wachsen zu lassen.

Andere Zahlenbeispiele möglich!

Im Endeffekt müssen es natürlich nicht 100.000 Euro und 15 Jahre Zeit sein. Nein, auch andere Zahlenbeispiele sind möglich. Wichtig ist bloß, dass man sich als Foolisher Ruhestandsplaner aktiv auf die Zeit nach dem Erwerbsleben vorbereitet und nicht bloß mit der Rente kalkuliert. 800 beziehungsweise 1.000 Euro im Alter müssen nicht sein. Ein solches Schicksal gilt es zu vermeiden.

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