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Ärzteverband beklagt fehlende Investitionen in Kliniken

Verbandschefin Susanne Johna kritisiert fehlende Ausgaben für Krankenhäuser. Sparzwänge hält sie für vorgeschoben und appelliert an die Verantwortung der Länder.

Der Ärzteverband Marburger Bund hat den Bundesländern vorgeworfen, zu wenig in Krankenhäuser zu investieren. „Es fehlt seit Jahren an Investitionen der Länder in die Krankenhäuser“, sagte Verbandschefin Susanne Johna der „Passauer Neuen Presse“ am Samstag.

„Wenn man einen guten Status hat und drei bis vier Jahre nicht zusätzlich investiert, führt das nicht sofort zu einer Verschlechterung. Das kann aber nicht über zehn Jahre gut gehen. Dann werden Bereiche marode, die Finanzmittel brauchen“, sagte Johna. Aussagen von Länderseite, sie könnten nicht mehr leisten, nannte sie eine „Schutzbehauptung“. Wer die Verantwortung habe, müsse sie auch wahrnehmen.

„Die Situation hat sich über die Jahre verschlechtert – nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch mit Blick auf die Personalnot“, klagte Johna. Die Kliniken würden zunehmend besonders qualifizierte Pflegekräfte verlieren, die in andere Berufsfelder gingen. Pflegekräfte müssten besser vergütet werden.

Nach einer aktuellen Befragung des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), die dem „Tagesspiegel“ vorlag, haben inzwischen vier von fünf Krankenhäusern Probleme, offene Pflegestellen zu besetzen. Bundesweit seien 17 000 Pflegestellen offen. Bei den Ärzten sehe es nicht viel besser aus. 76 Prozent der fast 2000 Kliniken im Land bemühten sich derzeit, Mediziner für vakante Posten zu finden.

Nach Aussagen des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach kommt es bereits heute teils zu einer Unterversorgung. „In einigen Bereichen, etwa in der Kinderheilkunde, kann die Routineversorgung nicht mehr gewährleistet werden“, sagte Lauterbach der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Er fügte hinzu: „Wir können absehen, dass das in wenigen Jahren noch deutlich zunehmen wird.“