Aufdrucke auf Dollar-Scheinen müssen in Kanada folgende Bedingungen erfüllen: Sie sollen etwas eindeutig Kanadisches zeigen und die Kanadier mit Stolz erfüllen. Beides trifft auf die neue 20-Dollar-Banknote nicht zu, welchen die Bank of Canada in Ottawa vorstellte. Zumindest sieht das die Mehrheit der Kanadier so. Auf dem Schein ist ein kanadisches Mahnmal abgebildet, das jedoch kennen die meisten Kanadier gar nicht und bringen mit der Darstellung eher die Twin Towers des zerstörten World Trade Centers in Verbindung. Obendrein sei die Banknote auch noch zu pornografisch.
Fünf Jahre dauerte der Gestaltungsprozess für den neuen kanadischen 20-Dollar-Schein. Jetzt ist die Banknote endlich fertig. Die Freude der Kanadier hält sich jedoch in Grenzen, denn viele sind mit dessen Rückseite nicht einverstanden. Das Commonwealth-Staatsoberhaupt Queen Elizabeth II., die in diesem Jahr ihr 60. Regenten-Jubiläum feiert, ziert die unverfängliche Vorderseite. Hinten ist jedoch das „Canadian National Vimy Memorial“ zu sehen. Das Mahnmal, das in Frankreich steht, soll an die mehr als 66.000 kanadischen Soldaten erinnern, die während des Ersten Weltkrieges gefallen sind, hauptsächlich in der Schlacht von Vimy im April 1917. Es ist das größte kanadische Mahnmal in Europa. Eigentlich wäre dagegen wohl nichts einzuwenden – wenn die Kanadier die Gedenkstätte kennen würden.
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Doch Umfragen im ganzen Land, welche Kanadas Zentralbank, die Bank of Canada, in Auftrag gegeben hatte, ergaben, dass die meisten Kanadier gar nicht wissen, wie ihr einziges Mahnmal in Europa aussieht. Stattdessen brachten viele der Befragten die beiden Säulen der Gedenkstätte mit den Twin Towers des zerstörten World Trade Centers in Verbindung. Und die standen, soviel ist dann doch bekannt, in New York.
Vor allem ältere Kanadier echauffierten sich auch über den angeblich pornografischen Inhalt der Dollarnote. Auf dem oberen Teil des Mahnmals befindet sich nämlich der so genannte antike „Chorus“ – eine Gruppe nur spärlich bekleideter Damen, die einen Reigen tanzen. Dementsprechend sind diese auch auf dem Geldschein abgebildet. Auch andere Kritiker gaben deshalb zu Bedenken, dass die Darstellung auf der 20-Dollar-Note die Gefühle von manch’ prüderem Mitbürger verletzen könne, wie der TV-Sender „CTV“ berichtet.
Vielleicht also wird ab November dieses Jahres die eine oder andere kanadische Kassiererin erröten, wenn sie die neue Banknote von einem Kunden entgegennimmt. Denn ab dann will Kanadas Zentralbank das gute Stück in Umlauf bringen.



