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Ökonomen fordern großes staatliches Investitionsprogramm gegen Corona-Rezession

Wirtschaftswissenschaftler haben ein breit angelegtes Investitionsprogramm des Staates gefordert, um die deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise wiederzubeleben. Die Impulse sollten anders als in früheren Rezessionen zunächst nicht auf die Stimulierung des Konsums abzielen, sondern sich auf langfristig angelegte Investitionen in Zukunftsbereiche fokussieren, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Papier der fünf Forscher. Zentral sollten dabei die Bewältigung der Dekarbonisierung, des demographischen Wandels und der digitalen Transformation sein.

Die Wissenschaftler drängen die Politik dabei zu einem raschen Handeln. Die Bundesregierung solle schnellstmöglich ein mehrjähriges, kreditfinanziertes Programm zur privaten und öffentlichen Investitionsförderung auflegen. Neben einer erhöhung der öffentlichen Ausgaben, insbesondere in den Bereichen Umwelt und Bildung, sprechen sich die Ökonomen konkret dafür aus, Unternehmen bei geplanten Investitionen in diesen Bereichen mit gezielten Steuervorteilen zu unterstützen.

Details zum Umfang sowie Kosten des Programms wollten die Forscher nicht nennen, dafür erfordere der weitere Krisenverlauf zu viel Flexibilität. Autoren des Papiers sind Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung, Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Tom Krebs von der Universität Mannheim, Barbara Praetorius, Co-Vorsitzende der Kohle-Kommission, und Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.