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Rohölpreise geben nach – Libyens Ölquellen sollen bald wieder sprudeln

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Auch die angespannte Corona-Lage in Europa und den USA belastet die Preise. Amerikanisches Rohöl notiert deutlich unterhalb der Marke von 40 Dollar pro Fass.

Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa
Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa

Die Ölpreise haben zum Wochenstart nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Montag im Handelsverlauf 40,60 US-Dollar, ein Minus von knapp drei Prozent. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel auf 38,67 Dollar.

In Libyen macht die staatliche Ölgesellschaft den Weg für ein Wiederanfahren von in den Bürgerkriegswirren über Monate blockierten Produktionsstätten frei. Dies gilt als ein Grund, warum die Ölpreise derzeit fallen.

Die National Oil Corp (NOC) hob am Montag die sogenannte „Force Majeure"-Erklärung über die Anlagen auf den Ölfeldern von El-Feel auf, mit der das Unternehmen unter Berufung auf höhere Gewalt bei Produktionsausfällen vor Haftungsansprüchen von Kunden geschützt war. Damit sei die Stilllegung inländischer Ölfelder und Häfen Geschichte, erklärte die NOC. Bereits am Freitag war die „Force Majeure"-Erklärung für die wichtigen Ölhäfen Ras Lanuf und Es Sider aufgehoben worden.

Nun soll die Öl-Förderung wieder schrittweise nach oben gefahren werden. Binnen vier Wochen wird eine Tagesproduktion von einer Million Barrel à 159 Liter angestrebt.

Vergangene Woche lag sie noch bei 500.000 Barrel pro Tag. Den Weg für die Normalisierung der libyschen Ölproduktion hatte der abtrünnige General Chalifa Haftar im September durch eine Vereinbarung mit der international anerkannten Regierung in Tripolis freigemacht. Jüngst ließen beide Seiten nach Verhandlungen in Genf ein Waffenruhe-Abkommen folgen.

Auf der Nachfrageseite am Ölmarkt beeinträchtigen die weiterhin stark steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa und den USA die Aussichten für die Weltwirtschaft. Marktbeobachter sind zudem der Ansicht, dass die Chancen für eine Einigung auf ein neues US-Konjunkturpaket noch vor den Wahlen zusehends schwinden.