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Ökonomen-Stimmen zum erneuten Produktionsrückgang in Deutschland

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie hat im Februar unerwartet einen weiteren Dämpfer erlitten. Im Monatsvergleich sei die Produktion im verarbeitenden Gewerbe um 1,6 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Bereits im Januar war die Fertigung in deutschen Betrieben rückläufig, aber nicht so stark wie bisher gedacht. Das Bundesamt hat die Januar-Daten nach oben revidiert. Demnach betrug der Rückgang im Monatsvergleich 2,0 Prozent, nachdem zuvor ein Minus von 2,5 Prozent gemeldet worden war.

Die Einschätzung von Ökonomen zum erneuten Produktionsrückgang:

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank

"Bereits die Januar-Daten litten unter dem Halbleitermangel, es scheint nun so, dass auch der Februar noch von der Knappheit geprägt war. Das Minus dürfte also vor allem Ausdruck eines Mangeleffekts an elektronischen Produkten und von logistischen Schwierigkeiten sein. Ein Mangel an Aufträgen kann jedenfalls nicht der Grund für den neuerlichen Rücksetzer der Industrieproduktion sein. Die Auftragseingänge liefen zuletzt wie geschmiert."

Michael Holstein, Chefvolkswirt DZ Bank

"Der Produktionsrückgang im Industriebereich war aufgrund der guten Auftragslage aber nicht zu erwarten. Insbesondere die Autoindustrie verzeichnete im Vergleich zu Januar einen Rückgang der Produktion um zehn Prozent. Hier dürften Lieferengpässe bei Rohstoffen und Fertigteilen eine wichtige Rolle gespielt haben, so dass die Unternehmen nicht in der Lage waren, die steigenden Auftragseingänge abzuarbeiten. Wenn sich die Situation bei den Vorprodukten normalisiert, wird es bei der Produktion zu Nachholeffekten kommen."

Andrew Kenningham, Chefvolkswirt Europa Capital Economics

"Der unerwartete Rückgang der Industrieproduktion im Februar bedeutet, dass das deutsche BIP im ersten Quartal mit ziemlicher Sicherheit geschrumpft sein wird. Da bis weit in das zweite Quartal hinein strenge Beschränkungen bestehen bleiben, ist eine anhaltende Erholung bis zur zweiten Jahreshälfte unwahrscheinlich."

Jens-Oliver Niklasch, Analyst Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

"Eine echte Enttäuschung. Die Mehrzahl der Daten aus der Industrie war zuletzt überraschend positiv, so dass dieser erneute Rückschlag nach dem Januar jetzt unerwartet kommt. Andererseits passt es zur allgemeinen Annahme einer sinkenden Wirtschaftsleistung im ersten Quartal. Hoffen wir also weiter darauf, dass die Frühindikatoren richtig liegen und erwarten die Belebung der Konjunktur für das zweite Quartal - falls uns Corona keinen Strich durch diese Rechnung zieht."

Ralph Solveen, Analyst Commerzbank

"Der Grund für dieses zweite deutliche Minus in Folge liegt offensichtlich nicht in einer schwachen Nachfrage. Vielmehr scheint es Probleme bei der Versorgung mit Vorprodukten zu geben. Damit zeichnet sich für das erste Quartal eine spürbar niedrigere Produktion als im Schlussquartal 2020 ab. Allerdings sollte dieser Mangel an Vorproduktion in den kommenden Monaten allmählich überwunden werden, sodass für das zweite Quartal mit einer deutlich höheren Produktion zu rechnen ist."

Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland Unicredit Bank

"Unseres Erachtens ist eine kräftige Erholung im März wahrscheinlich, was bereits durch den Index der Lkw-Mautkilometer signalisiert wurde, der im März um fast fünf Prozent im Monatsvergleich anstieg. Die Daten zum internationalen Handel wurden heute Morgen ebenfalls veröffentlicht und zeigten, dass die Exporte im Februar um 0,9 Prozent im Monatsvergleich gestiegen sind."