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Österreichischer Sternekoch kocht in Coronakrise Käsespätzle statt Kaviar

Das Luxusrestaurant von Österreichs berühmtestem Sternekoch musste schließen. Nun kocht er gratis bis zu tausend Essen für die Helfer.

Vor der Coronakrise war das Zwei-Sterne-Restaurant „Steirereck“ von Heinz Reitbauer im Wiener Stadtpark die berühmteste Adresse für Feinschmecker in der österreichischen Hauptstadt. Doch wegen der Pandemie muss das Lieblingslokal der Wiener Hautevolee eine Zwangspause einlegen.

Schnell hat der Gastronom umgesteuert. Statt für Bundeskanzler, Banker und Opec-Generalsekretär kocht der gebürtige Wiener nun für die Helfer im Einsatz gegen das Coronavirus. „Ich kann nicht daheim sitzen und nichts tun. Deshalb haben wir uns entschieden, dass wir für die Einsatzkräfte kochen“, erzählt Reitbauer im Gespräch.

Derzeit liefert das „Steirereck“ auf eigene Kosten 500 bis 700 Essensportionen täglich aus. Bis zu tausend Essen sollen es demnächst werden. Statt Kaviar heißt die Devise nun Käsespätzle. „Durch unser Zweitlokal Meierei verfügen wir über enorme Vorräte an Käse, die wir nun verkocht haben“, erzählt der 49-Jährige. Aber auch Klassiker der Wiener Küche wie Erdäpfelgulasch oder Sachertorte stehen auf dem Speiseplan.

Reitbauer kocht nur noch mit einem Team von zehn Helfern. Die restlichen 120 Mitarbeiter befinden sich wegen der Pandemie in Kurzarbeit. Mittags können die Betroffenen aber vorbeikommen, um Essen für sich und ihre Familien abzuholen.

Vor Ostern wird das „Steirereck“ allerdings nicht wieder öffnen. Denn die österreichische Regierung hat die Einschränkungen im Zuge der Coronakrise bis 13. April verlängert. Doch das erschüttert Heinz Reitbauer nicht. „Wir halten durch, solange wir durchhalten“, sagt er fest entschlossen.