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Plüschtiere im Test: Grund zur Besorgnis!

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
21 von 30 der von Stiftung Warentest untersuchten Plüschtiere waren Mangelhaft (Foto: Stiftung Warentest)
21 von 30 der von Stiftung Warentest untersuchten Plüschtiere waren Mangelhaft (Foto: Stiftung Warentest)

21 von 30 untersuchten Plüschtieren sind „Mangelhaft“. So das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Stiftung Warentest. Die Spielzeuge sind mit Schadstoffen belastet oder bergen durch schlechte Verarbeitung Gefahren für Kleinkinder. Zu den gefährlichen Stofftieren zählen auch solche namhafter Hersteller, wie Käthe Kruse, Kösen, Sigikid und Steiff. Drei Exemplare hätten sogar nicht verkauft werden dürfen.

Plüschtiere für Kinder müssen sicher sein. Unbedingt! Sie dürfen weder leicht entflammbar sein, noch verschluckbare Kleinteile enthalten und schon gar keine Schadstoffe. Doch leider gibt die neueste Untersuchung von Stiftung Warentest Anlass zur Sorge. 21 von 30 geprüften Kuscheltieren erhielten das Qualitätsurteil „Mangelhaft“.

Bei mehr als der Hälfte, bei 19 Spielzeugen, fanden die Verbraucherschützer kritische Mengen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Einzelne dieser Verbindungen können Krebs erzeugen. „Einfach auswaschen lassen sich diese PAK nicht. Krebserzeugende PAK sind nicht akut giftig, sondern wirken langfristig im Organismus“, erklären die Experten. Drei Stofftiere wiesen Mängel in der Verarbeitung auf, Kinder könnten Teile verschlucken. Das verstoße klar gegen die rechtlichen Bestimmungen, heißt es im Testbericht. Deshalb habe man nicht nur die Hersteller, sondern auch die Aufsichtsbehörden informiert.

Diese drei hätten nicht verkauft werden dürfen!

Bei den drei sehr gefährlichen Stofftieren handelt es sich um: „Kuschelwuschel, Pegasus Cerise, 20 cm“ von Karstadt, „Käthe Kruse Drache Kuno Spieltier“ und „Steiff Hoppi Schlenker-Hase, 26 cm“. Bei allen drei Produkten kann die Füllwatte herausgezogen werden, so dass die Gefahr des Verschluckens besteht. In dem Produkt von Karstadt fanden die Tester außerdem den Schadstoff Chrysen (PAK). Das Tier von Käthe Kruse ist gleich zweifach giftig, es enthält laut Testbericht DEHP und deutliche Mengen an Naphtalin (PAK).

Auf einer Pressekonferenz kritisierte Dr. Holger Brackmann, der Bereichsleiter der Untersuchungen bei Stiftung Warentest, die Spielzeugindustrie scharf:  „In vier Untersuchungen haben wir seit 2010 150 Spielzeuge getestet, insgesamt waren es bis zu 70 Prüfungen für jedes einzelne Spielzeug. Von den Spielzeugen entsprach jedes zehnte Produkt nicht den rechtlichen Anforderungen, hätte also nicht verkauft werden dürfen. Ich kenne aus unseren Tests keine andere Branche, die mit so konstanter Regelmäßigkeit gesetzliche Sicherheitsbestimmungen nicht einhält.“

Acht Plüschtiere sind empfehlenswert

Am besten schnitt im Test der „Schlenkertier Hase“ von Senger Tierpuppen ab. Das Stofftier gab nicht den geringsten Anlass für Beanstandungen und bekam deshalb die Bestnote „Sehr Gut“ (1,0), gehört aber mit dem Preis von 58 Euro nicht gerade zu den günstigsten Spielzeugen. Platz 2  belegt der „Smiki Hund“ von Spielemax (15 Euro,Note: 1,6), gefolgt von „Bob der Bär, Affenbaby“ von Galeria Kaufhof (7 Euro, Note 1,7). Außerdem empfiehlt Stiftung Warentest die ebenfalls mit „Gut“ getesteten Produkte: „Kik Lamm“, „Sigikid Katze Sweety“, „Oetinger Natur Mein Bio Kuschelbär“ und „Schmidt Spiele, Die Sendung mit dem Elefanten, Elefant“.

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Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Grundsätzlich rät Stiftung Warentest eher kurzflorige Stofftiere zu wählen, da die weniger haaren. Gesetzlich vorgeschrieben ist zudem das CE-Zeichen für Spielzeuge. Beim Kauf sollten Sie zudem die Festigkeit des Stofftiers prüfen, um auszuschließen, dass sich Teile lösen, die dann verschluckt werden könnten. „Wackeln und ziehen Sie am besten schon im Laden an Knopfaugen, Etiketten oder Nähten. Riecht das Plüschtier unangenehm? Lassen Sie es lieber liegen“, so die Einkauftipps von Stiftung Warentest.

Den vollständigen Testbericht von Stiftung Warentest zum Thema Plüschtiere finden Sie hier (kostenpflichtig).

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