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10.000 Euro auf der hohen Kante? 3 sichere Gewinner für die nächsten 20 Jahre

Sean Williams
·Lesedauer: 5 Min.
Gestappelte Münzen Vermögenswachstum Aktien Sparplan Dividenden Dividendenaktien
Gestappelte Münzen Vermögenswachstum Aktien Sparplan Dividenden Dividendenaktien

Im Jahr 2020 zu investieren ist eine ziemliche Herausforderung. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Pandemie führte zu einer beispiellosen Volatilität. In weniger als fünf Wochen schmierte der S&P 500 um 34 % ab. In der Vergangenheit dauerte ein Abrutschen von 30 % durchschnittlich elf Monate.

Doch jeder weiß, dass ein Crash eine Chance zum Kauf sein kann. Wenn man innovative Unternehmen in schwachen Phasen kauft, kann das zu tollen Gewinnen führen. Und nicht zuletzt zu einem komfortablen Ruhestand.

Wer 10.000 Euro auf der hohen Kante hat, sollte in Erwägung ziehen, die folgenden drei Aktien zu kaufen. Und sie dann auch mindestens die nächsten 20 Jahre zu halten.

Palo Alto Networks

Unter Gütern und Dienstleistungen des Grundbedarfs versteht man normalerweise Strom, Wasser, Lebensmittel, Zahnpasta und Toilettenpapier. Aber wie sieht es mit Cybersicherheitslösungen aus?

Schon vor der Pandemie setzten Unternehmen auf Digitalisierung und Cloud. Die gemeinsame Nutzung und Speicherung von Daten in der Cloud wurde für Unternehmen aller Größenordnungen immer üblicher. COVID-19 beschleunigte das Ganze noch einmal. Die Cloud sowie alle anderen neuen, digitalen Lösungen dürften das neue Normal darstellen.

Um die Cloud der Gegenwart und Zukunft zu schützen, wenden sich Unternehmen an den Anbieter von Cybersicherheitslösungen Palo Alto Networks (WKN: A1JZ0Q). Hacker und Bots kennen keine freien Tage. Daher sind Cloud-Schutzdienste heute für Unternehmen jeder Größe unverzichtbar.

Genauso wie Unternehmen sich auf COVID-19 einstellen, passt sich Palo Alto an, um Sicherheitslösungen für Unternehmen anzubieten. Man verlagert neue und bestehende Kunden weg von physischen Firewall-Produkten. Stattdessen führt man sie hin zu Abonnementdiensten, die in der Regel die Abwanderung von Kunden verhindern. Und sie bieten wesentlich höhere Margen als physische Produkte.

Investoren können davon ausgehen, dass Palo Alto Networks ein ziemlich beständiges Wachstum zwischen 15 und 20 % pro Jahr verzeichnen wird. Das Unternehmen tätigt regelmäßig Ergänzungsakquisitionen, um sein Produktportfolio zu erweitern sowie kleine und mittelständische Unternehmen besser anzusprechen. Das Unternehmen verzeichnet auch einen deutlichen Aufschwung bei den Einnahmen im Bereich Sicherheit der nächsten Generation. Die Einnahmen der nächsten Generation im Geschäftsjahr 2020 stiegen um 105 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Cybersicherheit scheint eine sichere Wette für die nächsten 20 Jahren zu sein. Palo Alto Networks sollte in der Branche weiter ganz vorne stehen.

Amazon

Auch wenn die Aktie schon sehr viel wert ist, hat der E-Commerce-Riese Amazon (WKN: 906866) noch jede Menge Asse im Ärmel. Es könnte die perfekte Aktie sein, in die man 10.000 Euro investiert.

Amazon ist am besten dafür bekannt, dass es den Onlinehandel in den USA absolut dominiert. Nach Schätzungen von Analysten der Bank of America/Merrill Lynch kontrolliert Amazon 44 % aller Onlineverkäufe in den USA. Inzwischen listet eMarketer Amazon mit 37,3 % des Marktanteils im E-Commerce nach Bruttowarenvolumen (Stand: Okt. 2019) auf. Amazon ist es gelungen, diese Dominanz in weitere Gewinne umzuwandeln.

