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Ärzte warnen vor unkoordinierten Lockerungen

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Ärzteverbände haben vor voreiligen und unkoordinierten Lockerungen des Lockdowns gewarnt und eine Ausweitung von Corona-Tests gefordert. "Es wäre falsch, einfach einige Bereiche zu öffnen, weil die Menschen lockdownmüde sind", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, der "Rheinischen Post" (Dienstag). Öffnungen sollten nur in Verbindung mit einer gezielten Test- und Nachverfolgungsstrategie erfolgen, mahnte sie. "Keinesfalls dürfen wir dem Virus den roten Teppich ausrollen."

Es gehe jetzt darum, die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zurückzugewinnen. "Das Virus ist im Augenblick immer noch schneller als unsere Maßnahmen, wir reagieren nur. Das muss sich ändern." Teichert forderte daher mehr Tests in den Schulen, in den Betrieben "und auch beim Friseur". Außerdem müsse noch viel mehr auf Varianten des Coronavirus getestet werden, um einen besseren Überblick über deren Ausbreitung zu erhalten.

Ähnlich argumentierte der Marburger Bund. "Die Öffnungen sollten langsam und stufenweise erfolgen. Es ist wichtig, Folgewirkungen abzuwarten, bevor man den nächsten Schritt macht", sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Gefahr einer dritten Infektionswelle mit hochansteckenden Virusvarianten betreffe nicht nur ältere Patienten, "auch jüngere, insbesondere Risikopatienten". "Wir reden hier von einem Viertel der Bevölkerung", sagte sie. Sollte die dritte Welle vergleichsweise ungebremst auf sie treffen, komme es zwangsläufig zu einem Wiederanstieg der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen.