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Uber: Mitfahr-Überflieger oder „organisierte Kriminalität“?

Das US-Start-up macht Taxis gehörig Konkurrenz (Bild: AFP)

Die Share-Economy hat einen neuen Liebling: „Uber“ heißt er – und ist laut dem Wall Street Journal bereits 17 Milliarden Dollar wert. Uber? Das ist ein fünf Jahre altes US-Start-up, das Mitfahrgelegenheiten per App vermittelt – und damit die Taxi-Branche gehörig unter Druck setzt. In Deutschland ist der Dienst in diesen Tagen gestartet.

Es ist verlockend: Die nächste Reise steht an – und die mindestens 25 Euro fürs Taxi von Altona zum Flughafen Fuhlsbüttel nerven immer wieder. Verlorenes Geld. Und doch: Bahnfahren ist keine Alternative - zumindest nicht auf der Hinfahrt. Knapp ist es ja immer, dann der Fußweg mit dem großen Koffer und dann rein ins Gedrängel der S-Bahn, um für 44 Minuten neben unangenehm riechenden, mürrisch dreinblickenden, dummes Zeug redenden Menschen eingequetscht zu sein? Ich bin ein schlechter S- und U-Bahn-Fahrer.

Also gewinnt immer das Hansataxi, wenn es zum Flughafen geht, man muss ja schließlich nicht an jeder Ecke sparen. Und doch: Wenn ich den Preis durch eine zuverlässige Mitfahrgelegenheit um, sagen wir, die Hälfte reduzieren könnte, dann würde ich das natürlich ausprobieren.

Mitfahr-Vermittler Uber soll schon 17 Milliarden Dollar wert sein

Es ist die Grundidee der „Sharing Economy“, die nach dem Couch Surfing-Prinzip schnell Einzug in die Wirtschaft gehalten hat: Warum nicht einfach Dinge, die wir eh im Alltag tun oder besitzen, mit anderen teilen – und noch daran verdienen? Der Zimmer-Vermieter Airbnb ist mit der kommerziellen Variante des Couch Surfings binnen fünf Jahren zu einem der heißesten Start-ups des Silicon Valley aufgestiegen, das nach der jüngsten Finanzierungsrunde bereits mir bemerkenswerten 10 Milliarden Dollar bewertet wird.

Noch bemerkenswerter indes: Die Airbnb-Variante für Autos ist in den vergangenen Wochen mal ebenso links vorbeigezogen und wird nunmehr bereits mit 17 Milliarden Dollar bewertet. Mehr wert als die Deutsche Lufthansa? Das ist das gerade mal fünf Jahre US-Start-up Uber!

40 Prozent billigere Fahrt bei Uber: Taxifahrer in Aufruhr

Die im März 2009 von Garrett Camp und Travis Kalanick gegründete Internet-Plattform verbindet mit der App „Uber Pop“ private Auto-Fahrer und private Auto-Mitfahrer – und das deutlich unter Taxi-Tarif. In den USA liegen die Fahrpreise etwa 40 Prozent unter der Taxi-Quittung – ein deutliches Argument, schließlich gelten die wenigsten Taxifahrten als besonders tolles Erlebnis – im Gegenteil.

Entsprechend begehrt die Taxi-Branche reflexartig gegen den neuen Rivalen auf, der in diesen Wochen auch nach Deutschland strebt. Fahrvermittler wie Uber trügen "Züge von organisierter Kriminalität“, teilte der zweite Vorsitzende des Hamburger Taxenverbands, Clemes Grün, diese Woche mit. Das Argument: Die gesetzlich geforderte Personenbeförderungserlaubnis wäre nicht vorhanden, dafür besäßen Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung "massives Potenzial“, findet Grün.

In Deutschland bereits in Berlin, München und Frankfurt am Start

Auch der deutsche Taxi-App-Dienst MyTaxi hält nicht viel vom US-Rivalen: „Was Uber macht, ist nicht legal“, diktierte MyTaxi-Gründer Sven Külper dem Wall Street Journal. Das hindert die amerikanischen Überflieger indes nicht an der Expansion nach Deutschland: Nach Berlin und München ging Uber am Mittwoch auch in Frankfurt an den Start – Hamburg, Düsseldorf und Köln stehen als nächste deutsche Städte auf dem Programm.

„Wir sind eine innovative Plattform, die Fahrer und Fahrgäste zusammenbringt“, gibt sich „International Launcher“ Patrick Studener gegenüber der FAZ gelassen - und launcht, einer einstweiligen Verfügung in Berlin zum Trotz, deutschlandweit einfach weiter.

Erfolgsstory Uber: Von Goldman Sachs mitfinanziert

Tatsächlich ist Uber eine globale Erfolgsstory: In bereits 35 Ländern der Welt ist das Start-up, das ursprünglich als Limousinenservice begonnen hatte. den man heute immer noch als App „Uber Black“ buchen kann, inzwischen vertreten. Das Business brummt: Immerhin schon 213 Millionen Dollar Umsatz fuhr Uber im vergangenen Jahr buchstäblich ein und arbeitet dabei seit dem ersten Jahr profitabel.

Und das funktioniert so: 20 Prozent des Fahrpreises behält Uber als Provision ein. Das Geschäftsmodell hat das Silicon Valley überzeugt – zu den Investoren zählen Google Ventures und Goldman Sachs. General Atlantic und Blackrock würden zu Spitzenbewertungen nur allzu gern noch investieren, war im Wall Street Journal zu lesen.

Mit 17 Milliarden Dollar wäre Uber vor Airbnb, Dropbox und Xiaomi das höchst bewertete privat geführte Technologie-Unternehmen. Noch vor einem Jahr war Uber gerade mal 3,5 Milliarden Dollar wert. Die Blasenbildung im Silicon Valley – sie scheint immer noch nicht abgeschlossen…

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