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1 Profiteur des Chipmangels, der demnächst an die Börse geht

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In der Chipherstellung werden integrierte Schaltkreise auf Wafer aufgetragen
In der Chipherstellung werden integrierte Schaltkreise auf Wafer aufgetragen

Das IPO-Jahr 2021 scheint mit einem Kracher zu enden. Denn einer der größten Auftragsfertiger für Computerchips, GlobalFoundries, könnte in den nächsten Wochen an die Börse streben.

Das Unternehmen, das aktuell noch zu 100 % der in Abu Dhabi sitzenden Investmentgesellschaft Mubadala Technology gehört, möchte durch den Börsengang 2,4 Mrd. US-Dollar frisches Eigenkapital erhalten und peilt eine Bewertung von rund 25 Mrd. US-Dollar an.

Warum Anleger den GlobalFoundries-IPO beobachten sollten

Anleger erhalten mit dem GlobalFoundries-IPO erstmals die Möglichkeit, in einen großen westlichen Chip-Auftragsfertiger zu investieren. Die Marktführer Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (WKN: 909800), kurz TSMC, und Samsung sitzen in Südostasien und bergen aufgrund ihrer Nähe zu China geopolitische Risiken.

GlobalFoundries besitzt strategische Partnerschaften mit Halbleiterkonzernen wie AMD, Qualcomm und Broadcom und etwa 200 weiteren Unternehmen. In den ersten sechs Monaten 2020 erzielte das Unternehmen Umsätze von rund 3 Mrd. US-Dollar, was ein Wachstum von rund 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellte. Dabei schrieb der Konzern einen Verlust von etwa 300 Mio. US-Dollar.

GlobalFoundries hat einen Marktanteil von rund 7 % und gehört damit zu den Top 5 der Chip-Auftragsfertiger. Im April dieses Jahres kündigte der in New York sitzende Konzern an, seine Investitionen verdoppeln zu wollen. Damit steht GlobalFoundries nicht alleine da: alle Chiphersteller erfreuen sich derzeit einer beispiellosen Sonderkonjunktur, weshalb jetzt die Bedingungen für den IPO günstig sind.

GlobalFoundries versus TSMC

Der eindeutige Marktführer unter den Chip-Foundries mit einem Marktanteil von über 50 % ist die taiwanesische TSMC, die Größen wie Apple und Nvidia zu ihren Kunden zählen darf. Allein im ersten Halbjahr 2021 erzielte der Konzern 26,2 Mrd. US-Dollar Umsatz und damit etwa 9-mal mehr als GlobalFoundries.

Mit einer Nettomarge von zuletzt 37,3 % ist das Unternehmen zudem unfassbar profitabel. TSMC kann dank seiner unfassbaren Größe unschlagbare Preise anbieten, die zwar wahnsinnig profitabel, aber für kleinere Konkurrenten dennoch ruinös sind. Das ist ein Grund dafür, dass GlobalFoundries rote Zahlen schreibt.

Zwar mag die vergleichsweise niedrige Bewertung von GlobalFoundries attraktiv wirken. Während die Amerikaner beim IPO auf eine Börsenbewertung von 25 Mrd. US-Dollar kommen wollen, ist TSMC stolze 600 Mrd. US-Dollar wert (Stand: 21. Oktober 2021). Doch dieser krasse Unterschied ist eben auch Ausdruck einer ungleich besseren Marktposition.

Wie sollten sich Anleger positionieren?

TSMC gilt aufgrund der extrem starken Marktstellung weithin als ein Basisinvestment in der Halbleiterbranche. GlobalFoundries profitiert zwar ebenfalls vom Chipmangel, steht jedoch im Wettbewerb mit einem scheinbar übermächtigen Gegner.

Die geografische Nähe zu China ist beinahe der einzige Punkt, in dem TSMC gegenüber GlobalFoundries das Nachsehen hat.

Insofern werde ich mich, trotz des offensichtlichen Wachstumspotenzials, wohl nicht am GlobalFoundries-IPO beteiligen. Am Ende bemisst sich der Wert einer Aktie nach dem Unternehmensgewinn. Ich vermute, dass TSMC hier auf Dauer deutlich besser abschneiden wird.

Der Artikel 1 Profiteur des Chipmangels, der demnächst an die Börse geht ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Nvidia und Taiwan Semiconductor Manufacturing. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple, Nvidia, Qualcomm und Taiwan Semiconductor Manufacturing. The Motley Fool empfiehlt die folgenden Optionen: Long März 2023 120 $ Calls auf Apple und Short März 2023 130 $ Calls auf Apple.

Motley Fool Deutschland 2021

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