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Dschidda: Ehrengast Selenskyj kritisiert Mitglieder der Arabischen Liga

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist als Ehrengast beim Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Saudi-Arabien empfangen worden. Der saudische König Salman hatte ihn überraschend eingeladen.

Die Mehrheit der 22 Mitgliedsländer pflegt gute Beziehungen zu Russland. Vor diesem Hintergrund mahnte Selenskyj, die arabische Welt müsse helfen, das ukrainische Volk zu schützen, darunter auch die dort lebende muslimische Gemeinde.

An den Gastgeber gewandt twitterte Selenskyj, das Königreich Saudi-Arabien spiele eine entscheidende Rolle und könne die Zusammenarbeit auf eine neue Ebene führen.

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Selenskyj äußerte aber auch Kritik an einigen der 22 Mitgliedsländer. Mehrere Teilnehmer hätten eine andere Ansicht zum Krieg gegen sein Land und bezeichneten den Krieg als Konflikt.

Die meisten Mitglieder der Arabischen Liga bemühen sich in Bezug auf den russischen Angriffskrieg um Neutralität.

Selenskyj sagte in seiner Rede: "Leider gibt es einige in der Welt und hier unter Ihnen, die auf einem Auge blind sind für diese illegalen Annexionen. Und ich bin hier, damit jeder einen ehrlichen Blick darauf werfen kann, egal wie sehr die Russen versuchen, Einfluss zu nehmen."

Arabische Diplomaten sagten, Selenskyjs Besuch biete eine Gelegenheit, um über eine Lösung zu sprechen. Dabei könnten auch Wege zur Aufnahme direkter Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew diskutiert werden. Saudi-Arabien bot sich mehrfach an, weiterhin als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland tätig zu sein.

Kronprinz: "Alles tun, was nötig ist"

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman erläuterte die Position seines Landes: "Ich bekräftige auf diesem Gipfel die unterstützende Position des Königreichs, alles zu tun, was nötig ist, um die Schwere der Krise in der Ukraine zu verringern und die humanitäre Situation zu verbessern, und das Königreich ist bereit, weiterhin zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln und alle internationalen Bemühungen zu unterstützen, um die Krise politisch zu beenden und Frieden zu schaffen."

Der Zwischenstopp in Dschidda ist Teil einer Reihe von Stippvisiten Selenskyys, mit denen er die Beziehungen zu führenden Politikerinnen und Politiukern stärken will. Die nächste Station des ukrainischen Präsidenten ist Hiroshima, wo er mit den Staats- und Regierungschefs der G7-Länder und der EU-Spitze auf deren Gipfel sprechen wird.

Syriens Comeback

Syrien mit Russland als Verbündetem ist nach seiner Suspendierung vor rund zehn Jahren wieder in den Kreis der Arabischen Liga zurückgekehrt. Der syrische Präsident Baschar al-Assad wurde bei seinem Comeback betont herzlich vom saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman mit einer Umarmung und einem Bruderkuss begrüßt.

Thematisch stehen bei dem dreitägigen Treffen in Dschidda die Konflikte im Sudan und im Jemen sowie die Lage in Syrien auf der Tagesordnung.