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Ölpreise legen zu – doch Preiskrieg hält an

An den Aktienmärkten wächst die Sorge vor einer beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus in den USA. Das dürfte mittelfristig auch die Ölpreise belasten.

Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa

Die Ölpreise haben am Freitag trotz der anhaltenden Nachfrageschwäche zugelegt. In den USA weitete sich die Zahl der Corona-Infizierten zuletzt massiv aus, inzwischen sind es mehr als in China. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 26,58 US-Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI stieg um 43 Cent auf 23,03 Dollar.

Während die Fallzahlen vor allem in New York sprunghaft anstiegen, zeigten sich am Donnerstag bereits die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen auf die Realwirtschaft. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stieg dort in der Woche bis 21. März etwa um das Zehnfache von 282.000 auf nunmehr rund 3,3 Millionen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung.

Vor diesem Hintergrund könne auch die Erholung an den US-Aktienmärkten nicht mehr lang anhalten, kommentierte Ed Moya, Marktexperte bei Oanda. Am Markt wachse die Sorge vor einer beschleunigten Ausbreitung des Virus in den USA. Eine verschlechterte Stimmung an den Finanzmärkten dürfte auch die Ölpreise belasten.

Neben den wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus hält auch der Preiskrieg zwischen der Opec-Führungsnation Saudi-Arabien und Russland unvermindert an. Aufgrund der Belastung ihrer Staatsfinanzen durch den niedrigen Ölpreis drängen inzwischen jedoch einige kleinere Opec-Staaten auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Mit der Sache vertraute Offizielle und Branchenkenner beschrieben die Entscheidung Saudi-Arabiens, die Fördermenge zu erhöhen, als für die Partner-Staaten nervenaufreibend.

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