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Was Sie über Schutzmasken wissen sollten

Seit Ende April gilt bundesweit Maskenpflicht. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Mundschutz im Überblick.

Corona-Maskenpflicht im aktuellen Überblick. Material, Kosten und Maskentypen - das gilt es zu beachten. Foto: dpa

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus gelten aktuell bis zum 5. Juni deutschlandweit Kontaktbeschränkungen. Während diese Regeln teilweise gelockert wurden, bleibt die Maskenpflicht weiterhin bestehen. Etwa beim Einkaufen oder im öffentlichen Nahverkehr ist die Maske Pflicht. In Nordrhein-Westfalen gilt das seit dem 27. April, in Sachsen hingegen schon seit dem 20. April.

Doch was muss ich beim Tragen der Masken beachten? Wo kann ich eine Schutzmaske kaufen? Und kann ich die Kosten einer Maske von der Steuer absetzen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Atemschutzmasken.


Maskenpflicht: Welche Regeln gelten?

Obwohl die Maskenpflicht in ganz Deutschland gilt, unterscheiden sich die Regelungen zwischen den Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen gilt die Maskenpflicht nicht nur für den öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen, sondern auch für den Besuch in Arztpraxen und bei Dienstleistungen, sofern kein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Das ist beispielsweise beim Friseur der Fall.

In der Bundeshauptstadt Berlin hingegen müssen Personen die Schutzmasken nur in Bussen und Bahnen sowie im Einzelhandel verpflichtend tragen. Weitere Vorgaben wie in NRW gelten hier nicht. Während in vielen Bundesländern die Maskenpflicht erst ab einem Alter von sechs Jahren gilt, hat Berlin keine genaue Altersgrenze vorgegeben. Kleinstkinder oder Menschen mit Handicap müssen hier keine Maske tragen. Der Umgang mit der Maskenpflicht in den Bundesländern fällt demnach sehr unterschiedlich aus.

Wer sich nicht an die geltenden Vorschriften im jeweiligen Bundesland hält, muss mit einem Bußgeld oder einem Platzverweis rechnen.

Wie lange gilt die Maskenpflicht?

Wie lange die Maskenpflicht andauern wird, ist derzeit ungewiss. Man sollte sich aber darauf einstellen, dass es sich um eine längerfristige Maßnahme handelt, die dazu beitragen soll, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Maßgeblich sind hier die Zahl der Neuinfektionen, die beim Robert-Koch-Institut gemeldet werden.

Welche Arten von Schutzmasken gibt es und wie unterscheiden sich diese?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unterscheidet zwischen drei verschiedenen Maskentypen: Community-Masken, medizinische Gesichtsmasken und filtrierende Halbmasken.

  • Community-Masken

Unter die Community-Masken fallen selbstgebastelte Schutzmasken, die zumeist aus Stoff oder anderen Materialien hergestellt wurden. Eine tatsächliche Schutzwirkung dieser Masken ist zumindest wissenschaftlich nicht belegt.

  • Medizinische Gesichtsmasken

Medizinische Gesichtsmasken oder Operations-Masken sind neben dem privaten Gebrauch vordergründig für den medizinischen Gebrauch vorgesehen und schützen Mitmenschen vor dem Tröpfchenauswurf des Maskenträgers. Da das Corona-Virus per Tröpfchen übertragen werden kann, bietet die Maske einen gewissen Schutz. Sowohl Community-Masken als auch die Medizinischen Gesichtsmasken werden umgangssprachlich häufiger auch als „Alltagsmasken“ bezeichnet.

  • Filtrierende Halbmasken

Zu den filtrierenden Halbmasken zählen sowohl FFP1-, FFP2- als auch FFP3-Masken. Diese Masken werden normalerweise dann eingesetzt, wenn in einem Umfeld mit gesundheitsschädlicher Luft gearbeitet wird. Die Masken bieten sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Bedeutet: Der oder die Maskenträgerin steckt sich selbst nicht an und kann auch keine Viren über Tröpfchen übertragen. Hat die Maske jedoch ein Ventil, fällt der Fremdschutz weg, weil nur die bereits eingeatmete Luft gefiltert wird.

Zahlreiche deutsche Unternehmen haben in der Coronakrise ihre Produktion auf die aktuelle Situation angepasst. Dazu zählt beispielsweise der Wäschehersteller Trigema, oder der Autokonzern Daimler, wo Atemschutzmasken für den eigenen Bedarf produziert werden.

Wo kann ich eine Schutzmaske kaufen?

Medizinische Schutzmasken und Einwegmasken gib es in Apotheken. Aber auch Drogerien und Supermarktketten bieten immer häufiger Gesichtsmasken an. Aldi Süd verkauft beispielsweise zehn Einwegmasken für einen Selbstkostenpreis von 6,99 Euro. Bei der Drogeriekette dm gibt es medizinische Schutzmasken bereits für 1,95 Euro im 7er-Pack.

Daneben bieten mittlerweile sogar Modehäuser Masken aus Stoff zu verschiedenen Preisen an. Der deutsche Online-Händler About You hat eine Vielzahl von Masken im Sortiment - von schlicht bis bunt ist alles dabei. Die günstigsten Masken sind ab 1,70 Euro erhältlich. Wer seine Schutzmaske noch individueller gestalten möchte, aber selbst kein Talent zum Nähen oder Basteln mitbringt, kann auch bei einer Schneiderei eine Stoffmaske in Auftrag geben.

