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Überdosis Protein: Das passiert, wenn ihr dauerhaft zu viel Eiweiß zu euch nehmt

Proteine, etwa in Form von Eiweißshakes, können förderlich für den Muskelaufbau sein. Eine Überdosis kann aber gesundheitliche Folgen haben. - Copyright: Getty Images
Proteine, etwa in Form von Eiweißshakes, können förderlich für den Muskelaufbau sein. Eine Überdosis kann aber gesundheitliche Folgen haben. - Copyright: Getty Images

Von Riegeln über Shakes bis hin zu Eis oder Joghurts: Zahlreiche Produkte sind inzwischen mit Proteinen angereichert. Wer nicht allein zu natürlichen Eiweißlieferanten – etwa Fleisch, Fisch, Tofu oder Hülsenfrüchten – greifen will, findet im Supermarkt inzwischen viele Alternativen. Nicht immer sind eiweißreiche Produkte dabei gesund. Jedoch ist eine ausreichende Proteinzufuhr wichtig für unseren Körper.

Immerhin bestehen unsere Muskeln und unser Bindegewebe zum Großteil aus Eiweiß. Daher brauchen wir den Makronährstoff, um Muskeln, Knochen, Organe, aber auch Haut und Haare aufzubauen und zu erhalten. Darüber hinaus nehmen Proteine eine elementare Rolle in unserem Hormonhaushalt sowie dem Immunsystem ein.

Vor allem Sportler setzen auf eine proteinreiche Ernährung, weil diese den Muskelaufbau unterstützt, lange sättigt und zudem beim Abnehmen helfen kann. Doch übertreiben solltet ihr es nicht: Zu viel Eiweiß kann negative Folgen für eure Gesundheit haben.

Diese Eiweißmenge ist für euch unbedenklich

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen rund 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht einer Dosis von 57 bis 67 Gramm Eiweiß täglich. Zudem gilt: Wer viel Sport treibt, hat einen höheren Kalorien- und Eiweißbedarf.

Nehmt ihr über einen längeren Zeitraum allerdings deutlich mehr Proteine zu euch, als gut für euch ist, kann sich das durch verschiedene körperliche Reaktionen bemerkbar machen. Proteinreiche Lebensmittel werden zwar in der Regel gut vom Körper verwertet.

Doch nehmt ihr eine Überdosis und somit mehr Eiweiß zu euch als der Körper verbrauchen kann, wird es als Energiereserve gespeichert. Meist geht eine hohe Proteinzufuhr mit einer hohen Kalorienzufuhr einher, was sich ebenfalls an Bauch, Beinen und Hüften bemerkbar macht.

Mundgeruch, Verstopfung, Müdigkeit

Ihr habt ihr letzter Zeit starken Mundgeruch? Auch das könnte an einem zu hohen Proteinanteil in eurer Ernährung liegen. Wenn ihr über einige Wochen reichlich – insbesondere pflanzliche – Fette und wenig Kohlenhydrate zu euch nehmt – wechselt der Körper in den Stoffwechselzustand der Ketose. Das bedeutet, der Körper wandelt Nahrungsfette in sogenannte Ketonkörper um und nutzt diese als Energielieferanten.

Der Blutzuckerspiegel ist dann zwar relativ stabil, was viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Allerdings hat die Ketose auch eine unangenehme Folge: Um die überschüssigen Proteine abzubauen, produziert der Körper Aceton – eine chemische Verbindung, die auch in Nagellackentferner enthalten ist. Die Folge ist ein starker Mundgeruch, vergleichbar mit dem gärender Früchte.

