Hamburg (dapd). 800 Millionen Euro Verlust beim Peugeot (Hamburg: PEU.HM - Nachrichten) -Konzern, eine Milliarde Dollar Miese im Ford (NYSE: F - Nachrichten) -Europageschäft, Gewinneinbruch bei Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) - die Vorboten einer Rezession greifen nach der Autoindustrie. Vor allem die Hersteller im Massenmarkt trifft es schlimm. In Europa kommt zum Konjunkturabschwung die Erkenntnis dazu, dass die Industrie hier ein Strukturproblem hat: zu viele Werke.
Deshalb verschärfen sich die Probleme beim französischen Autokonzern PSA Peugeot-Citroën weiter. Im ersten Halbjahr fuhr der Hersteller einen Verlust von 819 Millionen Euro ein. Der Umsatz des nach VW zweitgrößten Autobauers in Europa fiel um mehr als fünf Prozent auf 29,6 Milliarden Euro. Die Zahl der verkauften Autos sank sogar um 13 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch in Paris mitteilte. Erst vor zwei Wochen hatte PSA den Abbau von 8.000 Stellen und die Schließung einer Fabrik bei Paris angekündigt.
Die französische Regierung führte unter dem Druck der Krise der heimischen Autohersteller ein Subventionsprogramm ein von einer Milliarde Euro: Bei jedem Elektroauto gibt Paris 7.000 Euro dazu, bei jedem Hybridfahrzeug 4.000 Euro. Bei Elektroautos haben PSA und der zweite französische Konzern Renault einen Vorsprung vor der Konkurrenz, ihnen wird das neue Programm am meisten nützten.
Der US-Autohersteller Ford steuert im laufenden Jahr auf einen Milliardenverlust im Europageschäft zu. "Angesichts des zerbröckelnden Umfeldes in Europa rechnet Ford nun mit einem Verlust von mehr als einer Milliarde US-Dollar auf dem Kontinent", heißt es im Zwischenbericht.
Damit ist Ford nach General Motors (NYSE: GM - Nachrichten) (GM) der zweite US-Autohersteller, der sein Europageschäft nicht im Griff hat. Ford hat zwei Werke in Deutschland, in Köln und Saarlouis. Dazu kommen fünf Werke in England und je eines in Belgien und Frankreich.
Nach Ansicht des Herstellers steckt der europäische Automarkt in einer Strukturkrise. Experten warnen seit Jahren, dass die Produktionskapazität der gesamten Autoindustrie in Europa viel zu hoch sei. GM will deshalb sein Opel-Werk in Bochum schließen. Ford-Finanzvorstand Bob Shanks erklärte, der Konzern habe schon früher "herausfordernde Situationen gemeistert". Ford hatte in den USA tausende Mitarbeiter entlassen und Werke geschlossen, um wieder profitabel zu werden.
Daimler bleibt dagegen nach einem Ergebniseinbruch im zweiten Quartal optimistisch. Das operative Ergebnis sank vor allem wegen hoher Investitionen in Produktanläufe und Problemen im Busgeschäft um 13 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Zugleich stieg aber der Umsatz um zehn Prozent auf 28,9 Milliarden Euro. Der Absatz lag mit 570.300 Autos und Nutzfahrzeugen acht Prozent über dem Vorjahreswert.
Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche sagte: "Angesichts unserer planmäßig getätigten Investitionen kann sich auch unser Ergebnis durchaus sehen lassen." Auf die unsichere weltweite Konjunktur blickt aber auch Zetsche mit Sorge: "Wir beobachten die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aufmerksam, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können." Die Herausforderung, die angestrebten Ziele zu erreichen, sei "nicht geringer geworden".
dapd