Wie viel darf eine Schutzmaske kosten?

Insgesamt sollten sich Verbraucher aufgrund der gestiegenen Nachfrage auf erhöhte Preise für Gesichtsmasken einstellen. Wird die Schutzmaske in der Apotheke gekauft, müssen Kunden derzeit mit einem Preis von etwa acht Euro für ein Set mit fünf einfachen OP-Masken rechnen. Außerhalb der Apotheken kosten die Masken ungefähr zwischen vier und 20 Euro.

Kann ich Schutzmasken von der Steuer absetzen?

In der Politik ist das Thema Schutzmasken im Zusammenhang mit der steuerlichen Absetzbarkeit bereits präsent. So plädierte der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich dafür, die Kosten für Schutzmasken im Rahmen der Einkommenssteuererklärung absetzen zu können - immerhin muss eine mehrköpfige Familie bis Jahresende damit rechnen etwa eine dreistellige Summe nur für Schutzmasken auszugeben.

Falls es keine spezielle Regelung für die Schutzmasken geben wird, können Arbeitnehmer versuchen, die Schutzmasken beispielsweise als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn der Arbeitgeber vorschreibt, die Maske während der Arbeitszeit im Büro zwingend zu tragen. Stellt der Arbeitgeber die Gesichtsmasken jedoch von sich aus zur Verfügung, ist ein Absetzen von der Steuer ebenfalls nicht möglich.

Wer wird durch das Tragen einer Schutzmaske geschützt?

Wer eine Schutzmaske trägt, soll in erster Linie andere Personen schützen. Laut dem Robert-Koch Institut (RKI) gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass man durch das Tragen einer Alltagsmaske auch die eigene Gesundheit schützt. Tröpfchen, die beispielsweise beim Sprechen in der nahen Umgebung verbreitet werden könnten, werden durch eine Gesichtsmaske aufgefangen. Allerdings wird das Risiko einer Ansteckung dabei nur minimiert und nicht gänzlich aufgehoben.

Bieten selbstgebastelte Schutzmasken den gleichen Schutz wie medizinische Masken?

Ob das der Fall ist, hängt vom jeweiligen Material der Schutzmaske ab. Generell darf der Stoff, der für die Maske verwendet wird, aber nicht zu dünn sein. Während Geschirrtücher oder Baumwollstoffe sowie Staubsaugerbeutel große Tröpfchen bislang am effektivsten auffangen sollen, schneiden Seide, Schals oder alte Kopfkissenbezüge weniger gut ab. Aber Vorsicht: Staubsaugerbeutel enthalten teilweise Stoffe, die beim direkten Einatmen die Gesundheit schädigen können. Grundsätzlich gilt aber: Insgesamt hat entscheidet weniger das Material als die korrekte Handhabung der Maske über den Schutz. So bringt eine Maske nichts, wenn etwa nur der Mund bedeckt ist, die Nase aber frei bleibt.

Muss ich trotz Schutzmaske Abstand halten?

Ja. Menschen, die eine Schutzmaske tragen, sollten aufgrund des mangelnden Eigenschutzes nicht fahrlässig werden und sich nicht zu sicher fühlen. Im Gegenteil: Ein Mindestabstand von 1,5 Metern sollte nach wie vor eingehalten werden. Neben dem Abstandhalten ist auch regelmäßiges Händewaschen wichtig, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus vorzubeugen.

Was muss ich beim Tragen einer Schutzmaske beachten?

Die Infektionsgefahr kann nur dann verringert werden, wenn Schutzmasken richtig getragen werden. Folgende Punkte sollte man daher in jedem Fall beachten:

  • Bevor die Schutzmaske aufgezogen wird, gründlich die Hände waschen.
  • Die Maske beim Aufsetzen nicht von innen berühren, sondern bestenfalls nur an den Gummibändern oder von außen anfassen.
  • Es sollte sichergestellt werden, dass die Schutzmaske eng anliegt und sowohl Nase als auch Mund und Kinnpartie komplett bedeckt sind.
  • Brillenträger sollten erst die Schutzmaske anziehen und anschließend ihre Brille.
  • Während des Tragens sollte die Maske nicht zwischendurch unter das Kinn gezogen werden und nicht berührt werden.
  • Auch beim Abnehmen der Maske nur die Gummibänder berühren und von den Ohren ziehen.
  • Anschließend wieder gründlich die Hände waschen und gegebenenfalls desinfizieren.

Wie oft muss ich meinen Mundschutz wechseln?

Während Einwegmasken entsorgt werden sollten, nachdem sie einmal getragen wurden, können Masken aus Stoff gewaschen und wiederverwendet werden. Der Mundschutz muss spätestens dann gewechselt werden, wenn er durch wiederholtes Tragen durchfeuchtet ist. Des Weiteren sollten Schutzmasken stets luftdicht verwahrt werden.

Will man seinen Mundschutz reinigen, wäscht man ihn am besten in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad mit herkömmlichen Waschmittel. Eine andere Möglichkeit ist, den Mundschutz mit ausreichend heißem Wasser in einem Topf aufzukochen.

Kann das Tragen von Schutzmasken schädlich sein?

Werden die Masken nicht ordnungsgemäß verwendet und beispielsweise häufig während des Tragens angefasst, kann das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken sogar erhöht werden. Gefährlich wird es insbesondere dann, wenn man dabei die Schleimhäute berührt.