Ein trockener Hals kann den Geruch verstärken. Und dies ist nicht selten. Denn häufig kann eine Überdosis an Proteinen auch eine Dehydrierung des Körpers bedeuten. Wer sich sehr eiweißreich ernährt, hat einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf, damit der Körper den überschüssigen Stickstoff ausscheiden kann. Daher solltet ihr nicht erst Wasser trinken, sobald ihr Durst verspürt, sondern bereits vorbeugend über den Tag verteilt. Tipp: Stellt morgens eine Keraffe oder eine wiederbefüllbare Flasche mit Wasser bereit. So habt ihr euren Flüssigkeitshaushalt besser im Blick. Für etwas Geschmack sorgen einige Spritzer Zitrone, Ingwerscheiben, Zitronenmelisse, Minze oder Basilikum.

Eine Kost aus reichlich Proteinen, aber wenig Ballaststoffen – etwa enthalten in Obst, Gemüse, Vollkornprodukten oder Nüssen – kann zudem eure Verdauung verlangsamen. Denn Ballaststoffe gelangen unverdaut bis in den Dickdarm, binden dort Wasser und sorgen so für ein erhöhtes Stuhlvolumen. Der dadurch erhöhte Reiz auf die Darmwand regt die Darmbewegung an – und damit verkürzt sich die Verweildauer des Speisebreis im Darm.

So haben auch krebserregende Stoffe nicht lange Zeit, mit der Darmschleimhaut in Berührung zu kommen. Gleichzeitig verbessert sich die Stuhlkonsistenz und die Verdauung bleibt in Schwung. Wer im Rahmen einer proteinreichen Diät also auf Getreideprodukte aus dem vollen Korn, Obst und Hülsenfrüchte verzichtet, kann daher Verstopfungen bekommen.

Insbesondere Früchte und Getreideprodukte bestehen zudem aus Kohlenhydraten, die wichtig für viele Stoffwechselvorgänge und Organe sind und den Körper mit Energie versorgen. Ein Mangel an Kohlenhydraten kann auf lange Sicht demnach dazu führen, dass ihr euch antriebslos und müde fühlt. Auch eine allgemein getrübte Stimmung kann damit einhergehen.

Auswirkungen auf Nieren und Leber

Besonders ernst wird es, wenn die Überdosis an Eiweiß die Funktion der Nieren und Leber beeinflusst. Die Proteine beziehungsweise ihre Bestandteile, die Aminosäuren, müssen abgebaut werden. Dadurch entsteht überschüssiger Stickstoff – und um diesen wiederum abzugeben, erhöhen die Nieren ihre Aktivität. Liegt eine Nierenerkrankung vor, kann der Körper den Mehraufwand kaum noch leisten. Funktionieren die Ausscheidungsorgane nicht mehr richtig, sind meist Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfälle die Folge.

Wissenschaftler an der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana haben in einer Studie zudem herausgefunden, dass eine proteinreiche Kost mit wenig Kohlenhydraten schädlicher ist als eine fettarme Ernährungsweise. Zwei Jahre nach dem Studienbeginn war der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt bei den Probanden der Proteingruppe gestört und die Filterfunktion der Nieren eingeschränkt. Auf lange Sicht können diese Anzeichen zum Beispiel Gicht verursachen – eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich die Gelenke entzünden. Dabei lagern sich winzige, nadelförmige Kristalle aus Harnsäure in den Gelenken ab. In der Folge schwellen bestimmte Gelenke innerhalb weniger Stunden an und werden schmerzempfindlich.

Aber auch die Leber kann Schaden nehmen. Denn: Kann der Körper die erhöhte Proteinmenge nicht verwerten, bildet er vermehrt das Zellgift Ammoniak. Das führt wiederum zu Vergesslichkeit, Verwirrung bis hin zum Gedächtnisverlust. Vor allem Menschen, die zum Beispiel durch einen erhöhten Alkoholkonsum oder Fettleibigkeit ohnehin eine geschwächte Leber haben, sollten vorsichtig mit ihrer Proteinzufuhr sein.

Fest steht also: Eine eiweißreiche Nahrung hat zwar viele Vorteile, kann aber auch mit erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen einhergehen.