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Über 100 % Kursanstieg! Könnte eine Nikola-Aktie bald die nächste Tesla-Aktie sein?

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Nikola Motors Aktie

Die Tesla (WKN: A1CX3T)-Aktie ist seit ihrem Börsendebüt im Jahr 2010 bereits etwa 4.660 % gestiegen (09.06.2020). Viele Anleger waren zu Beginn jedoch sehr skeptisch, denn die Bewertung war hoch, das Unternehmen erzielte noch keine Gewinne und nur die Hoffnungen waren sehr groß. Hier konnten die Aktionäre also nur auf Elon Musk setzen, denn er hatte bereits zuvor mit PayPal (WKN: A14R7U) bewiesen, dass er ein genialer Erfinder und Ingenieur ist.

In der vergangenen Woche kam nun mit der Nikola (WKN: A2P4A9)-Aktie ein weiterer großer Hoffnungsträger an die Börse (09.06.2020). Sie konnte sich innerhalb von nur wenigen Tagen mehr als verdoppeln und besitzt deshalb aktuell einen Börsenwert von fast 30 Mrd. US-Dollar (09.06.2020). Auf der anderen Seite erzielt die Firma bisher aber noch nicht einmal Umsätze. Übertreibt der Markt hier also vielleicht oder haben wir es tatsächlich mit einer zweiten Tesla-Aktie zu tun?

Trevor Milton ein zweiter Elon Musk?

Für Nikolas Gründer Trevor Milton hat sich der Börsengang gelohnt, denn sein Vermögen stieg rasch auf über 9 Mrd. US-Dollar (09.06.2020). Vor seiner Tätigkeit bei Nikola war er Vorstandsvorsitzender und Gründer von dHybrid Systems, einem Unternehmen für Erdgasspeichertechnologie, das von Amerikas größtem Stahlanbieter Worthington Industries (WKN: 870882) übernommen wurde.

Vor dHybrid Systems war er Vorstandsvorsitzender und Gründer von dHybrid, das Dieselmotoren rekalibriert, um diese sowohl mit Erdgas als auch Diesel zur Emissionsreduktion betreiben zu können. Vor dHybrid war er Vorstandsvorsitzender und Gründer von upillar.com, einer E-Commerce-Website, die Amazon (WKN: 906866) ähnelt. Vor upillar.com gründete er SGS Alarms, einen autorisierten Sicherheitstechnikhändler. Trotz vieler Projekte kann Trevor Milton also bisher noch keinen ähnlich starken Erfolg wie Elon Musk zum Tesla-Börsengang vorweisen.

Dennoch besitzt er eine genaue Vorstellung davon, wo es mit Nikola hingehen soll. Im Vordergrund steht die Eroberung und Revolutionierung des Lkw- und später auch des Kleinlaster (Pick-up)-Marktes. Kurzum: Nikola möchte jenen Marktanteil gewinnen, den heute noch Diesel-Lkws halten. Lkws mit alternativen Antrieben sind ganz klar ein Zukunftssektor und wenn die traditionellen Hersteller wieder zu lange abwarten, könnte sich Nikola hier tatsächlich gut etablieren.

Bisher noch wenige Modelle, aber viele Aufträge 

Im nächsten Jahr wird ein elektrischer Truck namens Tre und 2023 werden zwei Wasserstoff-Lkws auf den Markt kommen. Nikola baut gleichzeitig ein Wasserstoff-Tankstellennetz auf, wofür es zuletzt einen Großauftrag an Nel (WKN: A0B733) vergeben hat. Sein Badger-Model (Wasserstoff-Pick-up-Truck) wird erst in die Produktion gehen, wenn Nikola einen entsprechenden Produktionspartner gefunden hat.

Das Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben Aufträge für 14.000 Elektro-Lkws, die einen Wert von über 10 Mrd. US-Dollar besitzen. Dies und die Hoffnungen auf ein starkes Wachstum treiben den Börsenwert, der allerdings bereits etwa das Dreifache der Aufträge erreicht hat. Deshalb ist sehr stark anzunehmen, dass die Aktie nach dem ersten Anstieg erst einmal stärker korrigieren könnte.

Investorengelder werden weiterhin benötigt

Nikola hat zwar vor seinem Börsengang 500 Mio. US-Dollar an privatem Kapital eingesammelt, wird aber über die kommenden Jahre noch unprofitabel bleiben und deshalb ganz sicher weitere Gelder benötigen. Ein Investor ist CNH Industrial (WKN: A1W599), hinter der die Agnelli-Familie steht. Zusammen wollen sie im nächsten Jahr in Deutschland die Produktion von Elektro-Lkws beginnen. In Phoenix (Arizona) soll ebenfalls 2021 die Produktion starten.

Fazit

Am Ende wird alles davon abhängen, wie gut Nikolas Produkte im Vergleich zur Konkurrenz tatsächlich sein werden. Nur dann werden die Investoren weiterhin bereit sein, viele Mio. US-Dollar zu investieren. Derzeit sieht allerdings alles sehr positiv aus, denn das Unternehmen musste sogar seine Auftragsannahme stoppen, weil die Nachfrage die Produktionsplanungen für die nächsten fünf Jahre weit überstieg.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, PayPal Holdings und Tesla und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon, Long January 2022 $75 Call auf PayPal Holdings.

Motley Fool Deutschland 2020