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Ölpreise geben nach

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NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 42,33 US-Dollar und damit 99 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 96 Cent auf 40,09 Dollar.

Die erneut starke Ausbreitung des Corona-Virus in Europa lastete auf der Stimmung an den Finanzmärkten, dies setzte auch die Ölpreise unter Druck. Daneben verteuerte der starke US-Dollar den Rohöl-Import. Da Öl international in Dollar gehandelt wird, steigen die Importkosten mit dem Wechselkurs.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte sich eher skeptisch zu den Aussichten auf ein neues Konjunkturpaket noch vor der Wahl im November geäußert. Er hatte das Unterfangen als "schwierig" bezeichnet. Die sich hinziehenden Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten belasten die Finanzmärkte schon länger.

Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verwies zudem auf überwiegend belastende Nachrichten, nachdem die Internationale Energieagentur IEA das Ölkartell Opec davor gewarnt hatte, Förderkürzungen Anfang 2021 zurückzunehmen: "Sollte sich die Nachfrage spürbar eintrüben, wird die OPEC+ nicht darum herumkommen, die Produktionserhöhung abzublasen, will sie nicht ein erneutes Überangebot und einen neuerlichen Preisrutsch riskieren."

Am Morgen hatten Marktbeobachter noch auf einen Branchenbericht verwiesen, der einen deutlichen Rückgang der US-Ölvorräte andeutete und sich daher positiv auf die Preise ausgewirkt habe: Das American Petroleum Institute API ermittelte einen wöchentlichen Rückgang um 5,4 Millionen Barrel. Am Donnerstagnachmittag gibt die Regierung ihre offiziellen Wochendaten bekannt. Die Zahlen kommen wegen eines Feiertags am Montag einen Tag später als üblich.