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Österreichische Post und Deutsche Euroshop: 2 Dividendenaktien mit über 5 % Dividendenrendite im Zahlencheck!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Aktien der Österreichischen Post (WKN: A0JML5) und der Deutschen Euroshop (WKN: 748020) haben eine wesentliche Gemeinsamkeit. Obwohl beide Unternehmen vollkommen unterschiedliche Dinge betreiben – das eine ist schließlich ein Paket- und Postdienstleister, das andere eine Immobilienbeteiligungsgesellschaft – zahlen beide dennoch hohe Dividenden an die Investoren aus.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist außerdem, dass beide Vertreter aus dem DACH-Raum in diesen Tagen ihre Zahlen für das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate des aktuellen Geschäftsjahres präsentiert haben. Werfen wir im Folgenden daher einen Blick auf dieses Zahlenwerk und was das für den operativen Verlauf und die Dividenden der beiden Aktien bedeuten kann.

Deutsche Euroshop: Solide Stagnation

Eine erste Aktie, die zum Anfang dieser Woche bereits frische Zahlen präsentiert hat, ist zunächst die der Deutschen Euroshop. Wenn man dieses Zahlenwerk mit zwei Worten beschreiben müsste, so würde mir diesbezüglich solide Stagnation einfallen. Schauen wir im Folgenden daher mal, was genau ich denn eigentlich damit verbinde.

Die Beteiligungsgesellschaft steigerte innerhalb der ersten neun Monate die Umsatzerlöse moderat um 0,3 % auf 167,6 Mio. Euro. Das EBIT nahm ebenfalls um 0,3 % auf 146,9 Mio. Euro zu, das Ergebnis ohne Bewertungsergebnis konnte hingegen mit 3 % etwas stärker steigen. Das könnte durchaus dafürsprechen, dass hier so einiges operativ moderat weiterwächst.

Die für die Immobilienbeteiligungsgesellschaft wichtigen Funds from Operations je Aktie (FFO) stiegen im Jahresvergleich ebenfalls sehr leicht um 0,6 % auf inzwischen 1,81 Euro je Anteilsschein. Möglicherweise hast du in Anbetracht dieser Zahlen nun ein besseres Gespür dafür, was ich unter solider Stagnation verstehe.

Die Deutsche Euroshop ist außerdem weiterhin eine Dividendenperle, die es auf eine hohe Dividendenrendite bringt. Im letzten Jahr schüttete die Beteiligungsgesellschaft beispielsweise 1,50 Euro je Aktie an die Investoren aus, was bei einem derzeitigen Kursniveau von 26,20 Euro (14.11.2019, maßgeblich für alle Kurse) einer Dividendenrendite in Höhe von 5,72 % entsprechen würde.

Ein Blick auf die aktuellen Funds from Operations reicht außerdem bereits aus, um zu sehen, dass dieses Dividendenniveau ausreichend gedeckt ist und sich Investoren hier gegenwärtig keinerlei Gedanken um die Nachhaltigkeit dieser Ausschüttung machen müssen.

Österreichische Post: Ergebnisrückgang bereitet Sorgen

Eine zweite Dividendenperle, die in diesen Tagen frische Zahlen präsentiert hat, ist außerdem die der Österreichischen Post. Auch hier spricht vieles für einen moderaten Wachstumskurs, wie ein Blick auf dieses Zahlenwerk offenbart.

Demnach stiegen alleine die Umsätze im Jahresvergleich um 3,2 % auf 1,46 Mrd. Euro. Eine solide operative Entwicklung, die vornehmlich auf ein starkes Paketwachstum mit über 11 % zurückzuführen gewesen ist. Das Postgeschäft stieg hingegen ebenfalls sehr leicht um 0,6 %.

Auch das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen nahm hierbei um 8,4 % im Jahresvergleich auf 130 Mio. Euro zu. Da die Österreichische Post allerdings Rückstellungen für eine mögliche Datenschutzstrafe in Höhe von 19,8 Mio. Euro bilden musste, weist das Unternehmen hier dennoch formal einen Ergebnisrückgang aus. Je Aktie beläuft sich das Ergebnis so beispielsweise lediglich noch auf 1,48 Euro nach einem Vorjahreswert in Höhe von 1,56 Euro je Anteilsschein.

Auch wenn das möglicherweise nicht ganz so dramatisch klingt, könnte diese moderat schwächere Entwicklung für den österreichischen Post- und Paketdienstleister dividendentechnisch gewaltige Auswirkungen haben. Die für 2018 gezahlte Dividende in Höhe von 2,08 Euro, die bei einem derzeitigen Kursniveau von 34,50 Euro einer Dividendenrendite in Höhe von 6,02 % entsprechen würde, könnte operativ nicht mehr gedeckt sein. Womöglich steht hier eine kleinere Dividendenkürzung bevor, zumindest sollten sich Investoren in Anbetracht des Ergebnisrückgangs auf ein solches Szenario einstellen.

Spannende Dividendenwerte, moderates Zahlenwerk

Insgesamt dürften die aktuellen Zahlen daher vor allem eines zeigen: Sowohl die Deutsche Euroshop als auch die Österreichische Post treten operativ auf der Stelle, wachsen, wenn überhaupt, eher moderat. Der Grund, warum diese Aktien dennoch interessant sein könnten, hängt mit den jeweiligen Dividenden zusammen. Auch wenn es speziell beim österreichischen Vertreter einige Dinge geben könnte, die hier definitiv beobachtenswert sind.

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Vincent besitzt Aktien der Deutsche Euroshop. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Deutsche Euroshop. 

Motley Fool Deutschland 2019