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1.000 % Rendite voraus? Das sind die 3 aktuellen Top-SPACs

Die Implosion des Börsensegments der SPACs, oder besser gesagt der De-SPAC-Aktien, war verheerend. Bei vielen dieser Deals tauchte der Kurs innerhalb von Monaten von 10 US-Dollar auf unter 1 US-Dollar ab, sodass die New Yorker Börse sogar mit einem Delisting droht.

Bei den drei hier vorgestellten SPAC-Deals sieht das jedoch ganz anders aus. Hier bewegen sich die Kurse zwischen 25 und 40 US-Dollar. Was also unterscheidet diese von der großen Mehrheit, von der sich die Anleger abgewendet haben? Hier kommen die De-SPAC-Aktien mit der höchsten Rendite laut dem Branchenportal spactrack.io.

Die besten De-SPAC-Aktien

Nr. 3: Cerevel Therapeutics (+158,7 %)

Cerevel Therapeutics (WKN: A2QF3L) ist ein biopharmazeutisches Unternehmen in der klinischen Phase. Es wurde Ende 2018 durch eine Partnerschaft mit Pfizer (WKN: 852009) und Bain Capital gegründet und baut auf seinem tiefen Verständnis der Biologie und der Neuroschaltkreise des Gehirns auf. Damit versucht es, neue Therapien zu entdecken und zu entwickeln, um Krankheiten wie Parkinson, Epilepsie und Schizophrenie zu behandeln.

Dem Spin-off sind zwei Jahrzehnte der Forschung unter dem Dach von Pfizer vorangegangen, die in einer Handvoll aussichtsreicher Wirkstoffkandidaten mündete. Heute befinden sich zwei Studien in der finalen dritten Phase, die beide auf Parkinson abzielen. Sollte es gelingen, eine Zulassung zu erreichen, dann locken Milliardenumsätze.

Im Laufe des Jahres 2023 sollen die Ergebnisse in beiden Fällen vorliegen. Bis dahin bleibt Cerevel ein rein forschendes Unternehmen ohne Umsätze, sodass voraussichtlich weitere Kapitalspritzen erforderlich sind. Die Anleger scheinen aber sehr optimistisch zu sein, dass die kontinuierlich ausgebaute Pipeline mittelfristig Früchte tragen wird.

Nr. 2: Highpeak Energy (+257,5 %)

Highpeak Energy (WKN: A2P9A4) ist ein unabhängiges Öl- und Gasunternehmen, dessen CEO Jack Hightower seit fünf Jahrzehnen im Geschäft ist. Der Kaufmann gründete und leitete zuvor bereits mehrere Unternehmen aus dem Energiesektor. Er war der Initiator des Akquisitionsvehikels, das mit der ursprünglichen 2017 gegründeten HighPeak Energy fusionierte. Er übernahm in der Folge die Leitung.

Zuvor durchleuchtete der erfahrene Manager monatelang die Branche nach spannenden Projekten und wählte schließlich dieses texanische aus. Auch wenn die Förderung von Öl und Gas nicht wahnsinnig spannend klingt, stehen die Wachstumsraten den typischen Tech-Werten nicht nach. Im ersten Quartal 2022 beliefen sich die Umsätze auf 87 Mio. US-Dollar, was etwa dreieinhalb Mal so viel wie im Vorjahresquartal war.

Und der Trend hält an. Im Mai war die tägliche Produktionsmenge schon mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt des ersten Quartals und bis Mitte 2023 erwartet das Management eine erneute Verdopplung. Die hohen Energiepreise sorgen für hohe Barmittelzuflüsse, mit denen die Expansion beschleunigt werden kann, auch über Zukäufe.

Nr. 1: MP Materials (+271,8 %)

MP Materials (WKN: A2QHVL) spezialisiert sich auf Seltene Erden, also diese magischen Materialien, die für die Elektrotechnik und viele Hightech-Anwendungen so grundlegend sind. Das Unternehmen sitzt in Las Vegas (Nevada) und profitiert von außergewöhnlich günstigen geologischen Bedingungen. Als Marktführer in der westlichen Hemisphäre betreibt es die einzige nordamerikanische Verarbeitungsanlage für Lanthanoide wie Neodym.

Aktuell investiert es intensiv in den Ausbau seiner vertikalen Integration mit dem Ziel, letztlich industrielle Abnehmer direkt mit Magneten und Ähnlichem zu beliefern. Im April 2022 gab das Management eine Vereinbarung mit General Motors (WKN: A1C9CM) über die Belieferung mit Magneten für die Antriebsmotoren der Ultimum-Plattform von GM bekannt. Ende 2023 sollen daraus erste Umsätze fließen.

Bereits jetzt macht MP Materials aber schon gute Geschäfte. Im ersten Quartal 2022 fielen Umsätze in Höhe von 162 Mio. US-Dollar an gegenüber 60 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg dabei um satte 431 % auf 86 Mio. US-Dollar. Es ist nicht abzusehen, wann diese Erfolgssträhne abreißen wird. Die Aktionäre sind begeistert.

Was die Topwerte von klassischen De-SPAC-Aktien unterscheidet

Wir haben es hier mit zwei Rohstoff- und einem Biotechnologie-Unternehmen zu tun. Die meisten SPACs haben sich hingegen auf Plattform-Geschäftsmodelle, Spitzentechnologie oder Trendthemen wie die Elektromobilität gestürzt. In diesen Bereichen hat es das Management im Grunde selbst in der Hand, ob es gelingt, die hochtrabenden Pläne zu erreichen.

Dass es Highpeak Energy und MP Materials an die Spitze geschafft haben, hat hingegen weniger mit dem Können des Managements, sondern eher mit der günstigen Entwicklung des Marktumfelds zu tun.

Was Cerevel angeht, so muss man feststellen, dass zahlreiche junge Biotech-Unternehmen den SPAC-Weg an die Börse genutzt haben. Die Entwicklung von Biotechnologie verschlingt Unsummen von Geld und die meisten Projekte scheitern. Beim größten Teil der De-SPAC-Unternehmen, die sich mit der Entwicklung von neuartigen Therapien befassen, liegt der Aktienkurs tief unter Wasser.

Von daher gehört auch hier eine gehörige Portion Glück dazu, weil selbst die beteiligten Forscher im Voraus nicht wissen können, ob ihre Arbeit in einer lukrativen behördlichen Zulassung mündet.

Wenig Reiz, viel Rendite

Die Welt der SPACs erlaubt uns das Fahnden nach den Giganten der Zukunft. Auch wenn die optimistischen Versprechen in den meisten Fällen nicht eingehalten werden, bin ich sicher, dass es auch viele positive Überraschungen geben wird.

Die beiden aktuellen Top-Werte reihen sich hingegen in das Rohstoffsegment ein, wo sie nicht mehr sonderlich hervorstechen. Bei Cerevel wiederum wird sich innerhalb der nächsten zwei Jahre zeigen, ob die Forschungsergebnisse des Unternehmens wirklich so gut sind, wie die Anleger glauben. Es ist eine von vielen Biotech-Wetten, die sich von außen kaum beurteilen lassen.

Von kontroversen Geschäftsmodellen, über die man leidenschaftlich diskutieren kann, will derzeit hingegen kaum einer etwas wissen. Gerade dort liegt allerdings die Chance auf eine Kursvervielfachung – wenn man den richtigen Riecher hat.

Der Artikel 1.000 % Rendite voraus? Das sind die 3 aktuellen Top-SPACs ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

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