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Österreichische Post vs. Service Properties: Das ist die bessere hochprozentige Dividendenaktie für 2020!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Das kommende Börsenjahr 2020 nähert sich inzwischen mit großen Schritten und ein Thema, das bei Investoren wohl weiterhin in der Gunst schwelgen wird, bleiben starke Dividendenaktien. Hohe Ausschütter gelten schließlich immer als attraktiv, insbesondere wenn diese Dividendenrenditen nachhaltig sind. Das kann insbesondere in den Zeiten der aktuellen hohen Bewertungen auf eine Unterbewertung hindeuten.

Zwei Aktien, die dabei mit einer hohen Dividendenrendite auf sich aufmerksam machen, sind dabei die Aktien der Österreichischen Post (WKN: A0JML5) und von Service Properties (WKN: A2PSPV). Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf diese beiden Papiere und überlegen einmal, hinter welcher Aktie nun möglicherweise das attraktivere Gesamtpaket lauert.

Österreichische Post: Hohe Dividendenrendite im Megatrendmarkt

Eine erste Aktie mit einer hohen Dividendenrendite ist und bleibt gegenwärtig die der Österreichischen Post. Der Post- und Paketdienstleister unserer Nachbarn hat für das vergangene Geschäftsjahr 2018 so beispielsweise eine Dividende in Höhe von 2,08 Euro an die Investoren ausgezahlt. Bei einem derzeitigen Kursniveau von 34,35 Euro (27.12.2019, maßgeblich für alle Kurse) entspräche das einer Dividendenrendite von 6,05 %. Das können wir wohl getrost als hoch einstufen.

Dabei wird die Dividende durchaus von spannenden Nebenfaktoren begleitet. Im noch so gerade aktuellen Börsenjahr 2019 hat das Unternehmen schließlich inzwischen das neunte Jahr in Folge die eigene Ausschüttung konstant gehalten und das achte Mal erhöht. Das könnte durchaus der Beginn einer spannenden Dividendenhistorie sein.

Hinzu kommt, dass der Geschäftsbereich der Post- und Paketdienstleistungen ein interessanter Zukunftsmarkt ist. In Zeiten des E-Commerce werden schließlich insbesondere die Paketzahlen künftig weiter zunehmen. Das könnte langfristig noch für ein spannendes moderates Wachstum sorgen, wovon auch die Ausschüttung profitieren könnte.

Nichtsdestoweniger sollten wir an dieser Stelle auch erwähnen, dass die Dividende hier momentan vergleichsweise am Limit ist. Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 kam die Österreichische Post schließlich auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 2,12 Euro, wodurch sich das Ausschüttungsverhältnis hier bereits auf 98 % beläuft. In diesem Jahr wirkt außerdem eine Rückstellung belastend, das könnte möglicherweise für ein Ausschüttungsverhältnis von über 100 % sorgen.

Die Aktie der Österreichischen Post könnte daher langfristig eine spannende Wahl sein, allerdings scheint die Dividende hier kurzfristig möglicherweise operativ nicht ausreichend gedeckt. Ein kleinerer Einbruch könnte hier im kommenden Jahr womöglich zu kleineren Kurskapriolen führen.

Service Properties: Hohe Dividende, aber operativer Einbruch?

Eine zweite Aktie mit einer ebenfalls hohen Dividendenrendite ist außerdem die von Service Properties. Der US-amerikanische Real Estate Investment Trust zahlt gegenwärtig nämlich eine Quartalsdividende in Höhe von 0,54 US-Dollar an die Investoren aus. Bei einem derzeitigen Kursniveau von 24,27 US-Dollar entspräche das einer Dividendenrendite von 8,89 %. Auch das ist definitiv eine interessante, hohe Ausschüttung.

Auch Service Properties zahlt dabei zumindest seit dem Jahre 2010 eine stets konstante Ausschüttung an die Investoren aus, die zudem inzwischen ebenfalls stets moderat erhöht worden ist. Die Dividende je Aktie stieg hier inzwischen schließlich von 0,45 US-Dollar auf das aktuelle Niveau, was ebenfalls einem moderaten Wachstum auf dem aktuellen Niveau entspricht.

Der Grund, weshalb die Dividendenrendite hier so hoch ist, könnte mit einer gewissen Skepsis bezüglich des operativen Geschäftsverlaufs zusammenhängen. Als Real Estate Investment Trust im Hotelbereich könnte hier möglicherweise ein Einbruch bevorstehen. Immerhin reisen viele Verbraucher weniger, wenn die wirtschaftlichen Zeiten unsicherer werden.

In Anbetracht von Funds from Operations in Höhe von 0,95 US-Dollar und einer daraus resultierenden Ausschüttungsquote von knapp 57 % scheint hier allerdings noch viel Spielraum für weitere Einbrüche zu existieren. Die derzeitige Dividende scheint hier, trotz aller Sorgenfelder, noch immer vergleichsweise sicher zu sein.

Die bessere Wahl …

Wenn es daher darum geht, welche Aktie möglicherweise die bessere Wahl ist, würde ich aktuell eher zu Service Properties tendieren. Die derzeitige Dividendenrendite ist hier noch immer höher, zudem scheint die Ausschüttung hier noch immer vergleichsweise nachhaltiger zu sein.

Auch die Österreichische Post kann zwar eine interessante Aktie mit hoher Dividende sein, allerdings sollten Investoren hier das Ausschüttungsverhältnis beobachten. Trotz eines spannenden Wachstumsmarkts könnte hier die Dividende möglicherweise zumindest im kommenden Börsenjahr nicht mehr nachhaltig sein.

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Vincent besitzt Aktien von Service Properties. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020