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Dax fällt erstmals seit 2016 unter die Schwelle von 9000 Punkten

Nach einer leichten Erholung am Vortag ist der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittwoch deutlich schwächer gestartet. Zum Handelsbeginn in Frankfurt am Main verlor der deutsche Leitindex 3,6 Prozent zum Schlusskurs vom Vortag

Die Talfahrt der Börsen wegen der Coronavirus-Pandemie hat sich auch zu Beginn der neuen Woche fortgesetzt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Montag in Frankfurt am Main mit 8742 Punkten und einem Minus von 5,31 Prozent. Auch die US-Börsen erlebten erneut einen schwarzen Tag.

Bereits zum Handelsauftakt war der Index der 30 größten deutschen Unternehmen erstmals seit dem Jahr 2016 unter die Schwelle vom 9000 Punkten gerutscht. Dabei hatten sich in Frankfurt im Tagesverlauf zeitweilig noch deutlich höhere Verluste angedeutet. Zwischenzeitlich lag der deutsche Leitindex sogar mehr als zehn Prozent im Minus, am frühen Nachmittag notierte er bei 8335 Punkten, was einem Minus von 9,72 Prozent entspricht.

Auch an den Handelsplätzen in London, Paris und Mailand ging der Abwärtstrend weiter. In der britischen Hauptstadt betrug das Minus vier Prozent, in Paris sackte der CAC der 40 größten Unternehmen um rund 5,8 Prozent ab, in Mailand lagen die Verluste am Montag bei Handelsschluss bei 6,1 Prozent.

An der New Yorker Wall Street brach der Leitindex Dow Jones um knapp 13 Prozent ein und endete bei rund 20.188 Punkten. Das war der stärkste Rückgang seit dem schwarzen Montag vom Oktober 1987. Der Technologie-Index Nasdaq verlor mehr als zwölf Prozent. Der Handel wurde zwischenzeitig automatisch ausgesetzt, nachdem der Index S&P 500 der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen erneut um mehr als sieben Prozent gesunken war - wie bereits wiederholt in der vergangenen Woche.

Bereits in der Vorwoche hatten die Börsen weltweit wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus historische Verluste verzeichnet. Als Reaktion auf die Pandemie hatte die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins am Sonntagabend in einem drastischen Schritt praktisch auf Nullniveau abgesenkt. Zudem kündigte die Fed massive Anleihenkäufe an. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Zinsentscheidung.

Bei den Anlegern macht sich indes noch immer Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der Krise breit. Die "aggressiven" Maßnahmen der Fed erscheine den Märkten wie "ein Alarmsignal", kommentierte Analyst David Madden von CMC Market. Es entstehe der Eindruck, dass die Fed "nervös" sei.

Analyst Craig Erlam von Oanda äußerte die Einschätzung, dass "Angst und Panik" die Kontrolle übernommen hätten. "Wir navigieren blind und niemand kann wahrhaftig sagen, wie lange dies andauern wird."