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Ölpreise legen zu - Entspannung im Konflikt zwischen den USA und China

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NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 30,05 US-Dollar. Das waren 60 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 77 Cent auf 24,32 Dollar.

Händler verwiesen auf Entspannungssignale im Streit zwischen den USA und China. Beide Länder wollen trotz der jüngsten Spannungen in der Corona-Krise an der Teilvereinbarung im Handelsstreit festhalten. Darauf haben sich Chinas Vizepremier Liu He und der US-Finanzminister Steven Mnuchin sowie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer laut Chinas Handelsministerium in einem Telefonat verständigt.

Die Entwicklung stützte die Ölpreise. Ein neuer Handelskonflikt hätte die Weltwirtschaft weiter belastet und auch die Nachfrage nach Rohöl gedämpft.

Zudem wirkte die Entscheidung von Saudi-Arabien, seine Ölpreise zu erhöhen, nach. Konkret wurden die marktüblichen Preisnachlässe reduziert, was einer Preisanhebung entspricht. Gestützt werden die Preise zudem durch Lockerungen der Corona-Restriktionen in vielen Ländern.

Für Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, stellen die effektiven Preiserhöhungen durch Saudi-Arabien ein Friedensangebot im Preiskrieg mit Russland dar. Das Land habe zuvor durch seine aggressive Preispolitik selbst traditionell enge Geschäftspartner der Russen als Kunden gewinnen können.

Experten sehen allerdings kein großes weiteres Erholungspotenzial für die Ölpreise. Ein Ende der schweren Wirtschaftskrise ist noch nicht in Sicht. Damit dürfte die Nachfrage nach Rohöl verhalten bleiben. Der Angebotsüberhang ist weiterhin sehr groß.