Die Gewinnspannen im Einzelhandel sind in der Regel gering, aber Amazon konnte mehr als 150 Millionen Menschen für die Mitgliedschaft bei Prime gewinnen. Abgesehen von Amazons erstklassiger Logistik bietet Prime seinen Mitgliedern Zugang zu exklusiven Streaming-Inhalten und potenziell größere Rabatte auf Einkäufe. Die von Prime eingenommenen Gebühren verbessern die Einzelhandelsmargen und stellen sicher, dass die Preise der Einzelhändler unterboten werden. Prime sorgt zudem für mehr Kundentreue.

Man erwartet, dass Amazons Cloud-Segment, Amazon Web Services, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten den größten Teil des Cashflow-Wachstums des Unternehmens generieren wird. Da immer mehr Unternehmen in die Cloud gehen, dürfte der Bedarf an der Software von AWS steigen. Selbst wenn die US-Wirtschaft im zweiten Quartal den größten vierteljährlichen Abschwung seit Jahrzehnten erlebte, stieg der Umsatz von AWS im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 %.

Die Margen bei AWS sind sehr viel besser als im Einzelhandel. In dem Maße, wie AWS zu einem größeren Prozentsatz des Gesamtumsatzes wächst, wird der operative Cashflow von Amazon sprunghaft ansteigen. Da Amazon am liebsten in sich selbst investiert, ist das Wachstum hier noch lange nicht abgeschlossen.

Intuitive Surgical

Auch im Gesundheitsbereich könnten in den kommenden 20 Jahren außergewöhnliche Wachstumsaussichten bestehen. Insbesondere jedes Medikament oder Gerät, das den Behandlungsprozess personalisiert, bietet ein großes Potenzial. Deshalb sollte man sich unbedingt mit dem führenden Entwickler von Robotersystemen Intuitive Surgical (WKN: 888024) beschäftigen.

In der vergangenen Woche gab Intuitive Surgical bekannt, dass man weltweit 5.865 seiner „da Vinci“-Chirurgiesysteme installiert hat. Das mag nicht nach viel klingen, aber Intuitive Surgical hat in den letzten 20 Jahren mehr Systeme installiert als alle seine Konkurrenten zusammen. Das Unternehmen hat sich einen praktisch unüberwindlichen Wettbewerbsvorteil aufgebaut. So ein Gerät kostet bis zu 2,5 Millionen USD. Das ersetzt man nicht mal einfach so. Die Kunden werden also für lange Zeit an Bord bleiben.

Was Intuitive Surgical zu einer so unglaublichen Aktie im Gesundheitswesen macht, ist die Art und Weise, wie das Geschäftsmodell wachsen kann. Früher erwirtschaftete das Unternehmen den größten Teil seines Umsatzes durch den Verkauf seiner preisgünstigen Systeme. Diese komplizierten Systeme sind teuer in der Herstellung und bringen daher nicht die besten Margen. Der Verkauf von Zubehör und Wartungsgeräten ist rentabler. Da immer mehr „da Vinci“-Systeme installiert wurden, ist der Prozentsatz der Verkäufe, die aus diesen margenträchtigeren Einnahmequellen stammen, stetig gestiegen. Dieser Trend dürfte sich im Laufe der Zeit fortsetzen.

Darüber hinaus hat das „da Vinci“-System von Intuitive Surgical noch lange keine Marktsättigung erreicht. Obwohl es die vorherrschende Plattform für urologische und gynäkologische Eingriffe ist, kann es noch weiter in thorakale, kolorektale und allgemeine Weichteiloperationen gehen.

Langfristig orientierte Investoren sollten mit einer beständigen zweistelligen Wachstumsrate rechnen.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Amazon, Intuitive Surgical und Palo Alto Networks. Sean Williams besitzt Aktien von Amazon, Bank of America und Intuitive Surgical. Dieser Artikel erschien am 21.10.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020