Klüger kaufen

Die schmutzigen Tricks der Restaurants

Ein saftiges Steak und ein leckerer Wein: wer ins Restaurant essen geht, möchte sich etwas gönnen. Doch manche Wirtshäuser schummeln und tricksen und ziehen den Gästen das Geld aus der Tasche. Dort gibt es minderwertige Zutaten, altes Fleisch, eine dreckige Küche. Statt Schafskäse liegt billiges Käseimitat im Salat, der teure Schnaps kommt in Wahrheit vom Discounter und die selbstgemachte, frische Erdbeertorte ist nur frisch aufgetaut. Yahoo! Nachrichten deckt die kleinen Geheimnisse der Restaurantbranche auf und gibt Tipps für Ihren nächsten Besuch.Sieht eigentlich lecker aus. Doch viele Restaurants verwenden minderwertige Zutaten. (Bild: Thinkstock)

Bis zu 80 Prozent der Gerichte sind nicht selbstgemacht

„In der Gastronomie werden immer mehr vorgefertigte Gerichte beim Gastroservice der Lebensmittelindustrie gekauft", sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg, die den Verbrauchernepp untersucht hat. Bei bis zu 80 Prozent der Speisen sei dies der Fall, würden Beobachter schätzen. Dann gibt's statt dem beworbenen hausgemachten Premiumprodukt nur billige Instantware. Erkennen könne man das kaum: „Viele Gastronomen halten sich nicht an gesetzliche Vorgaben, obwohl die Verwendung von Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern angegeben werden muss."

Imitate und andere minderwertige Zutaten

Auf der Schinkenpizza liegt oft alles andere als leckerer Schinken. Dafür greift der Pizzabäcker lieber zu Formschinken oder Schinkenimitat. Das kostet nur die Hälfte und ist kaum als falsches Produkt zu erkennen. Nur das Imitat könne bei genauem Hingucken enttarnt werden, sagt Schwartau. Es sehe „oft brühwurstähnlich" aus.

Ebenfalls beliebte Schummeleien: aufgesprudeltes Leitungswasser anstatt Mineralwasser. Schwartau rät: „Verlangen Sie eine ungeöffnete Flasche." Auch Käseimitate in Salaten sind laut der Verbraucherschützerin weit verbreitet. „Schafskäse ist eher porös, das Imitat besteht aus einer homogenen, schnittfesten Masse." Und Wiener Schnitzel werden gern mal mit Fleisch von Pute oder Schwein anstatt vom Kalb serviert: „Das zu erkennen ist schwierig. Fleisch von anderen Tieren darf nur „Schnitzel Wiener Art" heißen", so die Expertin.

Auch bei Fischgerichten wird gemogelt. So wird statt der teuren Seezunge oft ein schlechterer asiatischer Fisch wie Pangasius verwendet. „Die Lebensmittelüberwachung beanstandet im Durchschnitt jede dritte Probe - obwohl Seezunge auf der Speisekarte steht, wird ein Billigfisch serviert", meint Silke Schwartau.

Dreckige Küchen

Das Allerheiligste der Restaurants bekommt man meist nie zu Gesicht. Also muss man anhand anderer Indizien abschätzen, ob die Küche sauber ist. Wenn verkrustete Ketchup-Flaschen und ein dreckiger Salzstreuer auf dem Tisch stehen, könnte es auch in der Küche nicht besenrein sein. Offensichtlicher ist es, wenn der ganze Laden und die Kellner einen schmuddeligen Eindruck machen, die Speisekarte Fettflecken und Eselsohren hat und die Toiletten dreckig sind.

Wie Gästen das Geld aus der Tasche gezogen wird

Das Essen kommt einfach nicht? Dann ist das vermutlich Absicht. „Es wird spekuliert, dass die Gäste dann mehr trinken", sagt Schwartau. Besonders dort, wo es teure Cocktails gibt, stellen Wirte salzige Snacks auf die Tische. Denn die machen Durst.

Tagesessen, Büffet und andere Angebote

Sonderangebote klingen meist verführerisch. Manchmal aber kommt dort auf den Teller, was der Wirt loswerden will. Und Büffets, sagen Experten, sind Brutstätten von Bakterien und qualitativ oft minderwertig. „Das ist aber von Restaurant zu Restaurant unterschiedlich", erklärt die Verbraucherschützerin.

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Doch warum kommen die Gaststätten mit so viel Schummelei durch? „Es wird zu wenig kontrolliert", sagt Schwartau. Die Verbraucherschützerin setzt sich auch für die Hygieneampel am Eingang eines jeden Restaurants ein. Dann können Besucher gleich sehen, ob die Küche einer Rumpelkammer gleicht und man lieber weitergehen sollte. Auch traue sich der Gast häufig nicht, sich zu beschweren, sagt Schwartau. „Wenn man sich nicht beschwert, mogeln die einfach weiter." Andere Experten kritisieren, dass in Deutschland kaum Fachkenntnisse nötig seien, um ein Restaurant öffnen zu dürfen. Ein Paradies für Scharlatane.

So erkennen Sie ein gutes Restaurant

Am einfachsten ist es, sich vorab zu informieren. „Fragen Sie Bekannte und gucken sie in Internet-Bewertungsportalen nach", empfiehlt Silke Schwartau. Auf Online-Portalen wie Qype und Yelp schreiben Gäste, was sie gut fanden und was nicht. Und wer anderen Menschen einen Gefallen tun will, schreibt nach dem Restaurantbesuch ebenfalls ein paar objektive Zeilen. Um vor Betrügern zu warnen oder um einen neuen Geheimtipp zu empfehlen.


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