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Ölpreise geben deutlich nach - US-Reisebeschränkungen belasten

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem angekündigten Einreisestopp für Europäer in die USA und heftigen Finanzmarktturbulenzen deutlich gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 32,70 US-Dollar. Das waren 3,09 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 2,08 Dollar auf 30,90 Dollar.

Ausschlaggebend für den neuerlichen Preisrutsch war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Reisebeschränkungen in die USA einzuführen. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus werden die USA ihre Grenzen für Ausländer aus Europa für eine Dauer von zunächst 30 Tagen schließen. Ausgenommen sind Reisende aus Großbritannien.

Die Ankündigung der US-Regierung sorgte für heftige Kursverluste an den Aktienmärkten, die auch die Ölpreise mit nach unten zogen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Fed versuchten, sich gegen den Einbruch zu stemmen, hatten aber keinen Erfolg damit. Allein in dieser Woche haben die Ölpreise um etwa ein Viertel nachgegeben.

Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wird mit einem starken Rückgang der Ölnachfrage gerechnet. Darüber hinaus setzt ein Machtkampf großer Förderstaaten den Ölpreisen zu. Das Ölkartell Opec hatte sich Ende vergangener Woche mit Russland und anderen Fördernationen nicht auf eine Deckelung der Produktion einigen können. Daraufhin kündigten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate deutliche Förderausweitungen an.