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Ärger bei DKB-Kunden: Direktbank wirbt mit kostenfreien Abhebungen von Bargeld — aber das gilt nicht bei allen Automaten

·Lesedauer: 3 Min.
Zumindest in den deutschlandweit 26 Filialen der DKB ist Geldabheben für Kunden kostenlos, aber nicht unbedingt an Geldautomaten anderer Anbieter.
Zumindest in den deutschlandweit 26 Filialen der DKB ist Geldabheben für Kunden kostenlos, aber nicht unbedingt an Geldautomaten anderer Anbieter.

Die Überraschung scheint bei einigen Kunden der Deutschen Kreditbank (DKB) groß gewesen zu sein, als diese mit ihrer Kreditkarte oder Debitkarte von Visa Bargeld an einem Automaten abgehoben haben und dafür eine Gebühr bezahlen mussten. Schließlich wirbt die Bank damit, dass weltweit kostenlos Bargeld abhoben werden könne.

So berichtet es zumindest die Verbraucherzentrale Hamburg. Sie schreibt in einem Beitrag: "Uns erreichen diesbezüglich immer wieder Beschwerden von verärgerten Verbraucherinnen und Verbrauchern."

Auf Kleingedrucktes achten

Doch warum müssen die Kunden überhaupt Gebühren zahlen, wenn die Bank doch kostenfreie Abbuchungen verspricht? Der Teufel steckt im Detail – beziehungsweise im Kleingedruckten. Auf der Website wird mit dem im Bild zu sehenden Aufruf geworben.

Doch erst, wenn man auf den Link klickt, der bei "weltweit kostenlos" hinterlegt ist, erscheint eine Erklärung, dass einige Geldautomatenbesitzer zusätzliche Entgelte erhöben. Die DKB habe darauf keinen Einfluss, erstatte die Gebühren aber auch nicht. Ganz ähnlich ist die Formulierung in den schriftlichen Verträgen, wo die Erklärung in einer Fußnote auftaucht.

Die DKB antwortet auf eine Anfrage von Business Insider, dass ihre Preise hinreichend transparent seien. "Auf den Umstand, dass gegebenenfalls beim Abheben an Geldautomaten von den Betreibern zusätzliche Entgelte berechnet werden, die von der DKB nicht erstattet werden, weisen wir nicht nur in unserem Preis- und Leistungsverzeichnis, sondern auch auf unserer Homepage ausdrücklich hin.", so ein Sprecher.

Banken haben keinen Einfluss auf Automatengebühren

Aber stimmt es überhaupt, dass die DKB darauf keinen Einfluss hat? Ja, denn die DKB gibt die Kredit- und Debitkarten für den Zahlungsdienstleister Visa aus, der wiederum für sich dafür sorgen muss, dass Bargeld von den Kunden kostenlos abgehoben werden kann.

Visa teilt auf Anfrage von Business Insider mit, dass "Geldautomatenbetreiber in Deutschland keine Gebühren für Inlandsbargeldabhebungen mit Visa Kredit- oder Debitkarten erheben dürfen." Trotzdem tun es anscheinend einige Betreiber. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um dubiose Cash-Automaten, wie sie zum Beispiel häufiger in Kiosken und Hauseingängen stehen – und wo hohe Gebühren fällig werden, sondern auch Filialbanken.

Dass beim Abheben von Bargeld mit einer Visa-Karte ein Entgelt verlangt wird, trifft aber nicht nur DKB-Kunden. Die ING Bank, eine weitere große Direktbank, schreibt auf ihrer Homepage, dass an 97 Prozent aller Automaten in Deutschland kostenlos mit Visa-Karten Bargeld abgehoben werden könne.

Im Ausland fallen häufiger Gebühren an

Möglich also, dass die Kunden, die sich bei der Verbraucherzentrale beschwert haben, an die drei Prozent der Automaten in Deutschland geraten sind, an denen eine Gebühr erhoben wird, die sie selbst bezahlen müssen. Die DKB weist auf Anfrage von Business Insider noch auf eine andere mögliche Ursache für die Beschwerden der Verbraucher hin.

Es sei möglich, dass einige DKB-Kunden ihre Girokarte mit der Debit- beziehungsweise Kreditkarte verwechselt hätten. Mit der Girokarte sind kostenlose Abhebungen nämlich nur an den Automaten der DKB möglich – und davon gibt es in Deutschland gerade einmal 26.

Anders sieht die Sache jedoch aus, wenn man sich im Ausland nach kostenfreien Automaten umschaut. In einer öffentlichen Diskussion auf der Social-Media Seite Reddit diskutieren einige Kunden der DKB die Gebühren fürs Geldabheben. Ein Nutzer berichtet dort beispielsweise, dass es in Tschechien kaum möglich sei, kostenlos Geld mit der Visa-Karte abzuheben. Dort habe er nur eine Bank gefunden, bei der er kostenlos Bargeld abheben konnte.

Die meisten Nutzer erkennen jedoch ebenfalls, dass die Schuld für die Gebühren nicht bei den Banken liege und diskutieren über mögliche Lösungen. So müsse sich die Politik des Problems annehmen, meint ein User und fordert, „dass die EU diesem Wildwuchs einen Riegel vorschiebt.“ Die Politik sucht schon länger mit den Banken nach einem Kompromiss, um sich auf einheitliche Regeln zu den Abhebegebühren zu einigen – doch ein Ende der Debatte scheint noch nicht in Sicht.

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