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Über langweilige Geschäftsmodelle, gute Unternehmen und den Circle of Competence

Glühbirne, die für eine spannende Idee steht
Glühbirne, die für eine spannende Idee steht

Langweilige Geschäftsmodelle, gute Unternehmen und der Circle of Competence: Das sind drei Begriffe, denen wir uns heute etwas näher widmen wollen. Ich bin überzeugt, dass wir als Investoren diesen Dreiklang häufiger würdigen sollten. Wobei uns eines natürlich nicht passieren sollte: Dass wir unseren Kompetenzkreis verlassen.

Trotzdem zählt häufig mehr dazu, als wir bereit sind, uns einzugestehen. Das bedeutet, dass wir gute Unternehmen manchmal nicht entdecken. Ein Fehler? Möglicherweise. Entscheide am Ende selbst.

Gute Unternehmen und langweilige Geschäftsmodelle …

Im Endeffekt geht es mir heute darum, dass gute Unternehmen manchmal langweilige Geschäftsmodelle besitzen. Oder solche, mit denen wir eher nichts anfangen können. Das ist ein Fehler. Im Endeffekt müssen wir schließlich nicht, wenn ein solches zum Beispiel Toilettenpapier verkauft, das aktiv mittun. Nein, sondern wir partizipieren von der Rendite und der Begeisterung des Managements, na ja, Toilettenpapier so gut als möglich zu verkaufen.

Das Beispiel ist für mich ganz passend, wenngleich auch etwas fiktiv mit durchaus möglichen Bezügen. Aber einige Investoren schauen häufig lieber auf vermeintlich ansprechende Geschäftsmodelle. Vielleicht ist es das Essen oder womöglich Videospiele. Oder auch andere Dinge, die einen faszinieren: Freizeitparks oder so etwas. Aber es sind die eher banalen, langweiligen Dinge, die eines mitbringen: eine gewisse Alltäglichkeit. Wir alle nutzen Toilettenpapier, um bei unserem Beispiel zu bleiben. Wenn ein Management es dann schafft, eine gute Marke aufzubauen und gleichzeitig solide zu wirtschaften und hohe Margen zu erzielen, dann es ist in der Regel ein gutes Unternehmen.

Unser Circle of Competence neigt jedoch dazu, uns so manches Mal in Ecken zu drücken, in die wir lieber gehen möchten. Und das, obwohl deutlich mehr dazugehört, als wir häufig denken. Im Endeffekt ist unsere Aufgabe jedoch klar: Ein gutes Unternehmen zu identifizieren, das durchaus ein langweiliges Geschäftsmodell besitzen kann. Vielleicht ist dieses Um-die-Ecke-Denken sogar so manches Mal der eine finale Schritt, der uns von noch höheren Renditen trennt.

Versuche, anders zu denken!

Beim Circle of Competence und den Geschäftsmodellen, mit denen wir uns gerne beschäftigen, unterliegen wir unserem eigenen Bias. Wir neigen dazu, unsere Interessen abbilden zu wollen. Allerdings gibt es gute Unternehmen gerade bei langweiligen Geschäftsmodellen. Sie sind in der Regel so stabil, weil sie alltäglich und eben nicht besonders aufregend sind. Wer hier anders denkt und in neue, banale Richtungen schaut, der besitzt definitiv die Chance, seine Renditen zu steigern. Und das relativ simpel, ohne den eigenen Kompetenzkreis verlassen zu müssen.

Der Artikel Über langweilige Geschäftsmodelle, gute Unternehmen und den Circle of Competence ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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