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1 % pro Lebensjahr & der Ruhestand: Für Wachstumsaktien relevant?

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Dividenden als Zusatzrente

Es gibt gewisse Regeln für den Ruhestand, die eine gute Orientierung für dich als Investor sein können. Egal ob es die sogenannte 4-%-Regel ist oder aber eine, die das Verhältnis von Aktien und Anleihen regelt. Wobei man heute möglicherweise eher auf Cash setzen würde.

Eine weitere Regel, die für den Ruhestand so manches Mal Anklang findet, ist die, nach der man je Lebensjahr einen Prozentsatz in Aktien investiert. Beziehungsweise uninvestiert lässt. Für gewöhnlich heißt es dabei, dass man ausgehend von 100 % abzüglich des Alters in Prozent den übrigen Anteil in Aktien investiert haben sollte.

Für mich keine gute Regel. Denn im Endeffekt bedeutet das, dass man mit 67 Jahren beispielsweise lediglich 33 % seines Vermögens in Aktien investiert hat. Vielleicht eine zu geringe Quote, um effektiv eine Rentenlücke zu schließen. Möglicherweise könnte diese Regel aber an anderer Stelle im Ruhestand relevant sein: Nämlich, wenn es darum geht, inwieweit man in Wachstumsaktien investiert sein sollte.

1 % pro Lebensjahr nicht in Wachstumsaktien investiert?

Es ist eigentlich lediglich eine Abwandlung dieser Regel für den Ruhestand und zugegebenermaßen eine, über die man sich mit Sicherheit streiten kann. Trotzdem glaube ich, dass diese Orientierungshilfe womöglich hilfreich sein kann, wenn man sich als Investor überlegt, inwieweit man noch in Wachstumsaktien investieren möchte. Wobei man eine Sache anderweitig definieren sollte: Nämlich, welchen Anteil Aktien überhaupt spielen. Und inwieweit ein Investor und Vorsorger Cash halten möchte.

Wer dieses Verhältnis definiert hat, könnte jedoch über diese Regel und Wachstumsaktien nachdenken. Übersetzt hieße das beispielsweise für mich, dass man in seinem Portfolio mit 67 Jahren zu 33 % in Wachstumsaktien investiert ist. Beziehungsweise mit 50 Jahren noch zu 50 % auf starke Wachstumsaktien setzt. Ein vielversprechender Ansatz für den Ruhestand? Für mich schon.

Viele Investoren denken, dass sie im Alter nicht mehr auf Wachstumsaktien setzen sollten. Für mich ist das ein Aspekt, der nur in Teilen zutrifft. Selbst wenn defensive Klasse und das Schließen einer Rentenlücke immer wichtig ist und näher rückt: Ein gewisser Teil der eigenen Aktien sollte womöglich gerade jetzt noch besonders renditestark investiert werden. Der Vermögensaufbau kann auch im Ruhestand noch mit Wachstumsaktien betrieben werden. Bloß, dass Sicherheit ein wichtigerer Faktor wird. Mit dieser Regel, wonach ein Investor nach Prozentsätzen und dem Alter geht, könnte man das entsprechend würdigen, aber trotzdem sicherstellen, dass man weiterhin auf eine starke Gesamtrendite setzt.

Deine Wahl für den Ruhestand

Im Endeffekt ist es natürlich deine Wahl, ob du auf eine solche Regel für den Ruhestand setzen möchtest. Oder eben eine abgewandelte Form dieser schon etwas älteren Börsenregel. Vielleicht handelt es sich hierbei jedoch um einen soliden Kompromiss, um weiterhin die maximale Gesamtrendite herauszuholen. Ein gewisser, stetig schrumpfender Anteil im Alter in Wachstumsaktien zu investieren könnte deinem Portfolio und Vermögensaufbau einen Renditekick verpassen.

Der Artikel 1 % pro Lebensjahr & der Ruhestand: Für Wachstumsaktien relevant? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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