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11 wichtige Dinge, die Sie über E-Mails wissen sollten

Sandra Alter
Klüger kaufen

11 wichtige Dinge, die Sie über E-Mails wissen sollten. (Bild: thinkstock)


Der Fall Edward Snowden hat politische Fronten geschaffen. Und während die Arbeitsweise des US-Geheimdienstes NSA samt elektronischer Überwachung heiß diskutiert wird, vergisst man leicht die einfachste und verwundbarste Stelle für Spionage: Den E-Mail-Verkehr. Lesen Sie hier, welche Tricks die Betrüger anwenden, um an Ihre Daten zu gelangen.

Immer wieder gab es in den vergangenen Wochen und Monaten Berichte, dass E-Mail-Accounts und Daten im Internet von Kriminellen gestohlen wurden. Allein durch das Knacken der Datenbanken LivingSocial und Evernote fielen Hackern rund 100 Millionen E-Mail-Adressen in die Hände. Bei Facebook hatten angeblich Unbefugte Zugriff auf sechs Millionen E-Mail Adressen, eine „Panne“ die von dem Unternehmen ein Jahr lang unentdeckt blieb.

Der Vorfall kommt gleich nach dem von Epsilon, einem Marketing-Dienstleister, der für mehr als 2.500 Finanz- und Lifstyle-Unternehmen arbeitet. Epsilon gab im Zuge eines Hackerangriffs zu, dass „nur“ zwei Prozent der Kunden-Daten gestohlen worden seien. Bedenkt man, dass die Datenbanken des Unternehmens mehr als 250 Millionen E-Mail-Adressen enthalten, bedeutet dies, dass „nur“ fünf Millionen Menschen einem Risiko ausgesetzt sind.

E-Mail-Accounts sind für Internet-Kriminelle zum großen Geschäft geworden. Die elektronische Post wird nicht mehr nur dazu genutzt, um Freunden „mal Hallo“ zu sagen. Sie gewährt einen direkten Zugang zu unserem täglichen Leben. E-Mails enthalten nicht nur Nachrichten an uns, sondern auch Adressen und Telefonnummern, manchmal auch unsere Bankinformationen, Rechnungen von Online-Einkäufen und Bestätigungen zu vergessenen oder geänderten Passwörtern. Das alles sind wertvolle Daten und Betrüger wissen, dass die Chance erwischt zu werden, sehr gering ist.

Deshalb sollten Sie sich schützen und gewisse Regeln im Umgang mit E-Mails einhalten. Im Folgenden stellen wir Ihnen elf Dinge vor, die Sie über E-Mails wissen sollten, um nicht in die Hände von Hackern zu geraten.

1. Rufen Sie E-Mails nicht in unsicheren Netzwerken ab
Öffentliche W-LANs an Flughäfen und in Cafés sind eine tolle Sache. Doch öffentliche Netze sind auch immer ein Sicherheitsrisiko, Passwörter können an solchen Orten einfach gestohlen werden. Deshalb: Loggen Sie sich in frei zugänglichen Netzwerken nicht in Ihren E-Mail-Account ein, rufen Sie Ihre E-Mails nur in sicheren Netzwerken wie etwa Zuhause ab.

2. Bleiben Sie nicht angemeldet
Sich jedes Mal beim Abrufen der E-Mails mit Passwort anzumelden, ist unbequem. Tun Sie es trotzdem. Denn wenn Ihre E-Mails ständig automatisch abgerufen werden, haben es Betrüger leichter, an Ihre Informationen zu gelangen.

3. Wählen Sie unterschiedliche Passwörter
Wer ein und dasselbe Passwort für mehrere Accounts verwendet, liefert Hackern den Zugang frei Haus. Nutzen Sie in jedem Fall unterschiedliche Codes. Darüber hinaus sollten Passwörter nicht leicht zu erraten sein und zum Beispiel nicht aus Ihren Geburtsdaten oder dem Namen Ihres Kindes oder Haustiers bestehen.

4. Löschen Sie alte E-Mails
Manche Menschen löschen nie Ihre alten E-Mails. So wird das Postfach zur wahren Fundgrube für Hacker. Viele E-Mail-Programme säubern den E-Mail-Ein- und Ausgang nach 30 Tagen automatisch, doch bei wichtigen E-Mails sollten Sie nicht darauf warten. Versendete E-Mails, die sensible Daten enthalten, sollten Sie am besten sofort nach dem Versenden aus dem Postausgang löschen.

