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1 Chance und 1 Gefahr für Lucids große E-Fahrzeug-Pläne

·Lesedauer: 5 Min.
Investor denkt nach Strafzinsen Aktien
Investor denkt nach Strafzinsen Aktien

In 3 Sätzen

  • Lucid hat seine Reservierungszahlen letzten Monat aktualisiert.

  • Das Unternehmen plant nach wie vor, im nächsten Jahr 20.000 Fahrzeuge zu produzieren.

  • Die SEC hat jedoch vor Kurzem damit begonnen, den SPAC-Deal und die langfristigen Prognosen zu untersuchen.

Die Lucid Group (WKN:A3CVXG) hat seit dem Börsengang durch die Fusion mit einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC) Anfang des Jahres viel Aufmerksamkeit erregt. Der Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) hat erst Ende Oktober mit der Auslieferung seiner ersten Fahrzeuge begonnen, wird aber bereits mit mehr als 74 Mrd. US-Dollar bewertet.

Das ist das 34-Fache des Umsatzes von 2,2 Mrd. US-Dollar, den Lucid im Jahr 2022 mit der Auslieferung von 20.000 Fahrzeugen zu erzielen hofft, und macht das Unternehmen fast so wertvoll wie Ford, das im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert hat, aber zu weniger als dem 1-Fachen des diesjährigen Umsatzes gehandelt wird. Tesla, das in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 627.350 Fahrzeuge auslieferte, hat eine viel höhere Marktkapitalisierung von 1 Billion US-Dollar, wird aber immer noch zum 20-Fachen des diesjährigen Umsatzes gehandelt.

Mit anderen Worten: Lucid ist immer noch eine hochspekulative Aktie. Die Bullen behaupten, dass Lucid seine Produktionsziele im nächsten Jahr erreichen und weiter expandieren werde. Sie werden auch darauf hinweisen, dass Lucids Air-Limousinen mit einer einzigen Ladung bis zu 520 Meilen weit fahren können, was Teslas Fahrzeug mit der größten Reichweite (das Model S Long Range) um mehr als 100 Meilen übertrifft. Die Bären aber glauben, dass Lucid Schwierigkeiten haben wird, seine Produktionsziele zu erreichen und sich vom überfüllten Markt für Elektrofahrzeuge abzuheben.

Jeder, der Lucid im letzten Monat verfolgt hat, sieht wahrscheinlich eine große Chance und eine Herausforderung für diese EV-Aktie. Schauen wir uns diese beiden Entwicklungen an, um zu sehen, ob sie die Waage zugunsten der Bullen oder der Bären kippen.

Die Chance

Am 15. November veröffentlichte Lucid seinen Gewinnbericht für das dritte Quartal. Das Unternehmen erwirtschaftete weniger als 1 Mio. US-Dollar Umsatz, da es am Ende des Quartals noch nicht mit der Auslieferung seiner Fahrzeuge begonnen hatte, und verbuchte einen Nettoverlust von 1,5 Mrd. US-Dollar.

Lucid teilte jedoch auch mit, dass Ende September die Zahl von 13.000 Reservierungen überschritten wurde, die inzwischen auf mehr als 17.000 angestiegen ist. Die geschätzten Buchungen beliefen sich auf über 1,3 Mrd. US-Dollar. Diese Zahlen deuten stark darauf hin, dass Lucid seine Umsatzziele im nächsten Jahr erreichen kann, sofern die Produktion reibungslos verläuft und es zu keinen größeren Unterbrechungen der Lieferkette kommt.

Die Produktionsanlage von Lucid in Arizona (AMP-1) hat derzeit eine jährliche Produktionskapazität von 34.000 Fahrzeugen. Vor Kurzem wurde mit der Phase 2 der Erweiterung von AMP-1 begonnen, die die jährliche Kapazität auf 90.000 Fahrzeuge erhöhen wird. Das Unternehmen stellte auch seine ehrgeizigen Expansionspläne für Übersee vor, die mit Kanada im vierten Quartal 2021 beginnen, gefolgt von Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) im Jahr 2022 und China im Jahr 2023.

Kurz gesagt, die Lucid-Aktie mag im Moment teuer erscheinen, aber ihr hohes Kurs-Umsatz-Verhältnis könnte durch den Nachholbedarf des Marktes für ihre Fahrzeuge und ihre aggressiven Expansionspläne gerechtfertigt sein.

Die Gefahr

Am 6. Dezember teilte Lucid mit, dass es eine Vorladung der Securities and Exchange Commission (SEC) erhalten habe, die sich auf seine SPAC-gestützte umgekehrte Fusion sowie auf bestimmte Prognosen und Aussagen zu beziehen scheint. Lucid gab keine weiteren Details bekannt, sagte aber, dass man mit der SEC bei deren Überprüfung voll und ganz kooperiere. Die Vorladung deutet nicht darauf hin, dass Lucid etwas falsch gemacht hat, aber die laufende Untersuchung könnte die kurzfristigen Gewinne der Aktie schmälern.

Allerdings sollten sich die Anleger daran erinnern, dass Tesla in der Vergangenheit auch schon Untersuchungen der SEC überstanden hat. Die SEC begann Mitte 2018 mit der Untersuchung der Produktionszahlen des Tesla Model 3 und beendete diese Untersuchung Ende 2019. Anfang 2020 wurde Tesla von einer neuen SEC-Untersuchung getroffen, die sich auf seine Finanzdaten und Verträge bezog. Anfang dieses Monats leitete die SEC eine weitere Untersuchung gegen Tesla ein, nachdem ein Whistleblower Sicherheitsbedenken bezüglich der Solarpaneele des Unternehmens geäußert hatte. Doch keine dieser Entwicklungen hielt die Anleger von Tesla ab: Die Aktie des Unternehmens ist in den letzten drei Jahren immer noch um fast 1.300 % gestiegen.

Langfristig gesehen könnte der Markt auf die SEC-Vorladung von Lucid auf die gleiche Weise reagieren. Solange die SEC nichts aufdeckt, was sich tatsächlich auf die Reservierungen oder langfristigen Prognosen von Lucid auswirkt, erwarte ich, dass die meisten Anleger die Vorladung der Behörde lediglich als vorübergehende Verzögerung betrachten werden.

Wiegen die Chancen die Gefahren auf?

Lucid ist eine sehr riskante Investition, und die Anleger sollten nicht überrascht sein, wenn negative Schlagzeilen den Aktienkurs plötzlich halbieren. Die jüngsten Buchungszahlen und die vielversprechenden Expansionspläne wiegen jedoch die drohende SEC-Untersuchung locker auf. Daher scheint die grüne Flagge die rote zu überstrahlen – und die Lucid-Aktie könnte immer noch einen Kauf wert sein.

Der Artikel 1 Chance und 1 Gefahr für Lucids große E-Fahrzeug-Pläne ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Leo Sun besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla. Dieser Artikel erschien am 8.12.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

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