Kühn empfiehlt

Wie man als Student eine Hochzeit mit 10.000 Euro finanziert

Als Student schon heiraten? Warum nicht, wenn man das große Glück gefunden hat. Doch mit der Finanzierung einer Hochzeit tun sich die meist klammen Jungakademiker doch häufig schwer. Wie man die Summe für die Traumhochzeit doch noch ansparen kann, verrate ich Ihnen heute auf Kühn empfiehlt. 

Die Traumhochzeit kann man auch ohne große Opfer - und ohne Schulden zu machen - realisieren. (Bild: Fotolia)Auf Grund meines Blogs „Drei Gründe, warum Sie niemals auf Pump einkaufen sollten“ erreichte mich eine Mail eines jungen Studenten, der seine Freundin gerne noch in diesem Jahr groß heiraten möchte. Die Kosten habe sie bereits kalkuliert – 10.000 Euro. Sie haben keine großen Ersparnisse (was bei jungen Leuten ja meistens so ist) und erhalten keine Unterstützung für die Hochzeit von den Eltern. Seine Freundin arbeitet bereits und sie könnte 500 Euro im Monat sparen – damit wäre, wenn man gemäß dem Grundsatz „Keine Konsumschulden“ anlegen würde, in 20 Monaten eine Hochzeit drin. Der Student möchte nun aber auch etwas beisteuern und außerdem soll die Hochzeit ja in diesem Jahr sein. Was kann er tun?

Um zunächst alle Illusionen zu rauben – ich bleibe dabei: Keine Konsumschulden! Eine Hochzeit für 10.000 Euro muss man sich leisten können, sonst sollte man sie nicht in diesem Rahmen feiern. Und ich weiß, wovon ich spreche – mein Mann und ich haben auch im Studium geheiratet.

Die erste Möglichkeit: Sie könnten kleiner feiern und kalkulieren, dass am Ende sich die Geschenke mit den Kosten die Waage halten – bei einer 20-Gäste-Hochzeit liegt man hier doch deutlich günstiger als geplant und man könnte es vielleicht riskieren, wenn die Freundin noch drei bis vier Monate spart und eine Rücklage von 2.000 Euro da ist, für das, was vorab gezahlt werden muss.

Doch was lässt sich machen, wenn die Hochzeit unbedingt oppulent sein soll?
Ich würde mir ein Jahr Zeit geben. Eine Hochzeit im Frühjahr 2013 ist sicherlich auch schön und – nebenbei bemerkt, für einen Termin im Sommer 2012 ist bei der geplanten Größe vermutlich allein die Organisation schon recht schwierig.

In 12 Monaten hätte die Freundin 6.000 Euro, hätte ihren Anteil für die Feier also „beigetragen“. Rechnen wir mit 5.000 Euro und nehmen 1.000 Euro als Puffer (vielleicht für die Flitterwochen).

Der Student könnte folgendes tun:
1)    Ebay, Amazon und Co.: Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, seine nicht mehr gebrauchten Bestände zu Geld zu machen. Gerade Fachbücher werden bei Amazon gerne gekauft. Das Durchforsten des vielleicht noch vorhandenen Kinderzimmers zu Hause und der Studentenbude bringt immer einiges zu Tage, dass sich versilbern lässt. Wenn er am Ball bleibt, schafft er vielleicht Erträge von 20-30 Euro pro Monat. Ich halte einen Ertrag von 250 Euro in einem Jahr für möglich.
2)    Ein Job: Studenten, gerade der älteren Semester können hervorragend an der Uni arbeiten. Das bringt meist auch etwas für einen selbst. Ich habe Mathe-Hausaufgaben der Erstsemester korrigiert, ein Tutorenprogramm geleitet (erste Führungserfahrungen ;-)), gefühlt endlose englische Fachtexte übersetzt. Aber es gibt auch Jobs in der freien Wirtschaft, vom Kellnern bis zum Fließband-Job. Ein Verdienst von 200 Euro pro Monat sollte möglich sein, macht 2.400 Euro in einem Jahr.
3)    Überprüfen Sie die Kosten der Hochzeit. Vielleicht sind doch einige Positionen dabei, die auch günstiger gehen? Vielleicht kann ein Freund gut fotografieren und eine Tante dekoriert schön und gerne. Es muss nicht immer die Mercedes-Ausstattung sein. Ich vermute, eine Ersparnis von rund 10% bekommt man leicht hin, ohne dass irgendwer am Ende das Gefühl hat, dass irgendwas fehlt. Wieder 1.000 Euro weniger Bedarf.

Mit diesen Maßnahmen kommt der Student auf 3.650 Euro. Der gezielte Satz auf den Einladungen, dass Sie sich über Bares als Geschenk freuen, wird bei der geplanten Größe der Hochzeit leicht die Lücke stopfen. Unter http://www.tollekarten.de/texte.htm finden Sie nette Sätze, wie man diesen Geschenkesatz verpackt. Mir hat dort besonders dieser Spruch gefallen:

Da unser Haushalt längst komplett, schenkt uns bitte keine Sachen,
lasst lieber unser Sparschwein lachen.


Ein Start in die Ehe ohne finanzielle Belastungen wird angenehmer und befreitet sein. Das Studium muss ja auch noch zu Ende gebracht werden.
Mit diesen Maßnahmen wünsche ich dem jungen Päarchen eine wunderbare Hochzeit im Frühjahr 2013 und alles Gute für das gemeinsame Leben.

Herzliche Grüße
Stefanie Kühn

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  • Stefanie Kühn, Finanzberaterin

    Sie gehört zu den Pionieren der Finanzberatung auf Honorarbasis. Sie tritt in der Öffentlichkeit und auch beim Ministerium für Verbraucherschutz für eine Stärkung der Honorarberatung ein.

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