5. Klicken Sie keine Lockangebote an
Wenn Sie E-Mails mit besonders günstigen Angeboten erhalten, wie etwa garantierten Kreditangeboten, reagieren Sie nicht und klicken Sie keinesfalls auf enthaltene Links. Es handelt sich dabei fast immer um Betrugs-E-Mails. Niemand wird Ihnen einen Kredit zusagen, ohne Ihre Auskunft überprüft zu haben. Löschen Sie solche Mails postwendend.

6. Zweifelhafte E-Mails von Freunden
Wenn es Hackern gelingt ein Adressbuch einer Person zu hacken, verschicken sie oft in deren Namen E-Mails an alle gekaperten Kontakte. So soll der Empfänger verleitet werden, enthaltene Links anzuklicken. Oft sind dann Nachrichten enthalten wie „Schau dir unbedingt dieses lustige Video an!“. Wer darauf klickt, erhält anschließend Massen an Spam-Mails oder installiert, ohne es zu bemerken, Schad-Software auf dem Computer. Deshalb sollten Sie doppelt achtsam sein, wenn Ihnen eine E-Mail von Freunden oder Bekannten merkwürdig erscheint.

7. Persönliche Informationen per E-Mail bestätigen
Oft verstecken sich Hacker auch hinter den Namen großer Unternehmen, um an Ihre persönlichen Informationen zu gelangen. Die Betrüger schreiben Sie dann zum Beispiel im Namen von Banken oder Mobilfunkbetreibern an und fordern Sie zur Dateneingabe auf, um etwa angebliche Sicherheitslücken schließen zu können. Löschen Sie solche E-Mails sofort. Wichtige Informationen wird man niemals per E-Mail bei Ihnen abrufen. Sollten Sie unsicher sein, melden Sie sich telefonisch bei dem jeweiligen Unternehmen und fragen Sie nach.

8. Mit Fremden über Geld reden
Immer wieder tauchen E-Mails von Fremden auf, die das große Geld versprechen. Mal sollen Sie angeblich in einer Lotterie gewonnen haben, ein anderes Mal werden Sie gebraucht, um an das Geld eines Verstorbenen zu gelangen, der angeblich keine Erben hat. Seien Sie sicher, es handelt sich immer um betrügerische E-Mails!
Also: Auch diese E-Mails sollten Sie ohne Umwege löschen!

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9. Der Trick mit der gestohlenen Kreditkarte
Gerne setzen Hacker auch darauf, den Empfänger einer E-Mail in Panik zu versetzen. Dann lesen Sie in Ihrem Postfach etwa Sätze wie „Vielen Dank für Ihre Bestellung!“ – und das obwohl sie nie etwas geordert haben. In heller Aufregung – vielleicht auch darüber, dass jemand Ihre Kreditkarteninformationen gestohlen hat – klicken Sie auf einen Button mit „Bestellung stornieren“ und schon sind Sie in die Falle getappt. Wenn Sie E-Mails mit solchen Inhalten erhalten, denken Sie zweimal nach, bevor Sie einen Button, Link oder einen Anhang anklicken. Sollten Sie unsicher sein, stornieren Sie angebliche Bestellungen telefonisch oder direkt auf der Internetseite des Anbieters.

10. Falsche Spendenaufrufe
Eine ebenfalls beliebte Masche ist das Verschicken angeblicher Spendenaufrufe für Hilfsorganisationen. Reagieren Sie nicht darauf. Wenn Sie spenden möchten, tun Sie das direkt auf der Internetseite der Organisation. Um dort hinzugelangen, rufen Sie die Web-Seite unabhängig von der E-Mail auf, klicken Sie keinesfalls auf einen Link in der E-Mail.

11. Verlockende Reiseangebote
Erhalten Sie eine E-Mail mit supergünstigen Angeboten für Hotels, Flüge oder Kreuzfahrten, sollten Sie Vorsicht walten lassen - auch das ist oft eine Finte von Betrügern! Wenn Sie neugierig sind, ob es das Angebot wirklich gibt, schauen Sie auf der Webseite des Veranstalters nach oder geben Sie über eine Suchmaschine das Angebot ein, um herauszufinden, ob andere Nutzer Betrügereien melden.

Natürlich gibt es keine ultimative Versicherung, dass Ihre Daten nicht gestohlen werden. Aber je mehr Sie über Betrügereien wissen, umso eher können Sie richtig reagieren und sich Internetbetrüger vom Leib halten.

Haben auch Sie schon Erfahrungen mit betrügerischen E-Mails gemacht? Dann lassen Sie es uns wissen – wir freuen uns auf Ihren Kommentar!