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Mineralöl in Schoko-Adventskalendern

Sandra Alter
Klüger kaufen

Mineralöl in Schoko-Adventskalendern. (Bild: Stiftung Warentest)

Die Vorweihnachtszeit ist ein Paradies für alle Schleckermäulchen: Vor allem mit Schokolade gefüllte Adventskalender versüßen Kindern das Warten auf den Weihnachtsmann. Doch dieses Jahr ist es vielleicht klüger, zu verzichten. Denn: Wegen eines dringenden Verdachts hat die Stiftung Warentest 24 handelsübliche Kalender getestet und in allen zum Teil krebserregende Mineralölbestandteile und ähnliche Substanzen gefunden.


Wer in diesem Jahr Kindern oder sich selbst eine Freude mit einem Adventskalender machen will, sollte beim Kauf ganz genau hinschauen. Denn die Stiftung Warentest hat die Türchen von 24 Kalendern schon jetzt geöffnet. Die Produkte standen unter dem dringenden Verdacht, gesundheitsschädliche Stoffe zu enthalten. Und tatsächlich fanden die Experten im Labor in allen 24 Kalender-Schokoladen Mineralöle und ähnliche nicht zum Verzehr geeignete Bestandteile. Offensichtlich seien die zum Teil krebserregenden Stoffe über die Pappverpackungen sowie die Maschinenöle in der Produktionskette in die Schokolade gelangt, so die Experten.

Hoch belastet: Arko, Confiserie Heilemann, Rausch
Die Labor-Ergebnisse der Stiftung Warentest sind alarmierend: In allen Schokokalendern haben die Tester Mineralöle nachgewiesen. Neun Kalender enthielten sogar besonders kritische Mineralölbestandteile, heißt es im Test. Es handele sich dabei um sogenannte aromatische Mineralöle. Ein Teil davon steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Besonders hoch belastet waren die Produkte der Hersteller Arko, Confiserie Heilemann und Rausch. Der dringende Rat der Experten: „Aus gesundheitlicher Vorsorge sollten Verbraucher - insbesondere Kinder - diese Schokoladen nicht verzehren."

Wiesen die meisten Schadstoffe auf: Die Kalender von Confiserie Heilemann, Rausch und Arko. (Bilder Stiftung Warentest)

Ebenfalls bedenklich: Reichsgraf von Aldi, Friedel, Schlümpfe
Hohe Gehalte von nicht aromatischen Mineralölen fanden die Warentester auch in den Kalendern von Friedel, Reichsgraf von Aldi (Nord) und den Schlümpfen. In den genannten Produkten wurden mehr als 10 Milligramm des Schadstoffs pro Kilogramm Schokolade nachgewiesen. Bei der Bewertung haben sich die Tester an Erfahrungswerten von Fachleuten orientiert, da die EU bisher noch keine Grenzwerte festgelegt hat.

Zwölf Kalender mit nur geringer Belastung
Die Hälfte der getesteten Produkte wies beim Labortest immerhin nur eine geringe Belastung auf und war zumindest frei von den sehr schädlichen aromatischen Mineralölen. Nach Meinung der Experten sei es bei diesen Kalendern durchaus vertretbar, täglich ein Stück Schokolade zu verzehren. Unter den wenig belasteten Schoko-Kalendern hätten sich sowohl teure Marken, als auch Discountprodukte gefunden. Wenig schädliche Bestandteile fanden die Tester bei Milka, Hussel, Netto-Markendiscount (Santa Claus in Town und Santa Claus in Town Milchcreme Adventskalender), Norma, Lidl, Barbie, Sheepworld, Rosengarten, Gepa (Bio), Disney Happy Christmas und Hello Kitty.

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Immerhin keine Keime
Nicht nur Öle können über die Verpackung in Lebensmittel gelangen, sondern auch Weichmacher, Kadmium und Keime. Doch dahingehend waren die Tests laut Stiftung Warentest unauffällig. Lediglich im Kalender der Marke Lindt seien sehr geringe Mengen des Weichmachers Deha nachweisbar gewesen. Entwarnung gäbe es auch für Keime, heißt es weiter. 23 Kalender seien diesbezüglich unauffällig, nur in der Schokolade von Gepa sei eine vergleichsweise hohe Gesamtkeimzahl nachweisbar gewesen.

Fazit: Augen auf beim Kalenderkauf! Eine schöne Alternative sind Kalender zum Selbstbefüllen - es muss ja auch nicht immer Schokolade sein.