Deutsche Märkte öffnen in 1 Stunde 39 Minute

Ölpreise geben wegen Förderstreit nach

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag infolge eines Streits unter großen Ölförderern gefallen. Zwar hielten sich die Abschläge in Grenzen, die Stimmung am Markt ist aber angeschlagen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 39,59 US-Dollar. Das waren 20 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 38 Cent auf 36,91 Dollar.

Die Ölpreise leiden unter dem Streit zwischen wichtigen Förderländern. In dem Verbund Opec+ geht es darum, ob und wie lange die bestehenden Förderbeschränkungen verlängert werden sollen. Laut Medienberichten wollen Russland und Saudi-Arabien die derzeit geltenden Beschränkungen um einen Monat verlängern.

Beide Länder fordern jedoch andere Staaten dazu auf, ihre Förderung stärker zu reduzieren, da sie sich zuletzt nicht an die beschlossen Quoten gehalten hätten. Im Fokus der Kritik steht offenbar vor allem der Irak, daneben Nigeria und Kasachstan. Ein für diese Woche angepeiltes Treffen der Förderländer findet nicht statt. Ob der reguläre Termin in der kommenden Woche eingehalten wird, ist gegenwärtig unklar.

Zu den Problemen auf der Angebotsseite kommen Schwierigkeiten auf der Nachfrageseite hinzu. Daten des US-Energieministeriums vom Mittwoch zeigten eine anhaltend schwache Nachfrage nach Diesel. Sie fiel auf den tiefsten Stand seit 21 Jahren. Als Grund kann die Corona-Krise mit all ihren wirtschaftlichen Verwerfungen gelten.